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Contentixx Recap: Warum Content Marketing für Unternehmen so wichtig ist

Veröffentlicht: 06.03.2018 | Autor: Sabine Walton | Letzte Aktualisierung: 06.03.2018 | Gelesen: 1908 mal

Am 27. Februar 2018 öffneten sich in Berlin die Pforten der Contentixx. Insider und Branchenprofis nahmen die Gelegenheit wahr, um am eisig schönen Müggelsee neue Inspiration und Ideen in Sachen Content Marketing zu sammeln. Auch wir waren vor Ort und konnten viele Eindrücke sammeln. Ein Rückblick.

Begrüßung auf der Contentixx 2018

Foto: Sabine Walton

Die Angst vor Content Marketing ...

Gleich zu Beginn der Contentixx machte Kommunikations- und Strategieberaterin Dr. Kerstin Hoffmann deutlich, dass keine Kommunikationsstrategie mehr ohne Content auskommt – egal ob im SEO, in der PR oder anderen Unternehmensbereichen. Im Content-Marketing-Prozess ergeben sich in der Praxis jedoch häufig einige Hürden, die es zu überwinden gilt. Angst hat viele Formen und ist oft ein Grund des Scheiterns:

  • Angst vor Wandel und Veränderung
  • Angst vor Kontrollverlust
  • Angst vor Wissensklau
  • Angst vor einem Shitstorm

Laut Kerstin Hoffmann ist es keine Lösung, keinen Content zu produzieren. Denn fehlender Content verhindert auch keinen Shitstorm – lieber sollten Unternehmen aktiv die Inhalte bestimmen, die über sie im Netz existieren und eine eigene Fehlerkultur fördern. Dazu gehört neben dem Zulassen von Fehlern auch ein "Szenario des Scheiterns". Das heißt, dass Unternehmen z. B. Strategien festlegen sollten, wie im Falle negativer PR reagiert werden kann. 

Auch ist es von großer Bedeutung, alle am Content-Marketing-Prozess Beteiligten aktiv einzubeziehen und deren Ängste und Emotionen ernstzunehmen. Beziehungen zwischen Entscheidern und Teammitgliedern müssen aufgebaut und gepflegt werden. Eine One-to-many-Kommunikation wie sie z. B. in einem Intranet herrscht, ist dabei meist nicht zielführend.

Langweilige Branche? So findest du trotzdem spannenden Content!

Sarah-Yasmin Fließ von exali.de versorgte ihre zahlreichen Zuhörer mit mehreren interessanten Tipps, die dabei helfen, trotz langweiliger Branche Aufmerksamkeit auf die eigene Brand zu ziehen. Dabei gab sie unter anderem Einblicke, wie sie und ihr Team die Kurve zu weitaus interessantem Content fanden. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass exali.de Versicherungen für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen verkauft. Ihr Erfolgsrezept: Informationen statt Werbung!

Es ist wichtig, den User nicht mit Werbung zu überschütten, so Fließ. Um die ungeteilte Aufmerksamkeit des Users zu gewinnen und einen Erstkontakt herzustellen, zählen Fakten und Informationen – besonders die themenübergreifenden.

Influencer als Chance für Unternehmen

Maria Kistner von mjam.at (Delivery Hero) schilderte in ihrem Vortrag ein interessantes Praxisbeispiel. Influencer Marketing kann je nach Strategie und Branche eine hohe Relevanz für Unternehmen besitzen. Mjam.at identifizierte für sich verschiedene Gruppen relevanter "Meinungs-Beeinflusser":

  • Experten
  • Sogenannte "Multiplier", also einflussreiche User, die themenübergreifende Magazine und Blogs mit hoher Reichweite betreiben. Diese Kanäle eignen sich sehr gut dazu, Content-Marketing-Kampagnen zu verbreiten.
  • Super Fans (Food Tester)
  • Influencer
    • Micro Influencer mit mehr als 1.000 Followern: weniger Reichweite, dafür höheres Trust-Level (mehr Vertrauen), da meist noch nicht viele Markenkooperationen erfolgt sind
    • Macro Influencer mit mehr als 50.000 Followern

Aber wie zeigt man sich attraktiv für relevante Influencer, wenn man selbst noch keine allzu hohe Bekanntheit besitzt? Das ist die Frage. Doch auch hier hat Maria Kistner Antworten aus der Praxis: Zunächst wurde der recht werblich anmutende Blog komplett umgestaltet und ein frisches Inhaltskonzept erarbeitet, um Authentizität zu zeigen und besser auf die Interessen der Zielgruppe einzugehen. 

Ein wichtiger Teil der Content-Strategie sind dabei vor allem Inhalte, die von den Nutzern selbst erstellt werden (User Generated Content). Food-Tester erhalten z. B. ein kostenloses Menü, wenn sie als Gegenleistung einen Text über die Mahlzeit schreiben. Neben Großzügigkeit (zum Beispiel das Verteilen von Gutscheinen oder Kochkursen) hat sich für mjam.at auch die intensive Beziehungspflege ausgezahlt. So werden langfristige Verbindungen erzeugt und Fans zu loyalen Markenbotschaftern umgewandelt. 

Optimierte und interessante Inhalte sind das A und O

In einem Vortrag von Anne Grüner ging es um zielgerichtete Inhalte und die besondere Bedeutung kreativer Überschriften. Dabei betonte sie, dass Nutzer emotional angesprochen werden sollten, um eigene Ziele zu erreichen. In diesem Rahmen spielen auch verlinkte Schaltflächen, die sogenannten Call-to-Action-Buttons, eine Rolle. Beschriftungen wie „weiter“ oder „zum nächsten Schritt“ seien längst veraltet und gehören dementsprechend der Vergangenheit an. Kreativität ist hier gefragt.

Auch Ashley Ward von SEMrush widmete sich der Frage, wie man mit relevanten Inhalten die Besucher in den Bann ziehen kann. Dabei stellte sie verschiedene Kennzahlen vor, mit denen sich Content-Interaktion messen lassen. Je nach Ziel des jeweiligen Inhalts kann das z. B. die verbrachte Zeit auf der Webseite sein, die Absprungrate oder die pro Session angesehenen Seiten. Im Bereich Social Media können u. a. die Likes, Shares oder Kommentare als Kennzahlen dienen. Übrigens nutzt auch SEMrush aktiv nutzer-generierte Inhalte im Twitter Chat: Hier gibt das Unternehmen Fragen vor und User – darunter bekannte Branchenexperten – geben Antworten und diskutieren. Daraus werden im Nachgang Blogbeiträge und Podcasts erstellt.

SEO Content bei Otto: Skalieren ohne Qualitätsverlust

Ann-Katrin Bünten und Lisa Krauter von Otto gaben Einblicke in ihren Redaktionsprozess. Bei 300 monatlich veröffentlichten Beiträgen allein auf otto.de kann man sich vorstellen, wie zeitintensiv sich dieser gestaltet. Neben vorbereitenden Maßnahmen wie der Priorisierung von Keywords, der Themenplanung und Erstellung von Briefings für externe Dienstleister wie Verlage und Redakteure durchlaufen die Inhalte mehrere Feedback-Schleifen, bevor sie ins Testsystem hochgeladen werden. Um den umfangreichen Redaktionsprozess zu vereinfachen und zu verkürzen, für den aktuell verschiedene Tools genutzt werden, arbeitet das Entwickler-Team gerade an einem eigenen Werkzeug. 

Neun Online Marketing Kniffe für Online-Shops im Jahr 2018

Julian Dziki von Seokratie sprang kurzfristig für eine ausgefallene Speakerin ein und unterhielt das Publikum mit einem kurzweiligen Vortrag. Darunter fanden sich viele bekannte Tipps, die jedoch von vielen Shops noch nicht umgesetzt werden. Die Optimierung von Seitentiteln und Meta-Beschreibungen ist 2018 immer noch ebenso wichtig wie Keyword Mappings und die Berücksichtigung mobiler Ladezeiten. Ebenso empfahl er die Nutzung von Pinterest und Remarketing Lists für Search Ads (RLSA) und verwies gleichzeitig darauf, dass auch die Content-Pflege nicht zu kurz kommen darf. Außerdem empfahl Dziki die Nutzung von Pinterest und Story-Telling-Prinzipien - denn wer bei seinen Kunden Emotionen weckt, bleibt besser im Gedächtnis.

Contentixx Fazit

Inhaltlich deckte die Contentixx vielfältige Themengebiete rund um das Thema Content Marketing ab. Die Vorträge waren mit vielen Praxisbeispielen gespickt und es war stets Raum für Fragen an die Speaker da. Mit ausreichenden Pausen und super Catering waren die besten Rahmenbedingungen gegeben. Aus unserer Sicht eine Pflichtveranstaltung für alle Content Marketer!

 

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Kommentare  

#2 Maria Kistner 06.08.2018, 15:08 Uhr
@Andreas

Nein nicht immer, eigentlich haben wir vor allem fuer Kooperationen mit Macro Influencern Geld ausgeben muessen. Superfans und Food Tester waren rein durch Gutscheine incentiviert, bei Micro Influencern mal so mal so :) Hoffe das hilft!
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#1 Andreas 07.03.2018, 09:11 Uhr
Beim Content Marketing mit Influencern fließt auch Geld, nicht wahr?
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