Teilen Teilen Kommentare Drucken
Online-Offensive

H&M erhebt Versandkosten und bietet Second-Hand-Mode

Veröffentlicht: 10.04.2019 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 10.04.2019
Mann öffnet Paket

Der stationäre Verkauf von H&M hat im vergangenen Jahr geschwächelt, online wird dem Kleidungskonzern eh vorgeworfen, den Anschluss verpasst zu haben. Nun dreht Hennes und Mauritz aber an verschiedenen Schrauben, um den E-Commerce voranzutreiben. 

Zum einen führt H&M für bestimmte Käufer wieder Versandkosten ein, berichtet Reuters. Die Basis-Mitglieder des sogenannten Loyalty Clubs in Deutschland müssen Waren im Wert von mindestens 25 Euro bestellen, damit die Lieferung keine Gebühren kostet. H&M trennt im Rahmen seines Kundenbindungsprogramms die Mitglieder in eine „Basis“- und eine „Plus“-Stufe. Die Mitglieder erhalten unter anderem jeweils Punkte, wenn sie Artikel kaufen, bewerten oder ihr Mitgliedsprofil aktualisieren. Die Retouren bleiben weiterhin für alle kostenlos.

Versandkosten sollen in sieben weiteren Märkten kommen

„Wir haben viel Logistik rund um die Kunden, die online einkaufen“, erklärt Holst Reuters, der Leiter des Kundenbindungsprogramms, die Maßnahme. H&M hat in insgesamt 16 von 71 Märkten derartige Clubs mit etwa 35 Millionen Mitgliedern. Bis Ende des Jahres soll die Mindestbestellmenge in sieben weiteren Märkten eingeführt werden, unter anderem auch in den USA. 

Auch Zalando hatte im vergangenen Jahr in Italien erstmals Versandgebühren bei einem Bestellwert von unter 25 Euro erhoben. Online-Modehändler kämpfen vor allem damit, dass Kunden teils viele Stücke zum Anprobieren bestellen und dann oft einen Großteil zurücksenden. Die Warenkörbe und Gewinnmargen werden kleiner, Kosten für Versand und vor allem Retouren steigen.

H&M verkauft auf der Second-Hand-Plattform Sellpy

Eine weitere Maßnahme, mehr aus dem Online-Geschäft rauszuholen, ist der Verkauf von Second-Hand-Mode. Laut fashionunited startet H&M in Schweden bald damit, gebrauchte Kleidungsstücke der Kollektionen zu verkaufen. Kunden werden über den Webshop der H&M-Tochtermarke „& Other Stories“ zu der Second-Hand-Plattform Sellpy weitergeleitet, an der H&M auch beteiligt ist. „Die Zukunft der Mode geht auf eine komplett kreislaufförmige Vision zurück... Es macht einfach viel Sinn, sich mit diesem Modell zu beschäftigen. Wir sehen dies als einen wachsenden Teil der Branche mit großen Chancen sowohl für die Verbraucher als auch den Einfluss auf die Umwelt und wie wir diesen durch eine Verlängerung der Lebensdauer der Produkte drastisch reduzieren können“, erklärt H&M-Nachhaltigkeitschefin Anna Gedda.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Markus Gärtner

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.