Der frühe Vogel

Angst vor Inflation ist größer als vor Coronafolgen

Veröffentlicht: 30.05.2022 | Geschrieben von: Redaktion | Letzte Aktualisierung: 30.05.2022
Menschen in der Menge

Die wirtschaftliche Situation während der Coronakrise erlebten viele Menschen auch in finanzieller Hinsicht als durchaus angespannt, doch die steigenden Preise sind vor allem für Geringverdiener ein zunehmendes Problem. 

Wie jetzt eine Umfrage der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung unter 6.234 Erwerbstätigen und Arbeitssuchenden zeigt, stuft etwa ein Viertel der Befragten die derzeitige finanzielle Lage als starke Belastung ein. Auch sorge sich etwa ein Viertel um die eigene wirtschaftliche Zukunft. Das gilt vor allem für jene, die im Monat weniger als 1.300 Euro zur Verfügung haben, hier herrsche bei jedem Zweiten große Sorge. In den mittleren Einkommensgruppen zeigten sich 54 bis 59 Prozent der Befragten in Bezug auf die Inflation besorgt. 

Die Unsicherheit würde auch durch den Umgang mit weiteren Belastungen, etwa den steigenden Energiepreisen, befeuert: „Sehr viele Befragte haben kein Vertrauen, dass die Lasten der Ukrainekrise fair verteilt werden und fühlen sich schon jetzt nicht ausreichend unterstützt“, sagte Bettina Kohlrausch, wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, mit Verweis auf die Umfrageergebnisse gegenüber dem Spiegel.

Jene, die besonders stark unter den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie gelitten haben, sollten nun verstärkt unterstützt werden – dies sei zur „Stabilisierung der Gesellschaft als Ganzem“ notwendig, so Kohlrausch.

Update von gestörten Kartenlesegeräten wird noch etwas dauern

In vielen Geschäften des Einzelhandels kam es letzte Woche zu Störungen bei der Kartenzahlung. Wie der Spiegel berichtet, konnte der Anbieter der betroffenen Kartenterminals, Verifone, mittlerweile eine Lösung für das Softwareproblem entwickeln. Doch dieses Update auf sämtliche Terminals aufzuspielen, stellt derzeit noch ein Problem dar.

Demnach ist für den Update-Prozess zwangsläufig ein manueller Handgriff nötig. Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass alle Einzelhändler die nötige technische Expertise für diesen haben, werden Techniker eingesetzt. Eine Sprecherin vom Dienstleister Payone, welcher die Geräte hierzulande bereitstellt, teilte gegenüber dem Spiegel mit, dass der Prozess vermutlich einige Tage in Anspruch nehmen wird. 

Victoria's Secret: Thailändische Näherinnen erwirken Millionen-Abfindung

In einer thailändischen Textilfabrik wurden im letzten Jahr über 1.200 Näherinnen der Firma Brilliant Alliance ohne Abfindung entlassen. Der in Hong Kong sitzende Mutterkonzern Clover Group hatte damals angegeben, für die Auszahlung der Abfindungen keine Mittel zur Verfügung zu haben. Wie die Tagesschau unter Berufung auf die Arbeitnehmerrechteorganisationen Solidarity Center und Worker Rights Consortium mitteilte, konnten die Arbeiterinnen erfolgreich gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber vorgehen. Dieser müsse Ihnen nun eine Abfindung in Höhe von knapp 7,65 Millionen Euro auszahlen. 

Die Näherinnen stellten in der Fabrik vor allem Wäscheartikel für die Marken Victoria’s Secret, Lane Bryant und Torrid her. Laut der Tagesschau beteiligt sich zumindest Victoria’s Secret aktiv an der Auszahlung der Angestellten und nahm einen Kredit auf, um die Abfindung zu finanzieren. 

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