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Studie: Performance-Kennzahlen des digitalen Fashion-Handels
| Kategorie: Studien

Welche Zahlungsmethoden soll ich anbieten? Diese Frage ist für Online-Händler gar nicht so leicht zu beantworten. Wichtig ist, dass das Angebot der Zahlungsverfahren den Wünschen der Konsumenten entspricht. Doch wie sehen diese aus? Die 20. Ausgabe der ECC-Payment-Studie hat dies analysiert. Ein Ergebnis: Die Bedeutung der Rechnung als Top-1-Zahlungsverfahren der Konsumenten nimmt ab.

Grafik Payment

(Bildquelle Payment-Mix: Bakhtiar Zein via Shutterstock)

Die Auswahl der Payment-Varianten kann für einen Online-Händler entscheidend sein. Oft wird geraten, das anzubieten, was Kunden wollen. Laut der ECC-Köln Payment-Studie (Ausgabe 20) verfügen Konsumenten mittlerweile über eine breite Kenntnis bezüglich Zahlungsverfahren. So kennen nahezu alle Konsumenten die vier großen Verfahren Rechnung, Paypal, Kreditkarte und Vorkasse. Einer Bekanntheit von über 90 Prozent erfreuen sich weiterhin Nachnahme, SOFORT Überweisung, der Finanz-/Ratenkauf, die Barzahlung bei Abholung und das Lastschriftverfahren.

Paypal wird immer beliebter

Damit kennen die Konsumenten ganze neun Payment-Varianten. Doch was ist besonders beliebt? Die Top 5 bei der Kunden-Nachfrage führt seit Jahren der Rechnungskauf an. Fragt man nach den fünf beliebtesten Zahlungsvarianten, wählen knapp 40 Prozent die Rechnung auf den ersten Platz, gefolgt von Paypal mit knapp 31 Prozent. Die Lastschrift ist das Lieblingsverfahren von 11,4 Prozent der Konsumenten und 11,2 Prozent verwenden für die Online-Zahlung am liebsten ihre Kreditkarte.

Payment-Studie ECC Köln - Lieblingszahlungsverfahren Konsumenten
© ECC Köln 2016

Ein besonders erstaunliches Ergebnis der Studie: Rechnungskauf verliert in der Gunst der Online-Shopper. Im Jahr 2014 gab noch jeder zweite befragte Konsument an, dass er Rechnungskauf am liebsten verwenden würde. Ein Jahr später lassen sich nur noch 39,9 Prozent zu der Aussage hinreißen. Die Autoren der „ECC-Payment-Studie Vol. 20 – Der Internetzahlungsverkehr aus Sicht der Händler und Verbraucher“ vermuten, dass die Entwicklung mit der zunehmenden Erfahrung der Konsumenten mit Online-Shopping zusammenhängt. Während der Kauf auf Rechnung an Beliebtheit verliert, haben alle anderen Verfahren leicht zugelegt – allen voran die Kreditkarte, die von rund acht Prozent auf etwa elf Prozent geklettert ist und am Platz der Lastschrift als drittbeliebtestes Verfahren kratzt.

ECC Köln Payment Studie Lieblingszahlungsverfahren Konsumenten Jahresvergleich
© ECC Köln 2016

Kosten sind für Online-Händler entscheidend

Während Konsumenten die Rechnung nach wie vor bevorzugen, bewerten Händler vor allem Paypal (83,8 Prozent), Vorkasse (79,3 Prozent) und Barzahlung bei Abholung (76,2 Prozent) als gut oder sehr gut. Rechnung (abgesichert) als „Liebling der Konsumenten“ landet hingegen mit knapp 46 Prozent auf dem sechsten Platz. Für Online-Händler existieren zur Beurteilung von Zahlungsverfahren drei Basisanforderungen, die für jeweils mehr als 90 Prozent der Händler sehr wichtig oder eher wichtig sind.

  • Zahlungssicherheit – 96,3 Prozent
  • Kundenfreundlichkeit – 93,3 Prozent
  • Kosten/Gebühren – 90,3 Prozent

Aber auch die Schnelligkeit des Zahlungseinganges (86,9 Prozent), die einfache Nutzbarkeit von verschiedenen Endgeräten sowie die Zukunftsfähigkeit/-orientierung des Verfahrens sind entscheidende Kriterien.

Betrachtet man die aus Händlersicht beliebtesten Verfahren (abgesicherte Lastschrift, Kreditkarte, abgesicherte Rechnung und Barzahlung bei Abholung) anhand der fünf wichtigsten Bewertungskriterien, zeigt sich, dass Shop-Anbieter beim Payment vor allem mit den Kosten der Zahlungsverfahren unzufrieden sind. Die Analyse zeigt, dass bei nahezu allen Payment-Methoden die Gebühren deutlich schlechter beurteilt werden als die anderen Faktoren.

ECC Köln Payment Studie Lieblingszahlungsverfahren Shops
© ECC Köln 2016

Paydirekt kann punkten, wenn Kosten gering sind

Neben dem Ist-Zustand hat das ECC Köln auch neue Anbieter auf dem Payment-Markt analysiert. Augenmerk wird hier vor allem auf Paydirekt gelegt. Die Studie zeigt, dass bis dato noch immer 72,4 Prozent der Konsumenten noch gar nichts davon gehört haben. Auf Händler-Seite sind es hingegen nur 37,2 Prozent. Da Paydirekt vor allem Probleme mit der Akquise von Händler hat, wird die Aussage der Studie, dass fast neun von zehn Shop-Betreibern es sich grundsätzlich vorstellen können, Paydirekt in ihren Payment-Mix zu integrieren, das Unternehmen sicherlich freuen.

Allerdings muss Paydirekt dafür einige Voraussetzungen erfüllen. So ließen sich 60,5 Prozent der befragten Händler aufgrund geringerer Kosten im Vergleich zu anderen Zahlungsverfahren dazu animieren, Paydirekt einzubinden. Der zweitwichtigste Grund für die Einführung wäre das Vertrauen in die Banken (51,2 Prozent). Erst an dritter Stelle kommen die Kundenwünsche ins Spiel: Rund die Hälfte der Paydirekt-Interessierten würde die aktive Nachfrage durch ihre Kunden zu der Integration des Verfahrens bewegen.

 

Geschrieben von Julia Ptock
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