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Wir wurden gefragt: Was müssen Händler auf ihrer Facebook-Seite beachten?

Veröffentlicht: 17.05.2016 | Autor: Yvonne Bachmann | Letzte Aktualisierung: 17.05.2016

Unternehmen, die ohne eigenen Social Media-Auftritt unterwegs sind, haben eindeutig den Zahn der Zeit verschlafen. Diejenigen, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben und auf Facebook, Twitter und Co. aktiv sind, haben mittlerweile sogar ein Gespür dafür entwickelt, dass es auch rechtliche Besonderheiten gibt. Gestern fragte uns eine Händlerin, was sie beachten muss, wenn sie einen Account bei Facebook unterhält.

Fragen
© Jan Engel / Fotolia.com

Einfach mal einen Account eröffnen und alles ist paletti? Leider ist es nicht ganz so einfach. Aber mit ein paar Kniffen räumt man in Sachen eigener Social Media-Präsenz die größten Stolpersteine aus dem Weg.

Gewerblicher Account + Impressum

Wer als Händler bereits einen privaten Facebook-Account nutzt, sollte sich als Erstes einen gesonderten gewerblichen Account zulegen. Nirgends gilt das Prinzip so sehr, dass Privates vom Beruflichen zu trennen ist. Warum?

Zum einen möchte Facebook laut seiner Nutzungsbedingungen, dass private Accounts wirklich nur privat genutzt werden. Ein Verstoß gegen die Richtlinien von Facebook ist zudem kein guter Anfang... Außerdem wird es Unternehmen wesentlich um die Likes ihrer Seite gehen. Ein Like kann im Gegenteil zur Freundschaftsanfrage bei privaten Accounts jedoch nur eine „Seite“ erhalten. So geht’s zur Facebook-Seite.

Gewerblich genutzte Facebook-Accounts haben auch die Möglichkeit, ein Impressum zu hinterlegen, was wohl für die rechtliche Komponente der wichtigste Unterschied ist. Dass das Impressum mittlerweile nicht nur in den Online-Shop bzw. die eigene Präsentationswebseite gehört, haben zahlreiche Abmahnungen und Gerichtsurteile schmerzlich bewiesen. Immerhin hat Facebook hier die Rufe erhört und Abhilfe geschaffen. Wie Sie ein rechtssicheres Facebook-Impressum einrichten, erfahren Sie hier.

Werberegeln

Hat man sich durch alle Registrierungsprozesse gekämpft und vielleicht sogar ein paar der Richtlinien Facebook’s mit biblischem Ausmaß gewälzt, steht sie: die Facebook-Seite. Nun fehlt nur noch ein wenig Persönlichkeit.

Ab jetzt darf beliebig gepostet und geteilt werden. Beachtet werden muss inhaltlich und rechtlich genau das, was auch schon im Online-Shop oder auf der Präsentationsseite gilt. So müssen die geposteten Werbeaussagen natürlich stets bei der Wahrheit bleiben. Unrechtmäßig wäre es beispielsweise, den potenziellen Kunden mit einem günstigen Preis in den Shop zu locken, wenn der dort gar nicht (mehr) verlangt wird. Im Falle von Facebook lohnt sich auf jeden Fall auch ein Blick in die neuen internen Nutzungsregeln beim Posten von Werbung.

Gewinnspiele

Die Veranstaltung eines Gewinnspiels kann eine gute Möglichkeit sein, Interaktionen auf dem Account zu fördern und gleichzeitig Klicks auf legalem Wege zu bekommen. Auch hier muss die Aktion die Richtlinien zu Werbeaktionen einhalten.

Die Teilnahme am Gewinnspiel darf auf folgende Weise stattfinden:

  • Markieren eines Beitrages mit „Gefällt mir“ (z. B.: Diesen Beitrag mit „Gefällt mir“ markieren, um teilzunehmen)
  • Kommentieren eines Beitrags
  • Veröffentlichung eines Beitrags auf der Seite
  • Nachricht an die Seite senden

Nicht statthaft ist es, dass der Nutzer zum Teilen eines Beitrages in seinem privaten Profil aufgefordert wird, um teilzunehmen. Verstöße können dazu führen, dass Facebook Promotions beendet.

Mehr zu Gewinnspielen bei Facebook in unserer Themenreihe zu Social Media und Recht.

 

Kommentare  

#2 Redaktion 2016-05-18 15:26
Hallo Ernest,

Unternehmen sollten sich informieren und sicherstellen, dass Mitarbeiter über ihre Facebook-Profil e keine Werbung posten, wenn dabei beispielsweise die erforderlichen Informations- und Kennzeichnungsp flichten nicht eingehalten werden. Schauen Sie doch mal hier: https://www.onlinehaendler-news.de/recht/abmahnungen/1416-gericht-untersagt-facebook-werbung-eines-mitarbeiters.html

Viele Grüße!
Die Redaktion
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#1 Ernest 2016-05-18 14:57
und was ist wenn Mitarbeiter (oder der Inhaber) Beiträge von der Firmenseite auf die Private Seite teilt? Gibt es dabei was zu beachten?
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