Teilen Teilen Kommentare Drucken
Prognose

Zalando erleidet in der Coronakrise Verluste in Millionenhöhe

Veröffentlicht: 01.04.2020 | Geschrieben von: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 01.04.2020
Zalando Zentrale

Es sind nicht nur die kleinen Unternehmen, die aktuell schwer zu kämpfen haben. Auch Global Player wie Zalando stehen in der aktuellen Ausnahmesituation echten Herausforderungen gegenüber. 

„Die entschlossenen und notwendigen Maßnahmen der europäischen Regierungen haben sich auch auf unser Geschäft negativ ausgewirkt“, heißt in einem Brief des Vorstandes. „Da die Verbraucher ihr Verhalten an die neue Situation anpassen und kurzfristig ihre Konsumausgaben einschränken, haben wir seit den Ausgangsbeschränkungen in mehreren Ländern negative Auswirkungen auf unseren Umsatz verzeichnet, was sich auch auf unser Finanzergebnis auswirkt.“

Konsumstimmungstöter Ausgangssperre

In nackten Zahlen bedeutet das: Das erste Quartal werde Zalando wohl mit einem Verlust in Höhe von mehr als 28 Millionen Euro abschließen. Im Vorjahreszeitraum konnte man noch ein Plus von fünf Millionen Euro erwirtschaften, wie die Welt schreibt. Mit den neuen Prognosen soll Zalando außerdem deutlich unter den noch am 11. März erhobenen Analysen liegen. Damals ging man von einem Umsatzwachstum um 19 Prozent und einem GMV-Wachstum von 22,8 Prozent aus. Sobald sich der Verlauf der Corona Pandemie besser abschätzen lässt, will der Mode-Händler eine neue Prognose zu den Geschäftszahlen abgeben, heißt es vom Unternehmen. Erste entscheidende Maßnahmen hat Zalando aber scheinbar schon getroffen und den Premium-Lieferservice Zalando-Plus in der Schweiz einstellt, wie auf Twitter zu lesen ist:

Für Analyst Jörg Philipp Frey von der Warburg-Bank steht der „Konsumstimmungstöter“ eindeutig fest: Die Ausgangssperren. „Das Fehlen von Möglichkeiten, neue Kleidung zu tragen, hat einen deutlichen negativen Einfluss auf die Nachfrage“, so seine Einschätzung laut der Welt. Diesen Effekt werden aller Voraussicht nach nicht nur Zalando, sondern auch viele anderen Modehändler zu spüren bekommen.

Hilfe für stationäre Händler

Zalando will in der aktuellen Krise aber auch weiterhin die stationären Händler unterstützen und hat das Connected-Retail-Programm angepasst. Bis zum 31. Mai sollen den Partnern des Programms die Kommission erlassen werden. Außerdem haben die Berliner bereits „100 Millionen Euro bereitgestellt, um Partner, die Waren und Dienstleistungen an uns geliefert haben, schon vor der vertraglich vereinbarten Frist zu bezahlen“.

Über die Autorin

Corinna Flemming Expertin für: Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Corinna Flemming

Kommentare  

#1 Jens 2020-04-01 10:18
Richtig ist sicherlich: Das Konsumverhalten hat sich geändert (musste ja, Läden sind zu!). Aber Online-Handel ist klar der Gewinner hier - s. Amazon - die Leute kaufen sogar mehr - Amazon muss 1000e neue Mitarbeiter einstellen, um die Flut bewältigen zu können. Sehr glaubwürdig - die Leute kaufen also - nur woanders - das ist aber nicht die Schuld von Covid-19 !
Zitieren

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.