Retouren: So viele Sendungen gehen zurück

Veröffentlicht: 21.02.2023
imgAktualisierung: 21.02.2023
Geschrieben von: Hanna Hillnhütter
Lesezeit: ca. 2 Min.
21.02.2023
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Gestapelte Pakete
© topae / Shutterstock.com
Jede zehnte Bestellung geht zurück. Das ergab eine Bitkom Umfrage unter über 1000 deutschen Internet-Nutzern.


Jede zehnte Bestellung im Online-Handel zurückgeschickt, wie jetzt eine repräsentative Umfrage des Digitalverbandes Bitkom ergab, über die der Spiegel berichtete. Der häufigste Grund für die Retoure ist, dass die Ware nicht gefällt oder das Produkt fehlerhaft ist.

Für die repräsentative Umfrage hat Bitkom Research 1.123 Internetnutzer ab 16 Jahren in Deutschland online befragt.

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Rücksendung bei Bestellung mit eingeplant

Das Zurücksenden wird von vielen Konsumentinnen und Komsumenten allerdings direkt mit einkalkuliert: So gaben 37 Prozent derjenigen, die schon Ware zurückschickten, an, bereits einmal absichtlich mehr bestellt zu haben als notwendig – etwa bei Kleidung, um verschiedene Größen anzuprobieren. 

Die Umfrage ergab auch, dass Frauen im Durchschnitt einen größeren Anteil der Bestellung zurückschicken als Männer. Während es bei Frauen rund 12 Prozent sind, sind es bei Männern lediglich 8 Prozent der Bestellungen. Jüngere Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren schicken mit 13 Prozent deutlich mehr zurück als Personen über 60 Jahren, hier liegt der Anteil lediglich bei 7 Prozent. 

Rund ein Viertel der Befragten (26 Prozent) gab an, noch nie etwas zurückgesendet zu haben. 

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Retouren schaden der Umwelt

„Im Sinne der Nachhaltigkeit müssen wir Retouren so weit wie möglich vermeiden“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Dabei können etwa digitale Lösungen wie virtuelle Anproben, datenbasierte Größenberatung und Rundumansichten der Produkte helfen. Das würde für eine höhere Kundenzufriedenheit, weniger Kosten bei Verkäufern und weniger Ressourcenverbrauch in der Logistik sorgen. 

Viele Händler spielen schon länger mit der Idee, für Retouren Geld zu verlangen. So sollen Kunden davon abgehalten werden, sich eine große Auswahl an Produkten nach Hause schicken zu lassen. Durchgesetzt hat sich das bisher allerdings nicht.

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Hanna Hillnhütter

Hanna Hillnhütter

Expert/in für: Verbraucherschutz- und Strafrecht

Veröffentlicht: 21.02.2023
img Letzte Aktualisierung: 21.02.2023
Lesezeit: ca. 2 Min.
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KOMMENTARE
2 Kommentare
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Wolfgang Graßhoff
21.02.2023

Antworten

Ich habe häufig den Fall, dass sowohl bei mir als auch bei anderen Händlern bestellt wird. Der Kunde nimmt dann ein Produkt in Empfang und storniert bei allen anderen.
Ist es dann zulässig Stornogebühren einzuführen?


_________
Antwort der Redaktion:

Hallo Herr Graßhoff,

das "Problem" mit einer solchen Kostenerhebung dürfte in der Regel das gesetzlich vorgeschriebene Widerrufsrecht sein, welches für die meisten Online-Bestellu ngen gilt. Demnach dürfen lediglich die Rücksendekosten dem Verbraucher auferlegt werden, wenn der Widerruf geltend gemacht wird.

Alles Gute und viele Grüße

die Redaktion
Paul M.
21.02.2023

Antworten

Wenn die Marktführer Amazon und Otto ihre Händler dazu zwingen kostenlose Retourenlabel den Kunden zur Verfügung zu stellen, wird es sich nicht durchsetzen, dass für Retouren Geld verlangt wird.
Ebenso wenig werden die Kunden sensibilisiert mit Rückgaben umzugehen.