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Wandel zum Online-Händler

Douglas will künftig online mehr Umsatz als in den Filialen

Veröffentlicht: 13.11.2020 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 13.11.2020
Douglas

Etwa 40 Prozent des Umsatzes in Deutschland erwirtschaftet der Kosmetik-Konzern Douglas mittlerweile online. Künftig soll der Anteil bedeutend steigen: „Douglas wird in absehbarer Zeit mehr Umsatz im Internet erzielen als in den Filialen“, sagt Unternehmenschefin Tina Müller im Interview mit der Wirtschaftswoche. Mit dem zunehmenden Online-Geschäft wolle man auch die Art ändern, wie der Konzern gesehen wird. Bislang gelte Douglas „vorwiegend als Einzelhändler mit vielen Filialen“, so Müller. Künftig aber „drehen wir das Ganze bewusst um und sagen: Douglas ist ein Onlinehändler, der auch ein erfolgreiches stationäres Geschäft hat“.

Bereits im vergangenen Jahr startete das Unternehmen einen hauseigenen Online-Marktplatz, den man im März im Zuge der Coronakrise für mehr Händler öffnete – aus Deutschland und auch international. Neben aktuell Deutschland und Österreich sollen noch in diesem Jahr zwei weitere Länder dazu kommen, danach „sukzessive dann alle anderen Kernmärkte“.

Bedachte Filialschließungen

Mit der Fokussierung auf das Online-Geschäft werde es unausweichlich auch zu Filialschließungen kommen. Aktuell überprüfe man alle europaweit 2.400 Standorte und wolle abschätzen, welche Filialen sich nach Corona gut entwickeln werden. „Klar ist, dass es im stationären Handel kein Zurück zum Vor-Lockdown-Niveau gibt“, unterstreicht Müller im Interview. Man müsse sich darauf einstellen, dass viele Kunden auch nach der Pandemie weiter online bestellen werden und darauf müsse das Standortnetz angepasst werden.

In welchem Umfang Filialen geschlossen werden, ist noch unklar, dies könne man konkret „frühestens Ende Januar“ sagen. Im August 2019 war noch von etwa 70 Filialen die Rede. Die Filiale solle dennoch eine „wesentliche Säule“ der Omnichannel-Strategie bleiben – vor allem offenbar in Deutschland, das „tendenziell weniger von potentiellen Ladenschließungen“ betroffen sein soll als Südeuropa.

Mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft zeigt sich Müller vorsichtig optimistisch. Weihnachten falle „für Douglas auch in diesem Jahr nicht aus“. Man hoffe eher, davon zu profitieren, dass die Konsumenten in diesem Jahr mehr ausgeben. Den Rückgang der Kundenzahlen im stationären Geschäft könne man durch das digitale Geschäft auffangen.

Über den Autor

Christoph Pech Experte für: Digital Tech

Christoph ist seit 2016 Teil des OHN-Teams. In einem früheren Leben hat er Technik getestet und hat sich deswegen nicht zweimal bitten lassen, als es um die Verantwortung der Digital-Tech-Sparte ging. Digitale Politik, Augmented Reality und smarte KIs sind seine Themen, ganz besonders, wenn Amazon, Ebay, Otto und Co. diese auch noch zu E-Commerce-Themen machen. Darüber hinaus kümmert sich Christoph um den Youtube-Kanal.

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