Der frühe Vogel

Thalia und Osiander: Gemeinsam gegen Amazon

Veröffentlicht: 23.10.2020 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 23.10.2020
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Die deutschen Buchhandelsketten Thalia Mayersche und Osiander wollen eine gemeinsame Vertriebsgesellschaft gründen und so ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber internationalen Konzernen wie etwa Amazon zu stärken. In der neuen Osiander-Vertriebsgesellschaft soll Thalia Mayersche künftig die Anteilsmehrheit halten, berichtet das Handelsblatt – Osiander werde aber als Unternehmen selbstständig bleiben. Das Unternehmen mit rund 70 Buchhandlungen verbleibe zudem im Eigentum der Familie.

„Wir können mit der gemeinsamen Plattform Synergien schaffen und sie im Wettbewerb gegen die internationalen Player nutzen“, erklärt Michael Busch, Vorstandschef von Thalia Mayersche. Die Kooperation muss noch von den zuständigen Kartellbehörden abgesegnet werden, soll in Zukunft aber auch weiteren Buchhändlern offenstehen.

Gerade durch die Coronakrise, die vor allem kleinere Buchhändler unter Druck setzte, sei die Kooperation vorangetrieben worden. Thalia Mayersche und Osiander hätten dem Handelsblatt zufolge „ohnehin schon den Schulterschluss gesucht“, um im Konkurrenzkampf mit großen Online-Händlern eine stärkere Position einnehmen zu können. Nun gehe es auch darum, die aktuelle Krise so gut wie möglich zu überstehen. 

„Der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft des deutschen Buchhandels liegt in der Zusammenarbeit“, so Hartmut Falter, geschäftsführender Gesellschafter von Thalia Mayersche. Investitionen in digitale Infrastruktur müssten beispielsweise gemeinsam getätigt werden. Ein Beispiel dafür sei auch die Tolino-Allianz, die ein Gegengewicht zu Amazons Kindle-Angebot schafft. 

Neue Funktionen für WhatsApp Business

WhatsApp Business baut sein Angebot weiter aus. Konkret gehe es um die sogenannten Kataloge, über die Unternehmen ihre Produkte per WhatsApp präsentieren können. Kunden sollen Produkte künftig auch direkt über den Chat kaufen können, berichtet t3n. Dazu soll ein spezieller Buy-Button eingeführt werden. 

Die neuen Funktionen will WhatsApp innerhalb der nächsten Monate einführen. Für einige Business-Features will das Unternehmen allerdings künftig auch Gebühren erheben. Dadurch könne das Unternehmen sein „Geschäftsmodell weiter ausbauen“, wie es erklärt.

Die US-Tochter von Wirecard wurde verkauft

Wirecard North America ist einer der werthaltigsten Teile des insolventen Zahlungsdienstleisters – und wurde nun an die von Finanzinvestoren finanzierte Holding Syncapay verkauft, wie das Handelsblatt berichtet. WIe der zuständige Insolvenzverwalter Michael Jaffe erklärte, habe man damit „einen wichtigen Meilenstein bei der Verwertung des Vermögens der Wirecard AG im besten Interesse der Gläubiger erreicht“. 

Für das deutsche Kerngeschäft sucht Jaffe noch immer einen Käufer. Als aussichtsreichste Bieter gelten die spanische Großbank Santander und die britische Lycamobile. Weil aber die nicht insolvente Wirecard Bank gemeinsam mit dem Kerngeschäft verkauft werden soll, hat die Bafin ein Mitspracherecht – und das verzögere den Prozess.

Über den Autor

Michael Pohlgeers
Michael Pohlgeers Experte für: Marktplätze

Micha gehört zu den „alten Hasen“ in der Redaktion und ist seit 2013 Teil der E-Commerce-Welt. Als stellvertretender Chefredakteur hat er die Themenauswahl mit auf dem Tisch, schreibt aber auch selbst mit Vorliebe zu zahlreichen neuen Entwicklungen in der Branche. Zudem gehört er zu den Stammgästen in den Multimedia-Formaten OnAir und OnScreen.

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