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| Kategorie: Allgemein

Amazon hat seine iOS-App um ein Feature erweitert: Nun kann per Kamera ein Produkt direkt erkannt und – falls verfügbar – direkt bestellt werden. Der Barcode muss mit dem neuen Feature nicht gescannt werden. Wir haben das neue Feature einmal genauer getestet – mit interessanten Ergebnissen.

Flow im Test

Für den stationären Handel dürfte das neue Feature namens Flow eine ernst zu nehmende Bedrohung werden: Flow erkennt per Kamera des iPhones ein Produkt anhand seiner Form, Größe, Farbe, Aufschrift und Gesamtbild und überprüft, ob dieses bei Amazon verfügbar ist. Wenn ja, kann der Nutzer es direkt dort kaufen. Damit wird das Scannen des Barcodes oder das Fotografieren des Artikels, wie es bisher von ähnlichen App-Features durchgeführt wird, überflüssig. Vorerst ist die App nur für Amazon.com verfügbar, wir haben uns die Möglichkeiten von Flow aber schon mal genauer angesehen.

Bereits auf den ersten Blick ließ sich erkennen, dass Flow durchaus gut funktioniert – gesetz dem Fall, dass das Produkt auch im amerikanischen Amazon-Store verfügbar ist. Das Glas Nutella hat Flow sofort erkannt und uns auch direkt angezeigt. Auch einige DVDs und CDs erkannte die App problemlos und schnell. Andere Produkte konnte das Feature nicht identifizieren und bot auch keine alternativen Produkte an. Die Funktion, ein Produkt direkt zu scannen und erkennen, funktioniert also grundsätzlich.

Flow erkennt auch Produktfotos

Screenshot: Flow im TestAber wie sieht es mit Produktfotos aus? Flow vergleicht das gescannte Produkt mit dem Produktfoto auf Amazon. Fotos müssten also umso besser funktionieren. Wenig überraschend sollte es sein, dass Flow die Produkte auf Amazon.com direkt richtig erkennt. Immerhin wird hier das gescannte Produkt quasi mit dem gescannten Produkt eins zu eins abgeglichen. Wenn das nicht einwandfrei funktionieren würde, hätte die App ihre Aufgabe absolut verfehlt. Als Nächstes testeten wir aber, ob man auch Produkte auf anderen Websites erfolgreich scannen könnte. In einem Online-Shop für Musikerbedarf ließen wir Flow auf einige Gitarren blicken. Die App erkannte zwar ein Produkt, allerdings war die erkannte Gitarre bei Amazon immer von einer anderen Marke. Man muss allerdings dazu sagen, dass sich die Gitarrenmodelle natürlich sehr ähnlich sehen – und das Modell hat Flow erfolgreich erkannt, halt nur die Marke nicht zuordnen können. Bei anderen Produkten, wie CDs und DVDs funktionierte das Scannen in einem anderen Online-Shop aber wie gewohnt.

Amazon will mit Flow den Markt völlig beherrschen

Generell war Flow beim Erkennen der Produkte schnell – für gewöhnlich dauerte es nur eine Sekunde, bis Flow den Artikel auf Amazon.com gefunden hatte. Auch in einem Test von WIRED hat sich die App als schnell und zuverlässig herausgestellt. Und die Geschwindigkeit sei besonders wichtig, denn eine langsame Erkennung würde Nutzer davon abhalten, die App zu verwenden. Flow dürfte andere Händler aber ein Dorn im Auge sein: Die App unterstützt das sogenannte Showrooming, bei dem Kunden im stationären Handel nach Produkten suchen und sie dann online günstiger erwerben wollen. Schließlich funktioniert Flow schnell und verweist direkt auf Amazon – der Kunde muss nicht einmal den Artikel in die Hand nehmen, um den Barcode zu scannen. Aber auch Online-Händler dürften sich nicht freuen: Zwar hat die App bei komplexen Artikel wie E-Gitarren nicht ganz genau gearbeitet – aber DVDs und CDs wurden problemlos erkannt und direkt bei Amazon angezeigt. Damit wird der Preisvergleich auch im Online-Handel erleichtert und beschleunigt. Online-Shops könnten somit auch "Showrooms" werden.

Amazons Pläne für Flow sind dabei offensichtlich: Das neue Feature soll helfen, dass Kunden künftig alle Produkte online kaufen – und zwar auf Amazon. „Unser Ziel ist es, dass man die App öffnet und alles in der Welt erkennen kann“, so Sam Hall, Amazon Vice President of Mobile gegenüber WIRED. „Noch haben wir das nicht erreicht, aber um dahin zu kommen werden wir kontinuierlich an der App arbeiten und sie verbessern.“ Damit würde das Unternehmen seine Machtposition noch weiter ausbauen und einen noch größeren Preisdruck auf die Händler – sowohl offline als auch online – ausüben.

Geschrieben von Michael Pohlgeers
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