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Google Shopping zensiert Produktangebote

Veröffentlicht: 03.07.2013 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 03.07.2013 | Gelesen: 5195 mal

Für viele Online-Händler war die Umstellung von der kostenfreien Auflistung ihrer Produkte bei Google Shopping zum kostenpflichtigen Service ein herber Schlag. Nun sollen die aufgelisteten Waren – gemäß des Unternehmensmottos „don’t be evil“ – auch zensiert werden.

Google verschärft Richtlinien

Wie outdoorhub.com berichtet, wandte sich das Unternehmen kürzlich in einem Brief an seine Händler, um diese über die künftigen Neuerungen bei Google Shopping zu informieren. Grundsätzlich ist es Händlern durch die Kommerzialisierung des Dienstes nun möglich, mittels Bezahlung ihre Produkte in der Anzeige weit oben zu ranken. So weit so gut. Doch die Nachricht, die einige Nutzer des Dienstes schockiert, ist die künftige Verschärfung der Richtlinien für die Produktanzeige bei Google Shopping.

Die Änderungen der Richtlinien werden eng an die Bestimmungen von Google AdWords angelehnt. Gemäß dieser Verschärfung werden in Zukunft beispielsweise keine Waffen, kein Waffen-Zubehör oder waffenähnliche Produkte mehr bei Google Shopping angeboten. Eine Liste, die die erlaubten, eingeschränkten und verbotenen Produkte aufzählt, stellt das Unternehmen seinen Nutzern zur Verfügung.

Google begründet diese Entscheidung mit der strikten Bewahrung seiner unternehmerischen Werte: Ziel des Konzerns sei es, den Nutzern ein positives und aufbauendes Shopping-Erlebnis zu bieten, das vor allem sicher ist und im Einklang mit örtlichen gesetzlichen Bestimmungen steht. Die Anzeige von Waffen und Waffen-Zubehör (oder waffenähnlicher Produkte) sei mit diesen Werten nicht vereinbar.

Die Änderungen und zensorischen Maßnahmen bei Google Shopping seien also zum Schutz der Verbraucher aufgestellt worden und für diese sicherlich nachvollziehbar. In der Waffen- und Jäger-Community hingegen wurden schon jetzt Stimmen laut, nach denen die moralischen Leitsätze und deren Inhalte infrage gestellt werden. Aus Händler-Sicht ist eine gewisse Unsicherheit durchaus nachvollziehbar, denn die Grenzen zwischen brisantem Gefahrengut und harmlosem Gegenstand ist oftmals fließend. Wenn Küchenmesser, Schmuckstücke oder Film-Repliken nicht mehr auf Google Shopping verkauft werden dürfen, weil sie äußerlich zu waffenähnlich sind, geht dies wohl vielen Nutzern zu weit.

Kommentare  

#3 Bernd 2013-07-03 14:50
Wird Zeit, dass es eine Alternative zu Google Merchant Center gibt. Die dreiste Abzockerei sollte langsam unterbunden werden...
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#2 Seb - Baseline GmbH 2013-07-03 13:53
Also Waffen und Militariasachen dürfen auf vielen Verkaufsplattfo rmen nicht angeboten werden. Interessant wäre es doch zu erfahren bei welchen weiteren Artikeln eine Nichtlistung gemacht wird.
Insgesamt ist aber auch festzustellen, dass das ganze Google-Shopping suboptimal ist. Zumindest für unsere Branche Tonerverkauf werden z.B. kompatible und originale Ware zusammengewürfe lt. Als Händler von Originalware fällt man dann automatisch ab. Da sind andere zahlungspflicht ige Preisportale sehr viel weiter. Leider können wir aufgrund der Vormachtsstellu ng von Google auf die Teilnahme nicht verzichten. Dafür das wir allerdings Geld zahlen, würde ich auch mehr erwarten.
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#1 Ossip Bachmann 2013-07-03 08:32
Das bei Google (Google Merchant Center - Google Shopping)zensie rt wird bzw. aus meiner Sicht willkürlich Produkte abgelehnt werden (z.B. sardischer DOP Pecorino (an dem ich nichts gefährdendes feststellen kann) obwohl alle Daten korrekt sind ist leider bereits seit geraumer Zeit geübte Praxis.

Ciao ciao Ossip Bachmann
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