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Der Modehändler Zalando ist bis zum 9. Dezember mit einem PopUp-Store in Berlin präsent, der auf die hauseigene Stilberatung Zalon spezialisiert ist.
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Zalon: Stilberatung von Zalando eröffnet PopUp-Store in Berlin
| Kategorie: Allgemein

Die Praxis zeigt: Die Gestaltung der Preise ist im Online-Handel wesentlich freier als auf stationärer Ebene. Gerade das ist einer der grundlegenden Unterschiede zwischen Online- und Offline-Kanälen. Das Bundeskartellamt scheint die individuelle Preisanpassung in Online-Shops allerdings nicht gut zu heißen.

Preisschild mit Eurozeichen darauf
© Shawn Hempel – shutterstock.com

Preisanpassungen gehören für viele Online-Händler zum Arbeitsalltag. Neben den normalen Schwankungen im Preisgefüge gibt es aber auch Unternehmen, die ganz gezielt Preise anpassen – und zwar je nach Art der Kunden: Wenn sich zum Beispiel ein Nutzer über ein teures Endgerät (wie zum Beispiel ein neues iPhone) in den Shop einklinkt, kann es vorkommen, dass diesem Shopper ein höherer Produktpreis angezeigt wird als einem Nutzer, der via Desktop auf das Sortiment zugreift. Auch der Wohnort des Kunden oder die Konsumgewohnheiten können für Unternehmen Anhaltspunkte sein, um Preise entsprechend zu regulieren.

Rechtlich gesehen ist eine solche individuelle Preisanpassung an die jeweiligen Kunden (bzw. die IP-Adresse der Kunden) legitim. Das heißt jedoch nicht, dass auch alle Institutionen mit dieser Praxis einverstanden sind. Wie Golem mit Verweis auf die WirtschaftsWoche berichtet, hat sich zum Beispiel der Chef des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, nun gegen solche Anpassungen ausgesprochen.

Kritiker sehen in individuellen Online-Preise eine unfaire Praxis

Grundsätzlich werden individuelle Preise nicht nur von Online-Händlern genutzt, sondern zunehmend auch von Hotelketten, Fluggesellschaften oder Buchungsplattformen. Kritisch sieht Mundt laut WirtschaftsWoche folgenden Aspekt: „Wenn ich nicht weiß, was die anderen für ein Produkt bezahlen und die Preise von Person zu Person, von IP-Adresse zu IP-Adresse unterschiedlich sind, haben wir keine oder zumindest ganz andere Vergleichsmöglichkeiten als dies heute der Fall ist.“

Mit dieser Meinung steht Mundt nicht allein. Bereits Anfang 2016 hatte sich beispielsweise der damalige Verbraucherminister Nordrhein-Westfalens, Johannes Remmel (Grüne), zu Wort gemeldet und angekündigt, schärfer gegen die individualisierten Preise im Online-Handel vorgehen zu wollen. Solche Praktiken müssten verhindert werden, „bevor sie sich weiter ausbreiten“, sagte Remmel damals. „Wenn ich als Kunde nur wegen meines Wohnortes oder meiner Konsumgewohnheiten einen anderen Preis bekomme als mein Arbeitskollege, dann ist das schlicht und einfach eine unfaire Preispolitik der Wirtschaft.“

Auch viele Kunden sehen individuelle Preise im Übrigen kritisch: Wie eine Studie des NRW-Verbraucherministeriums damals ergab, wünschen sich knapp 60 Prozent einheitliche Preise.

Geschrieben von Tina Plewinski
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KOMMENTARE  
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Ralf
2017-07-19 16:00 | #4
Das sehe ich genau so wie wersch. Wie nannte man das damals im Volkswirtschaft sunterricht? Klar: räumliche, zeitliche und persönliche Präferenz. Wenn ich online was kaufen will habe ich genug technische Möglichkeiten mir Preise zu vergeleichen. Wenn es so ist, das es Firmen gibt, die Preisunterschie de machen, mit welchem Gerät ich nachschaue, dann kann ich mir ja auch die Preise mit unterschiedlich en Geräten auch vergleichen. Vor 20 Jahren konnte man noch nicht einfach so einen Preis von München aus in Hamburg vergleichen. Und bei Aldi steht ja auch nicht am Preisschild eines Produktes, was das Produkt bei Netto oder Rewe kostet. Also was solls.
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Rath
2017-07-17 11:11 | #3
Theoretisch würde der Einheitspreis zwischen dem "Android" und dem "Iphone"-Preis liegen. Eigentlich ist es gut, wenn besser verdienende auch mehr bezahlen und dafür die weniger verdienenden weniger. Da die Marge im Onlinehandel nicht sonderlich hoch ist, werden die weniger verdienenden sich dann noch weniger leisten können. Das klingt wieder ein wenig so, als ob die Politker/Minist ur nur an sich denken, die verdienen ja genug...
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Wolfgang Köbke
2017-07-17 08:18 | #2
Preise müssen für alle Bevölkerungssch ichten gleich sein.
Es kann und darf nicht sein, das die Preise entsprechend Wohnort, sozialer Schicht,
Hautfarbe und ggf auch noch nach Relligion gemacht werden. Ein ganz anderes Thema ist, ob die Preise mehrfach am Tag wie leider bei Tankstellen ( 4 bis 5 mal am Tag bei uns in Hamburg) wechseln. Ob man zeitliche Abstände zwischen den Preisveränderun gen einführt, kann man ja mal diskutieren.
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wersch
2017-07-17 06:25 | #1
Das ist ein völlig dummer Artikel. Individuelle Preise sind das normalste der Welt. Es sit "freie Marktwirtschaft " wenn jeder Händler seinen Preis selbst bestimmen kann. So ist es schon seit hundertten von Jahren, so haben die "Tante Emma-Läden" immer gewirtschaftet. Wenn diese weichgespülten Kritiker unbedingt die sozialistische Planwirtschaft mit Einheitspreisen haben wollen sollten sie einen Ortswechsel in Betracht ziehen
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