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Der frühe Vogel

„Es gibt sehr gute Argumente für eine gesetzliche Rücksendegebühr“

Veröffentlicht: 23.01.2020 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 23.01.2020
Stapel Pakete

Trotz der anhaltenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsdiskussionen liegen die Retourenquote im Deutschland im internationalen Vergleich noch immer sehr hoch. Zu diesem Schluss kommt der Retourenforscher Björn Asdecker von der Universität Bamberg. In einem Interview mit der Wirtschaftswoche bestätigte er jetzt, dass international tätige Händler „in Deutschland die höchsten Retourenquoten haben“. Einer der Gründe ist laut dem Forscher die deutsche Retourenhistorie, welche bis ins Jahr 1870 zurückgeht.

Dass die Retourenquoten, trotz vermehrter Anstrengungen, nicht gesunken sind, sondern sich nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau befinden, liegt teilweise aber auch am Verhalten der Händler, so Björn Asdecker. Da diese bereitwillig Artikel zurücknehmen, wird eine solche Strategie mehr gefördert, als unterbunden. „Es geht den Onlinehändlern eher darum, die Warenkörbe zu vergrößern. Je mehr die Kunden bestellen, desto weniger Fallen die Kosten zum Beispiel für den Versand ins Gewicht“, so der Wissenschaftler. Um der hohen Retourenraten Einhalt zu gebieten, sieht unter anderem eine Gebühr für Rücksendungen als sinnvoll an. Diese wäre zwar ein „harter Eingriff in den Markt“, aber seiner Ansicht nach gibt es viele gute Argumente für eine solche gesetzliche Rücksendegebühr. „Wenn das aus politischer und auch gesellschaftlicher Sicht ein Ziel ist, dann müssen wir über das Element sprechen.“

Rewe will Durst.de übernehmen

Die Lebensmittelkette Rewe will seine Anteile am Getränke-Lieferdienst Durst.de erhöhen und die volle Kontrolle über die Plattform übernehmen. Wie das Handelsjournal weiß, haben die beiden Gründer des Kölner StartUps, Matthias Steinforth und Simon Biela, ihre Positionen als Geschäftsführer bereits aufgegeben. Der Vermarktungsverbund Rewe Für Sie ist bereits im Mai letzten Jahres bei Durst.de eingestiegen, nun will man die volle Kontrolle an der Getränkeplattform übernehmen. Das Vorhaben soll Anfang Januar von Rewe bereits beim Bundeskartellamt angemeldet wurden sein.

Libra verliert auch Vodafone als Partner

Immer mehr namhafte Konzerne wenden sich von Facebooks geplanter Digitalwährung Libra ab. Nachdem bereits unter anderem Mastercard, Visa, Paypal und Ebay ausgestiegen sind, kehrt nun auch Vodafone Libra den Rücken. Der Telekommunikationsanbieter wolle sich nach Informationen des Spiegels künftig lieber auf das Geldüberweisungssystem M-Pesa konzentrieren, welches besonders in Afrika stark sein soll. Eine spätere Zusammenarbeit mit Facebooks Digitalwährungsprojekt sei aber nicht völlig ausgeschlossen. Noch halten auch große Unternehmen wie Spotify, Uber und Lyft an Libra weiterhin fest.

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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Kommentare  

#7 G. tony 2020-01-26 21:03
Verbote der kostenlosen Hin- und Rückversandange bote würden dem
stationären Handel und der Umwelt gut tuen!

Die Läden in den Innenstädten sterben nach und nach aus. Gut bezahlte
Jobs in den Läden der Städte werden zerstört und die meisten von Ihnen
arbeiten jetzt in den Lägern der großen Marktplätze für viel weniger Geld.

Heutzutage gehen wir nur in ein Ladengeschäft vor Ort, wenn wir Waren
testen und ausprobieren möchten. Aber am Ende kaufen wir es doch online,
da es dort billier ist. Wir können es ja sogar einen ganzen Monat lang
testen und verwenden und dann anschließend kostenlos wieder zurückgeben.
Wer klug und dreist genug ist, braucht eigentlich für seine Einkäufe gar
nicht mehr zu zahlen, denn viele Marktplätze unterstützen Sie, durch die
Bestimmung eigener Regeln. Die deutschen Vorschriften gelten nicht für
sie oder sie stehen über dem deutschen Recht.

Für Marktplätze und Online Shops sollte global für alle verpflichtend
gemacht werden:

Hin und Rückversand:
Verpackungsgesetz:
Eletrogesetz:

Sie werden jemanden sehen, der auf dem Marktplatz täglich mehr als 500
Stück elektronische Waren an EU-Verbraucher verkauft, aber nicht einmal
weiß, was das Elektrogesetz ist oder noch nie davon gehört hat. Gesetze
sollen für alle sein aber diese sind es in der Realität meistens nicht.
Diese Verkäufer haben mehr Vorteile, wenn die Firma ausserhalb der EU
ihren Sitz hat und dann aber auf den EU Marktplätzen verkaufen kann.
Besonders die deutschen Gesetze schwächen nur die Deutschen/EU Verkäufer
selber, denn die FIrmen und Verkäufer außerhalb der EU zahlen nur die
MwSt, nichts weiter. Bußgelder, Verstöße etc. alles dies werden sie
nicht erhalten, nur die deutschen Händler haben das Problem.
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#6 Klaus 2020-01-25 16:07
Pflichtgebühren für Retouren, was für ein Blödsinn..

Wollen wir jetzt die Marktwirtschaft endgültig der Klimahysterie opfern. Von der daraus resultieren Bürokratrie und der zu erwartenden Abmahnwelle mal ganz abgesehen.

Selbst wenn Deutschland oder auch Europa kurzfristig Klima/co2 neutral wird, wird das an der globalen Situation so gut wie nichts ändern. So lange das Bevölkerungswac hstum so weitergeht, Menschen wie Trump und Bolsonaro an der Macht sind und die damit einhergehende Vernichtung der co2 Senken so weiter geht.

Wir brauchen eine Klima-Bildungso ffensive für die Menschen und keine Verbote und immer wieder neue Gebühren und Vorschriften. Jeder muss für sich bewerten können, wie nachhaltig seine Lebensweise ist und danach kann jeder selbst entscheiden mit welchen Verhaltensänder ungen er im Rahmen seiner Möglichkeiten das Klima unterstützt.

Die dazu notwendigen Informationen müssen bereitgestellt werden. Wenn der Verbraucher erkennen kann, welche Klimabelastung das gewünschte Produkt, die Dienstleitung oder was auch immer erzeugt, wird sich da sehr schnell was ändern. Produkte die dazu führen dass in Brasilien der Regenwald abgeholzt wird, werden dann eben nicht mehr gekauft. Dafür sind Gesetzte notwendig, nicht für Pflichtgebühren und anderen Blödsinn !!!
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#5 Wulf 2020-01-25 10:40
Erst sollte der Kunde der absolute König sein und 14 Tage lang ohne Konsequenzen oder Vorbedingungen jeden Onlinekaufvertr ag widerrufen können, jetzt haben sich die Händler darauf eingestellt und werden nun dafür angegangen das man es dem Kunden zu einfach macht Ware zurückzusenden.

Der Staat zerstört die Psyche der kleinen Händler mit solchen Paradoxen und damit unerfüllbaren Auflagen. In Summe bleibt das Gefühl das Teile der Politik den Onlinehandel einfach abschaffen wollen.
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#4 Avenger 2020-01-24 08:58
„Es gibt sehr gute Argumente für eine gesetzliche Rücksendegebühr“

In der Postagentur bei uns im Ort sind deutlich über 50% der Pakte Retouren...

Das IST Irrsinn.
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#3 Maltsos 2020-01-23 11:23
Ich fände das gut wenn eine Retouren Gebühr für die Kunden anfallen würde pro Retoure.

Dann würden sich endlich mal das Verhalten der Endkunden ändern.

Am besten 10% vom Verkaufspreis oder 5%
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#2 Uni24 2020-01-23 10:20
Naja, ob Onlinehändler immer so bereitwillig die Ware zurücknehmen... … Man kann ja mal versuchen eine Rücknahme auf Amazon oder Ebay zu verweigern. Gerade Amazon fördert es mit dem ab 40 Euro "freiwilliger Rücksendekosten Übernahme" zu denen die Händler gezwungen wurden. Versandkosten spielen bei Händler die kostenlosen Versand anbieten eh keine Rolle, da diese in jedem Artikel schon enthalten sind. Aber Tatsache ist, dass wir feststellen, dass Kunden sogar Artikel von 2 Euro zurückschicken obwohl sie selber den Versandkosten tragen müssen. Nur um noch paar Cent zu bekommen. Eine Rücksendegebühr würde ich begrüßen um den Retourenwahn einzudämmen, aber wie sollte diese erhoben werden und wer bekommt das das Geld aus dieser Gebühr?
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#1 Andree 2020-01-23 08:19
Und wie will man da wohl dem Retourenmissbra uch begegnen?
Soweit hat man ja sicher wieder nicht gedacht!!
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