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Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich überraschend verbessert. Die Wirtschaft scheint damit den Brexit-Schock überwunden zu haben.
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Ifo-Index: Deutsche Wirtschaft hat den Brexit-Schock überwunden
| Kategorie: Allgemein

Es könnte sich für DHL vielleicht rächen, Schweden als Testfeld für sein innovatives Lieferkonzept ausgesucht zu haben und nicht den heimischen Markt. Während die Deutsche Post Lieferaufträge für Privatpersonen in Stockholm testet, hat mit BidCourier ein deutsches Unternehmen einen ähnlichen Dienst bei uns gestartet.

BidCourier und DHL möchten auf private Lieferanten setzen.

Was die Innovationsabteilung des Paketdienstes DHL in Stockholm testet, hat ein deutsches StartUp bei uns eingeführt: Paketzustellung durch Crowdsourcing. Das Prinzip dahinter ist einfach: Als Händler kümmert man sich nicht mehr selbst um die Lieferung der Ware, sondern bietet den Auftrag über das Internet einer Crowd von privaten oder gewerblichen Zustellern an. Während das deutsche StartUp BidCourier eine Online-Plattform als Handelsplatz nutzt, setzt die Deutsche Post in Schweden auf ihre App MyWays.

Lieferungen durch die Crowd

Die Deutsche Post scheint ihren Dienst wohl lieber in Schweden testen zu wollen, als im innovationskritischen Deutschland. BidCourier hingegen hat keine Angst vor dem heimischen Markt. Komplett gründerfinanziert und bestehend aus zwei Gründern und zwei Praktikanten, versucht das junge Team mit Sitz in Niedersachsen, den Zustelldienst in Deutschland umzugestalten. Geschäftsführer Alexander Borstel erklärt gegenüber OnlinehändlerNews, wie das Konzept funktioniert: „Sämtliche Liefer- und Transportaufträge können über die Plattform auf BidCourier.de abgewickelt werden. Auftraggeber erstellen einen Lieferauftrag und erhalten anschließend Angebote von potentiellen Lieferanten, die das Angebot übernehmen möchten“.

Auftraggeber wie zum Beispiel Online-Shops, geben dabei direkt die Summe an, welche sie für die Lieferung bezahlen möchten. Für sie ist die Nutzung von BidCourier kostenlos. Bisher refinanziert sich die Plattform durch Provisionen der Lieferanten: Kommt ein Lieferauftrag zustande, so bezahlen die Lieferanten eine Vermittlungsgebühr von zehn Prozent der Auftragssumme an BidCourier.

Egal ob Fastfood oder Möbel

Dabei betont BidCourier, dass nahezu sämtliche Arten von Lieferaufträgen vermittelt werden könnten. „Die Lieferung von Fastfood, Möbeln, in Auktionshäusern ersteigerten Artikeln - die Liste ist fast grenzenlos und wir sind gespannt, welche ausgefallenen Lieferaufträge in Zukunft über BidCourier noch abgewickelt werden“, sagt Alexander Borstel.

Dass BidCourier noch ein sehr junger Dienst ist, sieht man an der im Moment eher geringen Auftragslage: So sucht auf der Plattform aktuell zum Beispiel ein Auftraggeber einen Lieferanten für die Lieferung eines Greiferautomaten. Für die 200 Kilometer lange Strecke ist er bereit, 190 Euro zu bezahlen.

MyWays, der Deutsche Post-Dienst, soll in Stockholm gut angelaufen sein. Paketempfänger geben in ihre MyWays-App direkt die Paketverfolgungsnummer und ihr gewünschtes Lieferziel samt Vergütungsangebot ein. Nimmt ein Lieferant den Auftrag über die App an, bekommt er später den Lohn in MyWays-Credits ausgezahlt. Diese sollen laut der Deutschen Post jederzeit in echtes Geld umtauschbar sein.

Ob DHL mit einem ähnlichen Dienst wie MyWays nach Deutschland kommen wird, ist nicht bekannt. Vielleicht dürfte auch ein Blick auf das junge StartUp BidCourier ausreichen, um zu sehen, wie ein solcher Dienst in Deutschland angenommen wird. Der niedersächsische Dienst plant indes nicht nur selbst eine App, auch eine API wird gerade entwickelt: „Mit dieser API-Schnittstelle können Shopbetreiber BidCourier-Funktionen direkt auf ihrer Webseite implementieren und ihre Kunden die Lieferungen der Waren direkt auf der Plattform veröffentlichen“, erklärt Geschäftsführer Alexander Borstel.

Geschrieben von Giuseppe Paletta
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