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Studie

Online-Händler unterschätzen Gesamtkosten für Payment

Veröffentlicht: 04.07.2019 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 04.07.2019
Laptop mit Schrift Payment Options

Das Forschungsinstitut Ibi research hat in seiner Studie „Gesamtkosten von Zahlungsverfahren im deutschen E-Commerce 2019“ Online-Händler nach ihrer Einschätzung befragt. Ergebnis: Die Online-Händler berücksichtigen bei den Bezahlverfahren nicht alle Kosten und übersehen Faktoren wie Mahnwesen oder die Retourenabwicklung, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Händler vergessen Zahlungsausfall und Retouren

„Die aktuelle Studie bestätigt unsere Ergebnisse einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2014. Viele Händler bewerten die indirekten Kosten gar nicht oder deutlich zu niedrig“, erklärt Holger Seidenschwarz, Research Director bei ibi research. Indirekte Kosten entstehen unter anderem durch verzögerten Zahlungseingang, Zahlungsausfall und Retouren, aber auch durch nicht vollständig automatisierte Prozesse. Das Brisante daran: Derartige versteckte Kosten könnten bei einigen Bezahlverfahren wie zum Beispiel der ungesicherten Rechnung vier Mal so hoch sein wie die direkten Kosten, heißt es. „Die Händler sollten daher stets alle Kostenfaktoren berücksichtigen und für sich selbst bestimmen“, rät Seidenschwarz.

Paydirekt wäre das günstigste Bezahlverfahren

Die Händler selbst schätzen laut Studie die Bezahlung per Vorkasse als die für sie günstigste Payment-Methode ein, dahinter folgen Bezahlen per Lastschrift und Rechnung. Ibi Research hat jedoch alle indirekten Kostenfaktoren der Zahlverfahren miteinbezogen und kommt bei den Gesamtkosten zu einem anderen Ergebnis: Dann wäre Paydirekt das insgesamt preiswerteste Bezahlverfahren. Dahinter folgen die Sofortüberweisung und erst auf Platz Drei das von den Händlern favorisierte Bezahlen per Vorkasse. Die für den Händler teuerste Zahlvariante wäre die ungesicherte Rechnung: Hier können die indirekten Kosten bis zu 85 Prozent der Gesamtkosten ausmachen. Nach einer anderen Studie bevorzugen Online-Kunden den Kauf auf Rechnung, dahinter folgt PayPal.

Für die aktuelle Studie hat Ibi Research die Kosten anhand verschiedener Szenarien berechnet: Der Durchschnittshändler erhält demnach pro Monat 4.839 Bestellungen mit einem Warenkorbwert von 92,09 Euro. Außerdem wurden drei weitere Beispielfälle kreiert: ein großer Modeversender, ein kleiner Geschenkartikelversender und ein Versender hochwertiger Unterhaltungselektronik. Zwischen diesen Fällen gebe es jeweils deutliche Verschiebungen bei den Kosten.

Die Studie „Gesamtkosten von Zahlungsverfahren im deutschen E-Commerce 2019“ kann man hier kostenlos downloaden.

Über den Autor

Markus Gärtner Experte für Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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