Tempolimit könnte Deutschland knapp eine Milliarde Euro jährlich bringen

Veröffentlicht: 24.04.2023
imgAktualisierung: 24.04.2023
Geschrieben von: Corinna Flemming
Lesezeit: ca. 2 Min.
24.04.2023
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Schild 130 km/h
Herr Loeffler / Shutterstock.com
Ein Tempolimit von 130 km/h würde sogenannte Wohlfahrtsgewinne von mindestens 950 Millionen Euro pro Jahr einbringen, so eine neue Studie.


Neben positiven Effekten für das Klima würde ein Tempolimit auch enormen wirtschaftlichen Nutzen mit sich bringen.

Das Thema Tempolimit auf den deutschen Autobahnen kocht in regelmäßigen Abständen immer wieder hoch. Nun zeigt eine neue Studie, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 Kilometern pro Stunde nicht nur dem Klimaschutz zugutekommt, sondern auch einen hohen wirtschaftlichen Effekt hat. Wie eine internationale Forschergruppe ermittelt hat, würde ein Tempolimit sogenannte Wohlfahrtsgewinne von mindestens 950 Millionen Euro pro Jahr einbringen.

„Wir werden als Gesellschaft Kosten vermeiden können, die aufgrund eines gebremsten Klimawandels einfach nicht entstehen werden“, erklärt Stefan Gössling, Mobilitätsforscher an der Linnaeus Universität in Kalmar, Schweden, und Mitautor der Studie, bei der Tagesschau.

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Geschwindigkeitsbegrenzung wäre ein „volkswirtschaftlich sinnvolles Vorgehen“

Konkret benennen die Studienautoren Einsparungen beim Kraftstoff sowie der Infrastruktur, weniger Unfälle sowie geringere Lieferketten-Kosten, aber natürlich auch der Klimaschutzeffekt und die damit verbundenen Einsparungen fließen in die Berechnungen mit ein. Der Zeitverlust, den deutsche Autofahrer durch ein Tempolimit hinnehmen müssten, würde sich außerdem durch den gesparten Treibstoff und die geringeren Unfallkosten wieder ausgleichen. 

Die Ersparnis von Kraftstoff würde sich laut Udo Becker, Experte am Institut für Verkehrsplanung und Straßenverkehr der TU Dresden, auf rund 766 Millionen Euro pro Jahr belaufen. „Um die Klimaprobleme ebenso wie die Flächenverbrauchs-, Abgas- und Lärmprobleme des Verkehrs zu reduzieren, ist ein Tempolimit auf Bundesautobahnen damit ein volkswirtschaftlich sinnvolles Vorgehen“, so der Experte.

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Corinna Flemming

Corinna Flemming

Expert/in für: Internationales

Veröffentlicht: 24.04.2023
img Letzte Aktualisierung: 24.04.2023
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KOMMENTARE
10 Kommentare
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Waldemar Marks
06.05.2023

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Die "Einsparungen" bei den Kratfstoffkoste n gehen zu lasten der produktiven Zeit. Mag sein dass, ein Haushalt 24€/Monat einspart, jedoch können die Menschen dafür mehrerer Stunden im Monat kein Geld in der Zeit erwirtschaften. Das steht in keinem Verhältnis.
Ronny
03.05.2023

Antworten

Durch die Ersparnis von Kraftstoff haben wir 766 Millionen Euro Einsparung pro Jahr (angenommen diese Zahl gilt für Deutschland) ... bei derzeit 59,0 Millionen in Deutschland zugelassenen Kraftfahrzeugen .
Dann spart man bei zwei Fahrzeugen in einem Haushalt knapp 24 € Spritkosten! In einem Jahr!
Da freut sich die Umwelt...
Ulf
25.04.2023

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Die Mindereinnahmen im Bereich Mineralölsteuer kann sich der Staat doch gar nicht leisten.
Ich habe mal die Steuereinahmen in der Zeit, wo der Liter Diesel 1 EUR kostete und die heute verglichen. Da wird jedem klar, wer an hohen Spritpreisen am meisten interessiert ist.
Ohne
25.04.2023

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Traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast. Dieser Spruch ist aktueller den je! Gerade bei dem Thema Klima werden Sachen zusammengerechn et, Katastrophe. Noch vor einem Jahr wurde von anderen Studien belegt dass ein Tempolimit auch etliche Millionen Einbußen für die Wirtschaft etc. hätte. Also man kann immer für die eine oder andere Seite was zusammen rechnen. Wenn man die ganze Statistik nicht kennt, also welche Zahlen dafür herangezogen wurden, ist das alles Blödsinn. Ich verstehe ohnehin dieses Tempolimit Gelaber nicht. Wenn alle mit Elektroautos fahren ist es dann wieder ok? Strom gibts ja bei den Rechnungen immer umsonst, und Klimaneutral (wir verstehen uns)
Wir glauben doch so ein fortschrittlich es Land zu sein. Warum dann nicht einfach alle Autobahn Schilder digitalisieren. Ist viel los wird die Geschwindigkeit einfach auf der Strecke angepasst. Ist z.B. Nachts nichts los ist frei. Was viele eh nicht wissen, viele Abschnitte sind ohnehin schon Geschwindigkeit sbeschränkt (100, 120, 130), so dass nur noch ein Teil "frei" ist. Ich finde das Rasen schlimm. Über 200 muss halt nicht sein, die wird es aber auch bei einer Beschränkung geben.
Michael
25.04.2023

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Ich kann mich Fabio absolut anschließen. Wer hat sich so einen Unsinn wieder ausgedacht? Ja, möglicherweise werden Abgase reduziert. Aber wäre es nicht sinnvoller, an anderer Stelle Abgase zu reduzieren? Dafür gibt es Tausende andere Ansatzpunkte, die deutlich umweltschonende r wären und sich sogar noch kostensparend auf die Bevölkerung auswirken würden. Ich stelle mich gerne als Experte zur Verfügung.
Stefan
25.04.2023

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Ich verstehe eh die ganze Aufregung nicht.
Meist ist mehr als 130 km/h eh nicht drin.
Dann könnte man auch dies festschreiben und die Vorteile nutzen.
Die, die sich aufregen sind meist nicht frei genug und möchten das im Verkehr ausleben.
Jeden das seine, aber dann wundern die sich, das sich andere festkleben... das wiederum finde ich auch nicht gut, aber verwundern tut mich das nicht.
Radikale möchten das man sich nach Minderheiten also Ihnen richtet und sind meist sehr laut, aber in einer funktionieren Demokratie richtet man sich nach der Mehrheit und wenn diese irgendwann besagt, das ein Tempo Limit eine Mehrheit erhält dann ist das so.
Stammtischargumenten wie "...man möge an der Tankstellen Pächter denken" finde ich nicht Zielführend, da auch Katastrophen immer das Bruttoinlandspr odukt steigern, das tun Kriege genau so wie Naturkatastroph en... ich hoffe mir nimmt man meine Ansicht nicht übel, aber in Deutschland darf man offen seine Meinung sagen und das ist gut so.
Franky
25.04.2023

Antworten

Demnächst haben wir Experten, die die Abschaffung des Autos für sinnvoll halten, weil dann die Wirtschaft und der Absatz für Pferdekarren enorm gesteigert werden kann.
Den Sprit könnt man in die Ukraine für den Krieg spenden und aus den Alt-Autos wertvolle Rohstoffe zurückgewinnen.
Die Arbeitslosen der Automobilbranch e und der Zulieferindustr ie könnten wir sinnvollerweise als Politessen für falsch abgestellte Pferdekarren einsetzen oder/und um die Pferdeäpfel einzusammeln und den Pferdebesitzern mit gesalzenen Strafen in Rechnung zu stellen.
Gleichzeitig sparen wir uns Urlaubsreisen ins Ausland, denn da kommt man ja nie an.
Also, ich als Experte würde es so sehen.
Tom
25.04.2023

Antworten

Ich halte diese Expertise auch für absoluten falsch. "Auf Abschnitten ohne Geschwindigkeit sbeschränkung gab es 2021 nicht mehr Unfälle pro Kilometer als auf Strecken mit Tempolimits von 120 oder 130 km/h. Wobei zu bedenken ist, dass Tempolimits in erster Linie auf viel befahrenen Strecken angeordnet werden." (Quelle: ADAC)
Jens
25.04.2023

Antworten

Man sollte diesen Gedanken weiterdenken, denn wenn man dieser Argumentation folgt, hat jedweder Flugverkehr (insbesondere Urlabsflüge) keine Berechtigung mehr. Schließlich kann man auch etwas länger auf die Waren aus Fernost warten. Oder doch auch gleich den Schiffsverkehr mit verbieten.
Da machen Studien zum Liebesleben der Termiten weit mehr Sinn.
uni24
25.04.2023

Antworten

Studien oder Meinungen sind immer positiv für den Auftraggebenden erstellt. Das ist im Kleinen und Großen so. Wenn Grüne eine Studie machen lassen, werden diese nie das Gegenteil als Ergebnis, als das was der Auftraggeber der Studie sehen will. Umgekehrt ist es genauso. Letztes Jahr kam eine Studie zum Thema Tempolimit raus, dass ein Tempolimit der Wirtschaft 1 MRD. Euro kosten würde. Auftraggeber war glaube ich CSU bin mir nicht sicher, aber keine Grünen. Daher gebe ich solchen Studien nix. Bei uns am Ort ging es um einen Steinbruch. Ein Gutachter von der Steinbruchgesel lschaft sagte, keine negativen Einflüsse für den Ort voraus, eine anderer Gutachter von der Gegenseite, dagegen schlimme Auswirkungen. Gutachter oder Studiendurchfüh rer wollen ja vom Auftraggeber bezahlt werden und eventuell in Zukunft noch mal den Auftraggeber als zahlenden Kunden begrüßen dürfen. Finde das gefährlich, da so wirkliche Gefahren oder Nachteile keine Bedeutung mehr haben, Opfer ist der Bürger.