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„Schwächstes Wachstum der vergangenen Jahre“

Asos macht der November zu schaffen

Veröffentlicht: 17.12.2018 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 17.12.2018
Asos-Logo

Beim britischen Mode-Händler Asos läuft es derzeit nicht rund: Man rechne mit einer „signifikante Verschlechterung“ der Umsatzentwicklung, wie das Unternehmen im Geschäftsbericht für die ersten drei Monate des aktuellen Geschäftsjahres (beginnt im September) erklärt. Dabei habe Asos in den drei Monaten „ein solides Umsatzwachstum von 14 Prozent“ erreichen können.

Die angespannte Lage im November sorge allerdings für größere Herausforderungen. Vor allem Rabattschlachten und Werbeaktionen von Mitbewerbern seien für die schlechten Zahlen verantwortlich: Asos sah sich gezwungen, selbst Rabatte anzubieten, die in die Marge geschnitten hätten. Zudem erklärte das Unternehmen, dass der besonders heiße und lange Sommer die Kauflust der Kunden gebremst habe. Auch der deutsche Mode-Händler Zalando begründete seine eher enttäuschenden Geschäftszahlen unter anderem mit dem heißen und ungewöhnlichen langen Sommer (wir berichteten).

Asos erhofft sich mehr vom zweiten Halbjahr

„Vor dem Hintergrund der derzeitigen wirtschaftlichen Unsicherheit in vielen von unseren Kernmärkten und eines geschwächten Verbrauchervertrauens mussten wir das schwächste Wachstum der vergangenen Jahre beim Online-Mode-Umsatz hinnehmen“, heißt es in dem Geschäftsbericht. Asos habe seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr entsprechend angepasst.

So rechnet das Unternehmen nun nicht mehr mit einer Gewinnverteilung von 30/70 unter den Geschäftshalbjahren, sondern setzt größere Hoffnung auf die zweite Hälfte des Geschäftsjahres. Zudem habe Asos seine geplanten Investitionsausgaben auf 200 Millionen Pfund gesenkt.

Deutschland und Frankreich schwächeln

In Großbritannien konnte Asos ein Wachstum von 19 Prozent erreichen, in der EU lag das Wachstum bei durchschnittlich 18 Prozent. Aber gerade die beiden größten Märkte Deutschland und Frankreich, die für etwa 60 Prozent der Umsätze in der EU sorgen, liegen zurück: Hier liegt das Wachstum bei gerade einmal jeweils 15 Prozent. Ohne Frankreich und Deutschland liegt das Durchschnittwachstum in der EU bei 24 Prozent.

Dass Unternehmen durch verunsicherte Kunden, die aufgrund des Brexit-Chaos zurückhaltender agieren, in Schwierigkeiten geraten könnten, erklärte EcommerceNews.eu zufolge auch Mike Ashley, CEO von Sports Direct: „November war der schlechteste Monat aller Zeiten, unglaublich schlecht. Niemand konnte das im Budget einplanen. Händler können einen solchen November nicht einfach wegstecken. Das wird sie buchstäblich in Stücke zerreißen.“

Asos-CEO Nick Beighton bezeichnet es als „vernünftig“, die Erwartungen für das Gesamtjahr anzupassen. „Wir ergreifen alle nötigen Mittel und unsere Ambitionen für Asos haben sich nicht geändert“, gibt Beighton sich zuversichtlich.

Die Asos-Aktie rauschte nach der Ankündigung des Unternehmens um 40 Prozent nach unten – und zog damit den Einzelhandel in Europa mit sich, wie die Internet World berichtet: Am Montag gaben in Deutschland auch die Papiere von Hugo Boss, Adidas und Puma nach. Die Zalando-Aktie sackte ebenfalls um zeitweise rund 18 Prozent ab und erreichte damit das tiefste Niveau seit gut vier Jahren. 

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört zu er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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