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Tengelmann: Unternehmensgruppe stellt halbe Million für E-Commerce-Lehrstuhl bereit
| Kategorie: Allgemein

Google schwächt immer wieder Unternehmen mithilfe seines Suchalgorithmus. Manchmal greift das US-Unternehmen dafür auch manuell ein. Doch was, wenn das abgeschwächte Unternehmen wie im Fall von Expedia ein direkter Konkurrent von Google ist?

Google schwächt den Konkurrenten Expedia ab.

Das Online-Reiseportal Expedia wurde von Google abgestraft. Statt wie bisher bei der Google-Suche auf der ersten Seite der Suchergebnisse zu landen, findet sich jetzt Expedia erst viel weiter hinten. Ein Umstand, der sich für Expedia negativ auf die Geschäftsbilanz auswirken wird. Es ist nicht das erste Mal, dass Google ein Unternehmen in den Suchergebnissen abwertet. Besonders kritisch ist es aber, wenn Google Firmen aus dem E-Commerce schwächt. Denn Google drängt selbst verstärkt mit eigenen Produkten in den E-Commerce und hätte theoretisch die Macht, Konkurrenten mithilfe seiner Suchmaschine zum eigenen Vorteil abzuschwächen.

Reichweite von Expedia um 25 Prozent abgeschwächt

Das Reiseportal Expedia soll laut Suchmaschinen-Experten, bei Suchwörtern zum Thema Mietwagen, Hotels oder Flüge in Googles Suchergebnissen um durchschnittlich 16 Positionen nach hinten gerutscht sein. Insgesamt sei das Ranking von Expedia laut einer Analyse der Firma Searchmetrics um 25 Prozent abgefallen. Für ein Unternehmen, dass vom Internet lebt, ein herber Rückschlag. Auch wenn Googles Suchmaschine in den USA nicht alleine den Markt beherrscht, wie es in Deutschland mit einem Marktanteil von über neunzig Prozent der Fall ist, findet doch ein Großteil der Expedia-Kunden seinen Weg über Google.

Da sich sowohl Google als auch Expedia selbst offiziell nicht zu den Gründen für die Herabstufung geäußert haben, gibt es zum Grund nur Mutmaßungen. Auf der einen Seite finden sich SEO-Experten, wie das Unternehmen Searchmetrics aus Deutschland, die glauben, Expedia sei für sein zu aggressives SEO-Marketing von Google abgestraft worden. Ähnlich wie es Google mit Unternehmen wie Overstock.com oder Rap Genius getan haben soll. „Ich weiß nicht, ob es sich um einen manuelle oder um eine automatisierte Herabstufung handelt“, sagte Searchmetrics-Geschäftsführer Marcus Tober gegenüber dem Wall Street Journal. Aber es sehe im Fall von Expedia sehr nach einer Bestrafung aus. Dafür würde sprechen, dass Expedia in der Vergangenheit öfter durch ungeschicktes SEO-Marketing aufgefallen sein soll: Expedia soll dem Google-Algorithmus Bedeutung vorgetäuscht haben. So soll das Unternehmen Umsonst-Hintergründe für Reiseblogs entwickelt haben, in denen mit weißer Schrift vor weißem Hintergrund versteckte Links zu dem eigenen Portal eingebaut waren.

Googles Flight Search macht Expedia Konkurrenz

Ein Google-Sprecher sagte gegenüber dem Wall Street Journal, dass Google seinen Algorithmus ständig verbessere, um Spam aus den Suchergebnissen zu filtern. Manchmal würde Google aber zusätzlich auch manuell eingreifen, wenn ein Unternehmen die Google-Richtlinien verletzen würde.

Doch wer kontrolliert eigentlich Google? Der Google-Algorithmus ist streng geheim und Google legt in Fällen der Abstrafung wie jetzt bei Expedia nicht einmal die Begründung offen. Das führt dazu, dass selbst erfahrene Suchmaschinen-Experten gezwungen sind, Mutmaßungen aufzustellen. Noch problematischer als die mangelnde Transparenz von Google aber ist dessen wachsendes Interesse für die E-Commerce-Branche.

Böse Zungen warnen nämlich davor, Google könnte unliebsame Konkurrenten aus wirtschaftlichen Gründen insgeheim schwächen und seine Suchmaschinen-Richtlinien nur als Vorwand nehmen. Schaut man sich den aktuellen Fall an, dann fällt auf, dass Google mit seinem eigenen Produkt Flight Search in direkter Konkurrenz zu Expedia steht. Auch Flight Search soll Online-Kunden dabei helfen, Flugverbindungen zu suchen und miteinander zu vergleichen. Hinzu kommt, dass Expedia 1995 als ein Teil von Microsoft gegründet worden war. Microsoft wiederum ist nicht nur wegen der Suchmaschine Bing ein ausgesprochener Google-Konkurrent.

Und erinnern wir uns noch einmal an die Worte, die Google-Chef Larry Page Anfang 2013 über Googles Pläne im E-Commerce sagte: „Es wäre großartig ein System zu haben, dass einem regelrecht die gesamte Urlaubsplanung abnimmt. Es wüsste, was dir besonders gut gefällt, es würde das Wetter kennen, die Preise von Flugtickets und Hotels und all diese Dinge miteinander kombinieren.“

Ein solches Portal gibt es schon länger und nennt sich Expedia.

Geschrieben von Giuseppe Paletta
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