Besorgniserregende Lieferschwierigkeiten: Kunden dürfen nur drei Tomaten kaufen

Veröffentlicht: 22.02.2023
imgAktualisierung: 22.02.2023
Geschrieben von: Corinna Flemming
Lesezeit: ca. 2 Min.
22.02.2023
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ca. 2 Min.
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Leeres Regal Supermarkt
Ink Drop / Shutterstock.com
In Großbritannien bahnt sich eine Lebensmittelkrise an, schon jetzt müssen frisches Obst und Gemüse rationiert werden.


Großbritannien hat mit erheblichen Beschaffungsproblemen bei Obst und Gemüse zu kämpfen, Supermarktregale bleiben teils komplett leer.

Die britischen Supermärkte haben aktuell mit massiven Beschaffungsproblemen zu kämpfen, viele Regale bleiben leer oder können nun mit wenig Produkten befüllt werden. Die Ladenketten Morrisons und Asda mussten deswegen jetzt bereits drastische Maßnahmen ergreifen und die Ausgabe von Obst und Gemüse einschränken. Asda hat angekündigt, den Verkauf von Produkten wie Paprika, Salat und Tomaten auf drei Stück pro Kunde zu begrenzen. Auch bei Salattüten, Brokkoli, Blumenkohl und Himbeeren dürfen nur jeweils drei Stück gekauft werden.

Morrisons wird für Produkte wie Gurken sogar eine Begrenzung auf zwei Stück einführen, wie das Portal logisticsmanager berichtet.

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Ernteausfälle bedingt durch schlechtes Wetter und hoher Energiekosten

Grund der akuten Probleme sind Ernteausfälle in Südeuropa und Nordafrika, unter anderem bedingt durch schlechtes Wetter. Sowohl in Spanien als auch Nordafrika hat es vergangene Woche geschneit und gehagelt, ein großer Teil der Ernte wurde dadurch vernichtet, erklärt James Bailey, Geschäftsführer der Supermarktkette Waitrose, laut dem Independent den aktuellen Mangel an frischem Obst und Gemüse. Zusätzlich habe sich die Situation durch eine geringe Winterproduktion in heimischen und niederländischen Gewächshäusern verschärft. Diese wurde aufgrund der hohen Energiekosten deutlich heruntergefahren.

Dass sich die Lieferschwierigkeiten schnell wieder lösen, davon gehen die Experten aktuell nicht aus. „Es wird erwartet, dass die Unterbrechung einige Wochen andauern wird, aber die Supermärkte sind geschickt im Umgang mit Problemen in der Lieferkette“, wird Andrew Opie, Direktor für Lebensmittel und Nachhaltigkeit beim British Retail Consortium (BRC) im Spiegel zitiert. In den Monaten Dezember bis März importiert Großbritannien 95 Prozent seiner Tomaten aus anderen Ländern, man ist also auf deren Produktion angewiesen. 

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Corinna Flemming

Corinna Flemming

Expert/in für: Internationales

Veröffentlicht: 22.02.2023
img Letzte Aktualisierung: 22.02.2023
Lesezeit: ca. 2 Min.
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KOMMENTARE
1 Kommentare
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Burmeister Steffen
27.02.2023

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"Grund der akuten Probleme sind Ernteausfälle in Südeuropa und Nordafrika, unter anderem bedingt durch schlechtes Wetter" - das ist die Argumentation der britischen Regierung und der Verbände. Tatsächlich ist es aber Unsinn, denn dieser Grund würde ja nicht nur so umfassende Wirkung auf UK, sondern auf ganz Europa haben. Es sind Auswirkungen des Brexit, von denen UK betroffen ist. Das sollte man auch beim Namen nennen.
Zitat aus dem Handelsblatt: „Wir sind zu dieser Jahreszeit in einzigartiger Weise von Importen abhängig. Es gibt eine echte Knappheit, aber wir haben uns dieses Problem selbst zuzuschreiben“, sagte Justin King, der frühere Vorstandsvorsit zende der Supermarktkette Sainsbury‘s, der Tageszeitung „The Guardian“. Die Landwirtschaft sei durch den Brexit erheblich gestört worden.