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Online-Handel punktet beim Thema Klimaverträglichkeit
| Kategorie: Handel

Mit Amazon Vine hat der Online-Händler einen exklusiven Club für Rezensenten geschaffen. Um die besten Kritiker soll es sich handeln, die auf Amazon Produkte bewerten – neutral, unabhängig und ehrlich. Doch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kritisierte den Club.

 Alle Daumen hoch bei Vine-Rezensenten

Amazon Vine soll den Kunden des Online-Händlers qualitativ hochwertige Produktbewertungen liefern. Amazon selbst spricht von den Mitgliedern des Vine-Clubs als die „besten Rezensenten“ des Online-Shops. Der Club existiert inzwischen seit drei Jahren und wird fürsorglich gepflegt. Neutral und ehrlich sollen die Rezensionen der Viner sein. Vor allem die Kritiker, die viele Beiträge liefern, sollen gute Chancen auf eine Mitgliedschaft in Amazon Vine haben. Werden die Bewertungen dann noch von vielen als „hilfreich“ gekennzeichnet, verbessert das die Aussicht noch einmal. Die Beiträge der Viner werden grün markiert über den anderen Bewertungen angezeigt, erhalten also eine prominentere Position. Schließlich, so Amazon, sind die Vine-Renzensionen „die Besten“.

Kritik am exklusiven Bewertungs-Club

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat aber einige Unstimmigkeiten festgestellt. Zum einen beruft Amazon die Mitglieder allein. Zum anderen scheinen auch solche in den Club aufgenommen zu werden, die auf der Liste der Top-Rezensenten um Platz 10.000 sitzen. Eine weitere Auffälligkeit sei laut Verbraucherzentrale auch die Beitragsanzahl: So scheinen in manchen Fällen „schlappe 17 Beiträge mit zumeist weniger als zehn Zeilen zu reichen, getippt innerhalb von fünf Jahren“, so die Zentrale. Häufige und ausführliche Bewertungen sehen gewiss anders aus.

Ein weiteres Problem gibt es augenscheinlich auch mit Amazons „Real Name“-Credo: „Wir glauben, dass Kunden, die sich für die Real Name-Plakette entscheiden, einfach die besseren Rezensionen abgeben“. Das sagt das Unternehmen, aber laut Verbraucherzentrale nutzen die meisten Viner nicht ihren echten Namen.

Viner erhalten oft kostenlos Produkte

Der schwerwiegendste Kritikpunkt, und die größten Zweifel an der Neutralität der Viner, führt die Verbraucherzentrale aber mit Blick auf die Vorteile der Kritiker an: Jeden ersten Donnerstag im Monat, um kurz nach 10, öffnet der Amazon-Club. Zu dieser Zeit dürfen sich Hunderte Viner online bedienen – kostenlos. Zur Auswahl steht eine ganze Reihe teurer Produkte von großen Herstellern. Nach wenigen Sekunden sollen die beliebtesten Produkte schon vergriffen sein: Ultrabooks von Sony, edle Kugelschreiber von Parker, Kaffeevollautomaten oder Digital-Kameras.

Die Verbraucherzentrale fragte bei den Herstellern hinsichtlich dieser „oft opulenten Gaben“ nach und erhielt von Sony eine Antwort: Der Elektronikhersteller verwies vor allem auf „die objektiven Bewertungen der unabhängigen Rezensenten“, die der „kontinuierlichen Verbesserung der Produktqualität“ dienen soll. Laut Verbraucherzentrale seien die Bewertungen der Viner auffällig positiv. Bei einer Stichprobe von 30 Produkten waren alle mit vier der fünf möglichen Sterne bewertet. Ein „immenser Bewertungs-Boost“, so die Zentrale. Von unabhängigen Bewertungen kann so wohl kaum gesprochen werden.

Geschrieben von Michael Pohlgeers
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