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Insolvenz in Eigenregie gescheitert

Loewe muss den Betrieb nun doch einstellen

Veröffentlicht: 26.06.2019 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 26.06.2019
Hand mit einer Fernbedienung

Anfang Mai wurde bekannt, dass Loewe Insolvenz anmelden muss. Mit seiner Made-in-Germany-Strategie konnte das Traditionsunternehmen nicht mehr gegen die massive Konkurrenz auf dem TV-Markt ankommen. Zwar war die Rede von Umstrukturierungen, neuen Produktlinien und möglicherweise auch Hunderten Entlassungen, dennoch sollte der Geschäftsbetrieb „ohne Einschränkungen“ weitergehen, hieß es damals. Dies scheint nun allerdings nicht mehr möglich zu sein. 

Hunderte Arbeitsplätze vor dem Aus?

Wie das Handelsblatt berichtet, habe sich die Situation von Loewe mittlerweile massiv verschärft: Zum kommenden Wochenende muss das Unternehmen nach eigener Ankündigung vorläufig die Produktion einstellen. „Es sei nicht gelungen, dringend benötigte Geldgeber zu finden. Daher werde der Antrag auf Insolvenz in Eigenregie zurückgezogen. Stattdessen solle es ein reguläres Insolvenzverfahren geben“, heißt es. 

Auch die Sorge um die Loewe-Mitarbeiter wächst: Die Gehälter der Angestellten seien nur noch wenige Tage, das heißt bis zum 1. Juli 2019, gesichert. Laut IG Metall stünden die etwa 400 Mitarbeiter in Kronach „zunächst auf der Straße“, schreibt Reuters. Nach dem Bekanntwerden der Situation hätten rund 200 Mitarbeiter vor dem Gelände für den Erhalt der Arbeitsplätze demonstriert. Die Gewerkschaft IG Metall ließ Forderungen laut werden, die Mitarbeiter von Loewe weiter zu beschäftigen – und zwar in einer Transfergesellschaft.

Loewe will weiter kämpfen

Trotz der prekären Lage will Loewe noch nicht aufgeben. Das Unternehmen hoffe auf einen neuen Investor, der das Traditionsunternehmen noch retten kann. Loewe-Geschäftsführer Ralf Vogt verwies darauf, dass es ein Konzept gäbe, „nach dem sich das Unternehmen auf Vertrieb, Marketing, Design und Produktentwicklung konzentrieren solle. Die Produktion in Kronach soll in ein Logistik-, Reparatur- und Ersatzteil-Zentrum umgebaut werden“. 

Das Handelsblatt spekuliert beispielsweise auch, dass Loewe dem gleichen Schicksal entgegen sehen müsse, wie zahlreiche andere Markenhersteller zuvor: „Die Firmen wurden abgewickelt, die Bänder abgebaut, nur der Name lebt weiter. Die Geräte werden im Ausland günstig zusammengeschraubt, dann kommt ein Aufkleber mit dem altbekannten Label drauf.“ Ob es allerdings so weit kommt, werden die kommenden Wochen zeigen.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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