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Coronakrise

Online-Shops verlängern die Fristen für Retouren

Veröffentlicht: 07.04.2020 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 07.04.2020
Kleidung in Paket verpacken

Für die Rückgabe von Waren müssen Online-Shop ihren Kunden innerhalb des Widerrufsrechts 14 Tage Zeit einräumen. Abseits der gesetzlich vorgeschriebenen Regelung werden in der aktuellen Coronakrise von vielen Händlern die Rückgabemöglichkeiten allerdings etwas gelockert, Konsumenten erhalten für die Retoure etwas mehr Zeit. Dies haben Stichproben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bei 20 großen Online-Shops ergeben.

„Ein Stückchen Normalität im Chaos“ 

Otto beispielsweise gewährt Kunden eine Frist bis zum 30. Mai, vorausgesetzt die Waren stammen „direkt von Otto“. Produkte von Marktplatzverkäufern fallen nicht in diese Kategorie. Auch bei Tchibo gilt der 30. Mai als neuer Stichtag, damit sich Kunden „um wichtigere Dinge kümmern können“, wie die Verbraucherzentrale die Erklärung des Unternehmens zitiert. Und beim Shoppingkanal HSE24 soll so ein „Stückchen Normalität im Chaos“ bewahrt werden. Hier wurden die Fristen sogar bis auf den 30.Juni verlängert.

Die beiden Mode-Shops Esprit und H&M legen kein festes Datum für die Rückgaben fest, erlauben aktuell aber eine neue Frist von 100 Tagen. H&M gewährt sogar noch eine Ausnahme mit Blick auf die Kosten. Aktuell wirbt die Modekette mit einer kostenlosen Standardlieferung „für alle Einkäufe über 25 Euro“. Wie die Tester der Verbraucherzentrale herausgefunden haben, gibt es bei den Retouren-Kosten aber kaum Änderungen. Diese sind weiterhin in der Regel umsonst.

Außnahmen der Großzügigkeit 

Auch Amazon hat seine Rückgabefrist bis zum 30. Juni erweitert, diese Regelung gilt allerdings nur für „die meisten Artikel“, wie der Online-Händler auf seiner Seite dazu schreibt. Dafür aber auch schon für bereits getätigte Einkäufe. Stichtag bei Amazon ist der 15. Februar, auch HSE24 (18. März) und Tchibo (5. Februar) räumen die verlängerten Retouren-Fristen für abgeschlossene Verkäufe ein.

Bei den drei Elektronik-Ketten Mediamarkt, Saturn und Notebooksbilliger scheint man nichts von einer längeren Retouren-Frist zu halten. Hier müssen sich Kunden nach wie vor an der gesetzlichen Widerrufsfrist von 14 Tagen orientieren. In den stationären Geschäften von Saturn und Mediamarkt verlängert sich diese Frist allerdings „um die Dauer der Schließtage“.

Über den Autor

Corinna Flemming Experte für Internationales

Nach verschiedenen Stationen im Redaktionsumfeld wurde schließlich das Thema E-Commerce im Mai 2017 zum Job von Corinna. Seit sie Mitglied bei den OnlinehändlerNews ist, kann sie ihre Liebe zur englischen Sprache jeden Tag in ihre Arbeit einbringen und hat sich dementsprechend auf den Bereich Internationales spezialisiert.

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Kommentare  

#1 Dirk Waltmann 2020-04-07 13:46
Reine Werbeaktion - hat nichts mit Corona zu tun!
Wo ist da bitte der kausale Zusammenhang? Wenn die meisten Menschen derzeit überwiegend zuhause sitzen, Pakete direkt annehmen können und eben gerade nicht durch berufliche oder sonstige Abwesenheit daran gehindert werden, eine Online-Bestellu ng zeitnah nach Erhalt zu prüfen und ggf. zu widerrufen - warum muss den Kunden dann eine verlängerte Rückgabefrist eingeräumt werden?

Das ist nur mal wieder so ein Marketing-Gag, um potentielle Kunden zum Kauf im eigenen Shop zu ködern. Das hat Zalando bereits vor 10 Jahren gemacht - und damit die Rückgabe-Freudi gkeit der Deutschen begründet und im Nachgang so manchen kleinen und mittelständisch en Konkurrenten ruiniert, und ebenso einen erheblichen Anteil an Paketflut, verstopften Innenstädten, Umweltverschmut zung, Warenvernichtun g und hohen Bedarf prekären Beschäftigungen (Paketboten).
Völliger Unsinn!
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