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570 Mitarbeiter betroffen

Darum lagert Zalando das Retourenmanagement aus

Veröffentlicht: 17.06.2019 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 25.06.2019
Logistiklager Zalando

Einer der größten deutschen Online-Modehändler Zalando gibt den Umgang mit zurückgesandter Ware komplett außer Haus: Drittanbieter, mit denen das Unternehmen bereits zusammenarbeitet, sollen sich künftig um das Retourenmanagement kümmern. Das berichtet die Wirtschaftswoche. Die bisher zuständigen rund 570 Zalando-Mitarbeiter sollen auf andere Abteilungen verteilt werden, Kündigungen gebe es keine, erklärte eine Sprecherin gegenüber Onlinehaendler News.

Zalando will sich auf Kernkompetenzen konzentrieren

An den Logistikstandorten in Erfurt, Lahr und Mönchengladbach übernehmen externe Dienstleister künftig die Abwicklung der gesamten Retouren. „Wir haben gute Erfahrungen mit den Drittanbietern gemacht und geben das Retourenmanagement an Dienstleister ab, die effektiver arbeiten“, erklärt Basak Tezcan, Senior Manager Corporate Communications bei Zalando. Die Umstellung sei schon langfristig geplant, kommt aber gerade mitten in eine Debatte über die Vernichtung von Retouren. „Wir wollen uns wieder auf unsere Kernkompetenzen konzentrieren, den Outbound, die Bestellungen so schnell wie möglich zum Kunden zu bringen“, das sei der Hauptgrund für die Auslagerung, so Tezcan. Auch das Einsparen von Kosten dürfte eine Rolle spielen.

Keine betriebsbedingten Kündigungen beim Modehändler

Die 570 unbefristet beschäftigten Zalando-Mitarbeiter, die bisher die Retouren abgewickelt haben, sollen auf andere Abteilungen aufgeteilt werden. „Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Alle Lösungen wurden mit den Betriebsräten zusammen erarbeitet und werden auch von diesen getragen“, versichert Tezcan. 

Retouren sind eines der größten Probleme im Online-Handel mit Mode. Nach einer Studie wird in Deutschland jeder achte Artikel zurückgeschickt und verursacht beim Händler Kosten von rund elf Euro. Über alle Märkte hinweg liegt die Retourenquote im Durchschnitt sogar bei 50 Prozent, heißt es bei Zalando. Trotzdem ist das Rücksenden bei dem Unternehmen für Kunden immer noch kostenlos. Rund 97 Prozent der retournierten Ware wandert nach einer Prüfung wieder in den Verkauf, zum Beispiel auch in Outlet Stores. Ein Teil wird auch gespendet. Nur 0,05 Prozent aller retournierten Artikel werden bei Zalando vernichtet, wenn sie durch Schädlingsbefall oder Schadstoffbelastung nicht mehr verkäuflich sind. „Eine Vernichtung von Ware gibt es bei uns nur in Ausnahmesituationen, wenn gar nichts anderes möglich ist“, sagt Basak Tezcan.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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