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Eine Studie von Klarna zeigt, dass Großereignisse wie die Fußball-WM in Russland nicht gerade die Shopping-Aktivitäten der Verbraucher anregen.
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Klarna-Studie: Auswirkungen der Fußball-WM auf die Konsumfreude der Verbraucher
| Kategorie: Studien

Das Kölner Marktforschungsinstitut YouGov hat Online-Käufer zu Veränderungen in ihrem Kaufverhalten befragt und herausgefunden, dass der Einfluss der Amazon-Reportage bereits zum Ostergeschäft spürbar war.

Amazon Lager

So gaben 8 % der Befragten an, dass sie in diesem Jahr ihre Ostergeschenke bewusst nicht mehr bei Amazon gekauft haben. Insgesamt will fast jeder Fünfte sein Kaufverhalten aufgrund der Medienberichte ändern. Während 12 % von ihnen komplett auf den Einkauf bei dem E-Commerce-Riesen verzichten will, wollen 7 % ihr Online-Shopping insgesamt reduzieren und häufiger in stationären Geschäften einkaufen.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte das auch zahlreiche kleine Online-Händler ernsthaft bedrohen. Eine massenhafte und dauerhafte Abwanderung von Online-Shoppern in den stationären Handel eher nicht zu erwarten. Doch Verkäufer, die den Marketplace als Absatzkanal nutzen, trifft die Amazon-Verweigerung beinahe ebenso hart wie den Plattform-Betreiber, da die wenigsten Kunden aktiv zwischen dem Marketplace und Amazon selbst unterscheiden.

Allerdings könnten die Image-Probleme auch Positives für kleine Händler bewirken, denn laut der Studie haben bisher 12 % der Teilnehmer bewusst andere Shops und Plattformen genutzt, anstatt bei Amazon einzukaufen. Zwar waren auch hierbei vor allem zwei der ganz Großen, nämlich eBay und Otto, die Gewinner, doch auch kleine Unternehmer könnten von den Entwicklungen profitieren, statt dadurch selbst Verluste zu erleiden. In diesem Zusammenhang ist möglicherweise ein Wechsel der Verkaufsplattform oder die Konzentration auf einen eigenen Shop sinnvoll.

Der Image-Verlust ist enorm: Laut dem YouGov Markenmonitor BrandIndex hat Amazon von durchschnittlich rund 87 BrandIndex-Punkten seit Mitte Februar 45 Imagepunkte eingebüßt. YouGov urteilt, dass das Image von Amazon damit so stark eingebrochen ist, wie es selten bei einer so beliebten Marke passiert.

Grafik zum Image-Verlust von Amazon

„Die deutschen Online-Käufer reagieren deutlich auf die Diskussionen um Amazon. Eine schnelle Erholung der Imagewerte ist dabei nicht zu erwarten. Man hat über Amazon negative Dinge in den Medien gehört und gelesen, die die Kunden so schnell nicht vergessen werden und das Prinzip Amazon für viele grundsätzlich infrage stellt,“ sagt Holger Geißler, Vorstand bei YouGov. „Ein Arbeitskampf bei Amazon dürfte das Problem sicherlich noch verschärfen. Entscheidend wird sein, wie die Krisenkommunikation von Amazon sein wird und wie nachhaltig das Unternehmen einlenkt.“

Ob es sich hierbei tatsächlich um langfristige Entwicklungen handelt oder ob der E-Commerce-Riese die Flucht seiner Kunden bremsen und größere Umsatzverluste abwenden kann, wird sich tatsächlich erst noch zeigen müssen. Kleine Händler sollten das Kundenverhalten und das Image von Amazon in jedem Fall im Auge behalten, um rechtzeitig reagieren zu können. Auch wir werden das Thema weiter verfolgen und Sie über Neuigkeiten informieren.

Zur Studie

Vom Marktforschungsinstitut YouGov wurden für die Studie „Image-Absturz im Online-Handel - Wie verändert sich das Kaufverhalten?“ rund 1.000 deutsche Online-Käufer befragt. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

 

 

 

Geschrieben von Ariane Nölte
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