Ansprechende Produktfotos per Knopfdruck – das könnte sicher vielen Online-Händler:innen das Leben leichter machen. Während man inzwischen gut formulierte Texte für die eigenen Produkte mithilfe der KI bereits gewohnt ist, lief es zuletzt bei KI-generierten Bildern noch etwas zaghafter. Doch auch hier steht schon die nächste Revolution ins Haus. Die OpenAI-Software ChatGPT hat mit seinem letzten Update in Sachen Bildgenerierung jedenfalls deutlich nachgebessert.
KI-Produktfotos: Einsparungen in sechsstelliger Höhe?
Dass sich dabei einiges getan hat, beweist unter anderem Erik Reintjes, Co-Gründer des Farbhandels Miss Pompadour, eindrücklich in einem LinkedIn-Post, in dem gleich mehrere Varianten von Produktbildern samt Farbdose und Model gezeigt werden, die sich gestalterisch durchaus sehen lassen können. „Allein mit unseren Raumbildern sparen wir aktuell bereits einen 6-Stelligen Betrag pro Jahr in unserer Produktion für den Shop“, sagt Reintjes.
Perfekt funktioniert das zwar noch nicht, es fehlen noch immer Finger oder Beschriftungen werden falsch ausgegeben. Doch schon in einem Jahr könne das bereits ganz anders aussehen, ist sich Unternehmer Reintjes sicher.
So funktioniert die Bilderstellung bei ChatGPT
Wer selbst solch szenische Produktbilder generieren will, kann ChatGPT 4.0 nutzen, dort ein Bild vom Produkt hochladen und anschließend einen Befehl eingeben, etwa in der Art „Erstelle mir ein Bild, auf dem ein junges Model am Schreibtisch dieses T-Shirt trägt“. Der Befehl sollte zusätzlich eingrenzen, wie genau das Produkt in Szene gesetzt werden soll. Zugegeben, es macht direkt Freude, sich mit dem Tool auszuprobieren:
Weitere Eindrücke, wie die ChatGPT-Bildgenerierung zum Beispiel für eigene Artikel aussehen kann, bekommt ihr auch auf unserem Instagram-Channel:
Fehlende Finger sind nicht das größte Problem
Natürlich kann man nicht munter sämtliche Produktbilder, die man auch sonst im Shop hat, in die KI stecken und anschließend wieder im Shop veröffentlichen. Abgesehen von den massiven Ressourcen, die das verschlingen würde, wirft die Nutzung von KI-generierten Bildern für werbliche Zwecke, wie in einem Online-Shop, verschiedene rechtliche Fragen auf. Das gilt etwa im Hinblick auf Urheberrechte, Markenrechte und Persönlichkeitsrechte. KI-generierte Bilder sind zwar im Grundsatz nicht urheberrechtlich geschützt, dürfen also meist frei genutzt werden.
Die Verwendung von Markenlogos ist jedoch nur zulässig, wenn ein berechtigter Zusammenhang besteht, etwa bei autorisiertem Vertrieb und beispielsweise das Image gewahrt bleibt. Prominente dürfen ebenfalls nicht ohne ihre Zustimmung zu Werbezwecken dargestellt werden, da dies ihr Persönlichkeitsrecht verletzt - ob das Bild KI-generiert ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Streitfälle, etwa wegen der Trainingsdaten von KI, zeigen zudem immer wieder: Die Rechtslage ist dynamisch und verlangt im Zweifel juristische Prüfung.
P. S. Im redaktionellen Kontext ist es möglich, bestimmte Figuren zu nutzen, wenn ein sachlicher Bezug zur Berichterstattung besteht und kein werblicher Zweck verfolgt wird. In der Werbung jedoch nicht. Ein KI-generierter Gandalf sollte also bei Miss Pompadour besser keine Wandfarbe in der Hand halten. Schade.
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