Razzia in Paketbranche – Dutzende Strafverfahren eingeleitet

Veröffentlicht: 11.10.2023
imgAktualisierung: 11.10.2023
Geschrieben von: Tina Plewinski
Lesezeit: ca. 4 Min.
11.10.2023
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ca. 4 Min.
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Beamte im Einsatz
© Pradeep Thomas Thundiyil / Shutterstock.com
In der Paketbranche hat der Zoll am Wochenbeginn eine groß angelegte Razzia durchgeführt. AboutYou schreibt Verluste und Diebe gehen anders vor.


Gut informiert in den Tag – heute mit diesen Branchennews:

In der Paketbranche gab es eine Großrazzia
Der Modehändler About You rutscht zurück in die Verlustzone
Es gibt Hinweise auf ein verändertes Diebstahlverhalten in der Bundesrepublik

 

Um gegen Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und Mindestlohnverstöße in der Paketbranche vorzugehen, hat der Zoll zum Beginn der Woche eine groß angelegte Razzia in der Paketbranche durchgeführt. Unabhängig von etwaigen Verdachtsmomenten wurden verschiedene Kurier-, Express- und Paketdienste kontrolliert. 

Mehr als 3.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls seien im Rahmen der Aktion auf dem gesamten Bundesgebiet im Einsatz gewesen, heißt es in einer dpa-Meldung bei der FAZ. Neben der Prüfung von 280 Geschäftsunterlagen seien auch circa 9.600 Personen einer Befragung rund um ihr Beschäftigungsverhältnis unterzogen worden.

Dabei war die Aktion offenbar erfolgreich: „In 60 Fällen seien noch vor Ort Strafverfahren etwa wegen unerlaubten Aufenthalts oder wegen Vorenthaltens von Sozialversicherungsbeiträgen auf den Weg gebracht worden“, heißt es mit Verweis auf Informationen der Generalzolldirektion. Darüber hinaus habe es insgesamt 95 Verfahren gegeben, die sich um Ordnungswidrigkeiten, wie etwa fehlende Ausweispapiere und Meldeverstöße drehten. In knapp 2.000 Fällen habe es überdies Hinweise gegeben, „die weitere Prüfungen durch die FKS erfordern“.

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About You rutscht wieder ins Minus

Nachdem der Modeanbieter About You im ersten Quartal noch mit einem operativen Gewinn überrascht hatte, ist er im zweiten Quartal erneut in die Verlustzone gerutscht. Einen positiven Trend verzeichneten die Umsätze, die um 2,1 Prozent auf 439,6 Millionen Euro nach oben kletterten. Allerdings sackte das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 4,2 Millionen Euro auf -12,9 Millionen Euro ab.

Zufrieden zeigte sich Co-Chef Tarek Müller mit Blick auf die effizientere Kostenstruktur dennoch: „Nachhaltige Profitabilität ist und bleibt unser Ziel. Die Verbesserung unserer Kostenstrukturen ist sowohl erfreulich als auch erforderlich, um die Gewinnschwelle auf Basis des bereinigten Ebitda im laufenden Geschäftsjahr zu erreichen“, wird er bei FashionNetwork zitiert.

Obwohl das wirtschaftliche Umfeld schwierig und die Verbraucherstimmung eingetrübt ist, habe der Anbieter Kunden- und Bestellzahlen steigern können. „Sobald die Markterholung einsetzt, werden wir die Potenziale unseres Geschäftsmodells konsequent nutzen, um das Umsatzwachstum weiter zu beschleunigen und dauerhaft profitabel zu sein“, so Müller weiter.

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Hinweise auf verändertes Diebstahlverhalten 

In Märkten wie Großbritannien und den USA treibt die hohe Inflation Ladendiebstähle auf Spitzenwerte. Die Rede ist in diesem Zuge von der sogenannten „cost of living crisis“, einer Krise hoher Lebenshaltungskosten. In den vergangenen Monaten hatten einige Unternehmen damit reagiert, selbst Alltagswaren wie abgepackten Käse oder Fleisch mit Sicherheitsmagneten auszustatten, um Diebstähle zu verhindern.

Auch in Deutschland ist die Zahl der Ladendiebstähle zuletzt gestiegen: 2022 stiegen die Bestandsverluste in Läden laut einer Studie aus dem Sommer um deutliche zwölf Prozent. Die Zahl angezeigter Ladendiebstähle kletterte außerdem um 30 Prozent. Laut dem Brancheninstitut EHI sei das Niveau allerdings nicht alarmierend.

„Durch die Kontaktbeschränkungsmaßnahmen während der Corona-Pandemie sei es in den Jahren 2020 und 2021 zu einer Art künstlichen Rückgang bei den Diebstahlzahlen gekommen: Viele Läden hatten gar nicht geöffnet, Diebstähle waren gar nicht möglich“, berichtet das ZDF und verweist auf die Einschätzung des Branchenexperten Frank Horst vom EHI Retail Institute.

Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass das Diebstahlverhalten gewissen Veränderungen unterliegt: So beeinflusse die hohe Inflation hierzulande wohl nicht zwangsläufig die Häufigkeit der Diebstähle, aber die Wahl des Diebesguts. Verstärkt würden demnach Produkte geklaut, die in der Vergangenheit eher seltener im Fokus der Diebe standen, beispielsweise Käse oder Fleischwaren. „Da ist es schon so, dass man davon ausgehen kann, dass das auch etwas mit der Inflation und den Preissteigerungen bei diesen Produkten zu tun hat. Dass also mehr Leute diese Produkte klauen, statt sie zu kaufen“, so Horst weiter.

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Tina Plewinski

Tina Plewinski

Expert/in für: Amazon

Veröffentlicht: 11.10.2023
img Letzte Aktualisierung: 11.10.2023
Lesezeit: ca. 4 Min.
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KOMMENTARE
1 Kommentare
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Varth Dader
11.10.2023

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"Hinweise auf verändertes Diebstahlverhalten"...

"Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen". (Aristoteles)