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Fast Fashion

Primark: Online-Handel ist weiterhin keine Option

Veröffentlicht: 04.11.2020 | Geschrieben von: Hanna Behn | Letzte Aktualisierung: 04.11.2020
Viele Menschen vor Primark-Store

Im Geschäftsjahr 2019/20 ging der Gewinn beim Modeanbieter Primark deutlich zurück: Der bereinigte Betriebsgewinn fiel auf ca. 401,7 Millionen Euro, im Vorjahr betrug dieser noch rund 1,11 Milliarden Euro. Während große Modehändler online enorme Gewinne einfahren – wie etwa die aktuellen Zalando-Geschäftszahlen eindrücklich vor Augen führen – will die irische Billigmodekette weiterhin nicht auf diesen Vertriebsweg setzen.

Primark-Kunden kaufen lieber im Geschäft

Bereits seit mehreren Jahren betreibt Primark eine Webseite, auf der Produkte samt Preis aufgeführt werden. Doch nach wie vor gibt es hier keine Option zum Online-Kauf. Primark-Kunden favorisieren stattdessen eine andere Art des Shoppings und schätzen den Einkauf vor Ort: Da Mode, Kosmetik und Wohnaccessoires derart günstig angeboten werden, kann man in den Filialen oft einen regelrechten Kaufrausch erleben. Oft verlassen die Kunden den Laden mit bis obenhin gefüllten Einkaufstaschen. 

Die Coronapandemie habe an diesem Einkaufsverhalten scheinbar wenig gerüttelt. So erklärte George Weston, Chef des Primark-Mutterkonzerns Associated British Foods, laut Reuters: „Was wir bei Primark gesehen haben, ist, dass Menschen, die einkaufen können, lieber bei uns einkaufen als online.“ Über die Hälfte der Stammkunden habe während der Geschäftsschließung nichts online gekauft und auf die erneute Öffnung der Geschäfte gewartet. Aus Westons Sicht sei dies „eine sehr beruhigende Statistik“. In den E-Commerce einzusteigen, scheint für den Modehändler deshalb nach wie vor nicht wirtschaftlich zu sein. Ein Online-Shop-Betrieb mit seinen Logistik- und Retourenprozessen wäre voraussichtlich mit höheren Kosten als zusätzlichen Einnahmen verbunden.

Primark will Treibhausgas-Emissionen bis 2030 reduzieren

Allerdings will der Konzern künftig offenbar mehr Verantwortung im Bereich Klimaschutz übernehmen. Die Modebranche erzeugt laut der UN-Allianz für nachhaltige Mode acht bis zehn Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. Primarks Verkaufskonzept, viele und äußerst günstige Textilien an den Kunden zu bringen, wird im Zuge dessen häufig kritisiert. Ende Oktober ist Primark nun der „Fashion Industry Charter for Climate Action“ der Vereinten Nationen (UNFCCC) beigetreten und verpflichtet sich damit, seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um 30 Prozent zu reduzieren. Das gelte auch für die sogenannten Scope-3-Emissionen – also jene indirekten CO2-Abgase, die infolge der Geschäftsaktivitäten von Primark entstehen und außerhalb der Kontrolle des Unternehmens liegen.

Dafür wollen die Iren unter anderem 40 Millionen Produkte – doppelt so viele wie bisher – aus recycelten Materialien herstellen und 60 Millionen Waren aus nachhaltiger Baumwolle anbieten. Dafür verspricht der Fashionanbieter auch, bis 2022 mindestens 160.000 Baumwollbauern in umweltfreundlichen Anbaumethoden zu schulen. Ebenso soll ein eigenes Recyclingprogramm zunächst in Großbritannien gestartet und die Fracht vermehrt auf dem See- und Land- statt auf dem Luftweg transportiert werden. 

„Als internationaler Mode-Einzelhändler bemühen wir uns jeden Tag, Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels zu finden, und wissen, dass immer mehr getan werden kann“, so Katharine Stewart, Direktorin für ethischen Handel und ökologische Nachhaltigkeit bei Primark, laut einer Unternehmensmeldung. An dem Verkauf günstiger Artikel hält das Unternehmen dabei weiterhin fest: „Während wir große Pläne haben, um unser Geschäft nachhaltiger zu gestalten, können wir dank unserer Größe selbst mit kleinen Veränderungen viel erreichen. Und wir wollen all dies tun, ohne dass unsere Kunden höhere Preise zahlen müssen – denn wir glauben, dass nachhaltige Mode nicht unbedingt mehr kosten muss“, so Stewart.

Über die Autorin

Hanna Behn Expertin für: Usability

Hanna fand Anfang 2019 ins Team der OnlinehändlerNews. Sie war mehrere Jahre journalistisch im Bereich Versicherungen unterwegs, dann entdeckte sie als Redakteurin für Ratgeber- und Produkttexte die E-Commerce-Branche für sich. Als Design-Liebhaberin und Germanistin hat sie nutzerfreundlich gestaltete Online-Shops mit gutem Content besonders gern.

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