Teilen Teilen Kommentare Drucken
Der frühe Vogel

Zalando erlebt den verspäteten Corona-Schub

Veröffentlicht: 13.07.2020 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 13.07.2020
Mann trägt Zalando Pakete

Die Coronakrise hat in einigen Branchen des Online-Handels für einen Wachstumsschub gesorgt, da die Menschen ihre Einkäufe verstärkt ins Netz verlagert haben. Der Mode-Handel konnte anfangs von diesem Effekt nicht profitieren – doch das ändert sich nun offenbar: Zalando kann, wie die Internet World berichtet, „nach anfänglichen Schwierigkeiten immer stärker von dem veränderten Kaufverhalten“ profitieren. 

Demnach rechne der Berliner Mode-Händler mit deutlichen Zuwächsen bei Umsatz und operativem Gewinn. Schon im zweiten Quartal habe die Entwicklung „deutlich“ über den mittleren Erwartungen der Analysten gelegen. Branchenexperten hatten bisher mit einer Steigerung um 19 Prozent beim Bruttowarenvolumen und 16 Prozent beim Umsatz gerechnet. 

Musste Zalando im März noch mit einigen Schwierigkeiten kämpfen, seine Prognose streichen und ein gewaltiges Sparpaket ankündigen, konnte das Management bereits im April leichte Entwarnung geben. Inzwischen rechnet Zalando wieder mit guten Geschäften: Die Erlöse sollen um 10 bis 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigen. Das bereinigte Ebit soll mit 100 bis 200 Millionen zwar unter dem Vorjahreswert, aber deutlich über den Analystenerwartungen liegen.

Die zeigen sich durch die Entwicklung auch positiv gestimmt und zuversichtlicher als nooch vor ein paar Monaten. Auch die Zalando-Aktie erholte sich von dem Corona-Schock, der das Papier zeitweise auf 27 Euro drückte. Anfang Juli erreichte die Zalando-Aktie ein neues Hoch von rund 66 Euro. Im laufenden Jahr entspricht das einem Kursplus von etwa 44 Prozent.

Galeria Karstadt Kaufhof will weitere Standorte retten

Die Pläne des angeschlagenen Warenhaus-Konzerns Galeria Karstadt Kaufhof sehen aktuell vor, dass 56 Kaufhäuser geschlossen werden sollen. Doch nun wurde bekannt, dass der Konzern noch mehr Standorte erhalten will. „Wir reden noch mit einigen Vermietern, und ich hoffe, dass wir am Ende weniger als 50 Standorte schließen müssen“, erklärte der Sachverwalter Frank Kebekus dem Handelsblatt zufolge. Gleichzeitig werde in Konzernkreisen vor „übertriebenem Optimismus“ gewarnt. 

Galeria Karstadt Kaufhof war durch die Coronakrise in Schieflage geraten und hatte Anfang April ein Schutzschirmverfahren eröffnet. Inzwischen läuft ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, bei dem Kebekus als Sachverwalter eingesetzt wurde.

Wahlkampf: Verbannt Facebook politische Werbung?

Das soziale Netzwerk Facebook war immer wieder wegen seiner Werbe-Politik kritisiert worden. Nun spielt das Unternehmen einem Medienbericht zufolge offenbar mit dem Gedanken, politische Werbung vor den US-Wahlen zu untersagen, heißt es bei Heise Online. Mit dem Werbestopp könnte Facebook verhindern, dass die Wähler durch Falschinformationen beeinflusst werden, gleichzeitig würde dem aber auch die „Get out and vote“-Kampagne zum Opfer fallen, die die Wahlbeteiligung ankurbeln soll.

Facebook war vor allem in die Kritik geraten, weil Wahlwerbung keinem Faktencheck unterzogen wurde. Der Werbestopp steht ebenso in der Kritik, da er denen nütze, die über Geld, ein politisches Amt und mediale Aufmerksamkeit verfügen – US-Präsident Donald Trump etwa. Aber auch aus dem Lager seines Konkurrenten Biden heißt es, dass der Werbestopp kein geeignetes Mittel gegen Falschinformationen sei.

Über den Autor

Michael Pohlgeers Experte für Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Michael Pohlgeers

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.