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Das Urgestein der Erotik-Branche ist pleite: Die Beate Uhse AG hat Insolvenz beantragt und will sich nun in Eigenregie sanieren.
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Urgestein der Erotik-Branche: Beate Uhse stellt Insolvenzantrag
| Kategorie: Allgemein

Amazon hat seinen Lebensmittel-Dienst Amazon Fresh in Deutschland gestartet und die Branche reagiert äußert nervös. Lidl zieht nun alle Register und droht sogar den eigenen Zulieferern, um den neuen Konkurrenten zu stoppen.

Lidl-Schild vor blauem Himmel

© Creative Lab / Shutterstock.com

Der prognostizierte Konflikt im Lebensmittelhandel ist da: Nachdem Amazon seinen Lebensmittel-Dienst Amazon Fresh in Teilen Berlins und Potsdam gestartet hat, reagiert der Discounter Lidl mit einer überraschend harten Drohung. Wer mit Amazon Fresh kooperiere, müsse mit Sanktionen rechnen, verkündete das Unternehmen der Süddeutschen Zeitung zufolge gegenüber Managern von Markenherstellern. Lidl soll um seine Preisführerschaft fürchten – Amazon Fresh scheint den Discounter also in Sachen Preis deutlich unter Druck zu setzen.

Die Sanktionen, die Lidl dabei gegenüber den Managern angedroht haben soll, wirken überaus verzweifelt: Man erwäge sogar, „Teilauslistungen“, also das Aussortieren von Artikeln aus dem eigenen Sortiment, vorzunehmen, sollten die Hersteller Amazon Fresh weiterhin beliefern. Lidl scheint auf seine (noch) stärkere Position zu setzen und will so offenbar den Druck auf die Hersteller erhöhen. Amazon Fresh soll quasi direkt das Wasser abgegraben werden – wer keine Produkte bekommt, kann schließlich auch nichts verkaufen.

Lidls Drohung wirkt verzweifelt

Die Süddeutsche Zeitung wertet das als „bislang deutlichstes Zeichen“ dafür, wie nervös die deutschen Lebensmittelkonzerne auf Amazon Fresh reagieren. Bereits im Vorfeld des Starts wurde der neue Dienst mit großem Argwohn von der Lebensmittelbranche betrachtet, Insolvenzverwalter warnten sogar vor einer Pleitewelle in der Branche, sollte der neue Dienst starten. Dass Lidl so früh harte Schritte gegen Amazon Fresh einleitet, ist zeitlich klug – noch steckt der Dienst in den Startlöchern und hat keine große Marktmacht in Deutschland. Trotzdem wirkt Lidls Drohung verzweifelt.

Lidls Angst um seine Preisführerschaft ist dabei aber nicht ganz unbegründet: Amazon liegt bei den sogenannten Eckartikeln wie Milch, Kaffee oder Schokolade preislich mit dem Discounter gleichauf oder unterbietet ihn teilweise sogar. Die Preise für die Eckartikel prägen bei den Konsumenten das Image eines Händlers – Lidl fürchtet offenbar, dass Amazon Fresh deshalb als günstiger wahrgenommen werden könnte, auch wenn das Unternehmen nur Prime-Kunden mit frischen Lebensmittel beliefert und darüber hinaus noch eine Monatsgebühr von 9,99 Euro und einen Mindestbestellwert von 40 Euro verlangt.

Weniger nervös reagieren unterdessen Lidls Konkurrenten: Edeka und Kaufland (das auch wie Lidl zur Schwarz-Gruppe gehört) geben sich laut Süddeutscher Zeitung zumindest offiziell gelassener. Sie sollen daran zweifeln, dass Amazon Fresh seine harte Preispolitik lange aufrechterhalten kann. Doch die Unternehmen könnten einem Irrtum unterliegen: Amazon ist es gewohnt, einen harten Preiskampf zu fahren und dafür jahrelange Verluste hinzunehmen, um ein Geschäft aufzubauen. Diese Mentalität und Bereitschaft zu großen Investitionen vermisst man in vielen Traditionsunternehmen. Und auch die Lebensmittelbranche scheint Amazon in dieser Hinsicht zu unterschätzen.

Lidl und Amazon Fresh haben sich auf Anfrage von OnlinehändlerNews bisher noch nicht zu den Medienberichten geäußert. 

Geschrieben von Michael Pohlgeers
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