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Studie zum Weihnachtsgeschäft

Modehändler brauchen immer länger für Lieferungen

Veröffentlicht: 31.01.2019 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 31.01.2019
Lieferant vor Paketen im Wagen

Immer mehr Online-Bestellungen, vor allem im Weihnachtsgeschäft, bringen Modehändler langsam an ihre logistischen Grenzen. Das zeigt eine Studie von Kurt Salmon, Teil von Accenture Strategy. Das Unternehmen hat dafür testweise bei über 60 deutschen Modehändlern vor Weihnachten 2018 Ware bestellt und retourniert. Das berichtet das e-commerce-magazin.

Demnach hat sich die Lieferzeit im Vergleich zum Vorjahr deutlich verlängert: 2017 waren es im Schnitt noch 3,1 Tage, 2018 dagegen 4,8 Tage. Selbst bei Click & Collect, wenn die Nutzer ihre Ware selbst in einer Filiale abholen, stieg die Wartezeit von dreieinhalb auf fünf Tage. Zusätzlich kamen beim Versand nur rund 60 Prozent der Pakete rechtzeitig innerhalb des angegebenen Lieferfensters an. Rund ein Viertel der Händler wies die Kunden bereits bei der Bestellung auf eine verlängerte Lieferzeit hin oder entschuldigte sich für eine voraussichtliche Verzögerung.

Das sind die Gründe für die längeren Lieferzeiten

„Die längeren Lieferzeiten resultieren sowohl aus Engpässen in den eigenen Lagern als auch auf der letzten Meile“, erklärt Sven Kromer, Managing Director bei Kurt Salmon. „Viele Händler kämpfen mit zu wenig Personal im Lager und haben bisher nicht ausreichend in die Automatisierung investiert. Ein weiterer Engpass ist die Anzahl der Fahrer bei den Dienstleistern, was in Summe sowohl zu längeren Laufzeiten wie auch zu steigenden Kosten führt“.

Dabei haben laut Studie viele Händler im vergangenen Jahr ihren Service teilweise durchaus verbessert. Das Angebot von Lieferungen am nächsten Tag stieg von 21 auf 36 Prozent, das von Same Day Delivery von drei auf elf Prozent. Der Service Click & Collect wurde nicht erweitert, immerhin bietet aber mehr als die Hälfte der Händler die Abholung in der Filiale bereits an. 

Händler sollen Filiale statt Logistikzentrum nutzen

Dort – in der stationären Filiale – liege auch die Lösung für einen Teil des Problems, meint Sven Kromer. „Über 90 Prozent der Händler kommissionieren die Waren für E-Commerce-Aufträge weiterhin im Logistikzentrum. Pick & Pack in der Filiale würde die Lieferzeiten deutlich verkürzen. Dafür müssen aber in der Filiale Kapazitäten geschaffen sowie die Prozesse und Anreize klar definiert werden. Zudem stellt die ungenügende Transparenz in Sachen Filialbestände oftmals noch eine Hürde dar.“

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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Kommentare  

#1 Peter 2019-02-01 11:34
Kaum ein Händler wird wohl in Automatisierung oder neues Personal investieren, nur weil es zwei Wochen vor Weihnachten eng wird.
Weder die Technik noch das Personal wären dann den Rest des Jahres ausgelastet.
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