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Click & Collect als Zukunft des Handels? Multichannel bleibt großes Thema

Veröffentlicht: 22.07.2013 | Autor: Anja Günther | Letzte Aktualisierung: 22.07.2013 | Gelesen: 5592 mal

Die Zukunft des Handels wird über mehrere Verkaufskanäle laufen. Dessen ist sich der Initiator eBay des Projekts "Zukunft des Handels" in Zusammenarbeit mit Experten und mittels Umfragen in der Bevölkerung sicher. In einer aktuellen Umfrage wird das Modell Click & Collect als zukunftsweisendes Modell für die Verbindung von Online- und Offline-Handel vorgestellt, welches laut einer Umfrage auch bei den Endkunden auf große Begeisterung stößt. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass den Kunden eine versandkostenfreie Lieferung wichtiger ist, als eine Lieferung noch am selben Tag der Bestellung.

click & collect, Handel, Online-Handel

Laut der aktuellen Studie zur „Zukunft des Handels“ nutzen bereits 27 Prozent der Verbraucher die Möglichkeit, einen Artikel online zu bestellen und im Anschluss im Ladengeschäft abzuholen. Diese Methode nennt sich Click & Collect und wird bereits von vielen stationären Läden und großen Handelsketten wie Karstadt und C&A angeboten.

Nach Ansicht von 88 Prozent der Verbraucher wird Click & Collect in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Darüber hinaus profitieren die stationären Läden von Click & Collect, da die Kunden bei der Abholung des bestellten Artikels meist gleich auch noch zusätzliche Produkte mit in den Einkaufskorb packen.

Auch eBay arbeitet laut Martin Barthel, Senior Director Buyer Experience & Verticals bei eBay in Deutschland, an der Umsetzung von Click & Collect-Konzepten und setzt dabei auf Partner im stationären Handel. „Unsere Kunden sollen die Möglichkeit haben, Waren auf unserem Marktplatz zu bestellen, diese dann aber direkt im Ladengeschäft abzuholen.“, so Barthel. Er betont, dass Multichannel-Angebote wie Click & Collect zunehmend zu einen Wettbewerbsvorteil für Händler werden. Verbraucher liebten es, über verschiedene Kanäle einzukaufen und diese auch miteinander zu verknüpfen.

Endkunden: Kostenloser Versand wichitiger als schnelle Lieferung

Bei der Umfrage stellte sich auch heraus, dass 69 Prozent der Kunden öfter mobil online shoppen würden, wenn sie dafür keine Versandkosten zu zahlen hätten. Eine Lieferung am selben Tag ist hingegen nur 47 Prozent der Befragten ein wichtiges Argument für den Einkauf über das Netz. Somit bevorzugen Verbraucher eher versandkostenfreie Lieferungen als Lieferungen am selben Tag.

Multichannel bedeutet auch eine Herausforderung für die Logistik. Hier sieht Jens Krüger, Projekt-Experte und Managing Director bei TNS Infratest große Probleme – vor allem auf der letzten Meile der Zustellung. Zu viele Pakete könnten nicht zugestellt werden. Dadurch würden noch zu hohe Kosten und Unbequemlichkeiten für die Kunden entstehen. Click & Collect sowie Packstationen bilden seiner Meinung nach hierbei erste Lösungsansätze, in Zukunft würde es aber noch viel ausgefeiltere Modelle geben. „So ist etwa eine Einflussnahme des Kunden auf Zeitpunkt und Ort der Zustellung über eine Online-Tracking-Tool denkbar, oder auch persönliche Paketboxen direkt am Wohnhaus.“

Click & Collect auf dem Vormarsch

In der Zwischenzeit zeigt der englische Lebensmittelhändler Waitrose, wie click & collect mit Lebensmitteln außerhalb des stationären Ladens funktionieren kann. Kunden, die ihre Waren über waitrose.com bestellen, können diese nun in vollautomatisch temperaturkontrollierten Abholschließfächern „Click & Collect“ abholen. Nachdem die Online-Bestellung getätigt worden ist, erhalten die Kunden via SMS eine PIN, die sie dann an der jeweiligen Station am Schließfach über das Touchpad eingeben. Die Lieferung ist ab einen Bestellwert von £50 (rund 57 Euro) kostenfrei und bei Eingang der Bestellung bis 11:45 Uhr am nächsten Tag abholbereit. Laut waitrose.com hat der Umsatz der Lebensmittelkette dank der Nutzung mehrerer Verkaufskanäle um ein Vielfaches zugenommen.

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