Händlerbund-Jahresstudie 2020

Trotz Corona: Online-Händler so zufrieden wie noch nie – Rechtssicherheit als größte Hürde für 2021

Veröffentlicht: 25.02.2021 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 25.02.2021
Händlerbund-Studie 2020

Die Monate der Pandemie zehren durch Ladenschließungen und Ausgangssperren an den Nerven vieler Menschen – doch offenbar nicht an der Zufriedenheit der Online-Händler: Wie der Händlerbund in seiner aktuellen Jahresstudie für 2020 herausgefunden hat, waren Händler in den vergangenen sieben Jahren, das heißt seit Beginn der Studienreihe, nie wohlgestimmter. Ganze 85 Prozent gehen „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ aus dem letzten Jahr heraus. Zum Vergleich: „Sehr unzufrieden“ zeigten sich lediglich vier Prozent der befragten Anbieter.

Die Zufriedenheit der Händler dürfte gleichwohl mit der guten Umsatzentwicklung im vergangenen Jahr einhergehen: Fast zwei Drittel der insgesamt 428 befragten Händler können für 2020 auf „stark gestiegene“ Umsätze (25 Prozent) oder zumindest „gestiegene“ Umsätze (39 Prozent) zurückblicken. Dies ist genau wie die Händler-Zufriedenheit ebenfalls ein Rekordwert in der Geschichte der Studie. Lag der Anteil der „gesunkenen“ oder „stark gesunkenen“ Umsätze 2019 noch bei insgesamt 27 Prozent, konnte dieser Wert 2020 auf nur noch 18 Prozent gesenkt werden.

HB Jahresstudie 2020 Screenshot Umsatzentwicklung

Starkes Weihnachtsgeschäft und verbesserte Retourenquoten

Auch speziell das Weihnachtsgeschäft zauberte dem überwiegenden Großteil der Händler ein Lächeln ins Gesicht: Fast drei von vier Befragten (73 Prozent) konnten ihre weihnachtlichen Umsätze im Vergleich mit den Vorjahren steigern. Nur 27 Prozent mussten hier einen negativen Trend verzeichnen – ein neuer und erfreulicher Tiefstwert in der Studiengeschichte.

HB Jahresstudie 2020 Screenshot Weihnachtsgeschaeft

Die grassierende Pandemie hat dem florierenden Online-Handel noch einmal Rückenwind verliehen. Umso erstaunlicher und erfreulicher für die Händler ist die Entwicklung im Retourenbereich: Hier konnten die Händler im vergangenen Jahr einen leichten Rückgang wahrnehmen. Während 2019 noch elf Prozent der Anbieter mit „sehr vielen Retouren“ zu kämpfen hatten, waren es 2020 nur noch sechs Prozent. Von „sehr vielen Retouren“ ist hier übrigens die Rede, wenn die Retourenquote bei über zehn Prozent liegt. Auch die Quote der  „vielen Retouren“ ist im Vorjahresvergleich um ein Prozent auf 24 Prozent gesunken. 

HB Jahresstudie 2020 Screenshot Retouren

Das sind die größten Hürden für Online-Händler

Die positive Bilanz, die ein Großteil der Händler aus dem vergangenen Jahr zieht, wird auch auf die kommenden Monate übertragen: Auf die Frage, welche Erwartungen die Unternehmer an das E-Commerce-Jahr 2021 haben, reagierten drei Viertel (76 Prozent) mit sehr guten bzw. zuversichtlichen Prognosen. Dabei ist die Zahl jener, die kritischen Auges in das neue Jahr gestartet sind, von 15 Prozent auf nur noch neun Prozent gesunken. Alles in allem schauen die E-Commerce-ler also so positiv auf die kommenden Monate wie nie zuvor.

Unbenannt.jpgHB Jahresstudie 2020 Screenshot Prognosen

Trotz der guten Aussichten gibt es natürlich auch 2021 Herausforderungen, denen sich die Online-Händler stellen müssen. An der Spitze dieser Hürden stehen nach Aussagen der Befragten mit größerem Abstand die Rechtssicherheit mit 42 Prozent sowie der Druck durch Konkurrenten mit 41 Prozent. Im oberen Mittelfeld rangieren neben dem Online-Marketing (34 Prozent) auch die Kundenbindung (31 Prozent) als Hürden. Das Thema rund um Payment scheinen hingegen eher weniger Händler als Herausforderung zu betrachten: Nicht einmal jeder Fünfte (19 Prozent) nannte diesen Aspekt.

HB Jahresstudie 2020 Screenshot Herausforderungen

 Alle Ergebnisse der Jahresstudie E-Commerce 2020 hat der Händlerbund übersichtlich zusammengefasst und stellt diese auf dem HB Marketplace kostenlos zum Download bereit:

Jahresstudie E-Commerce 2020: Infografik

Jahresstudie E-Commerce 2020: pdf-Datei

Über die Autorin

Tina Plewinski
Tina Plewinski Expertin für: Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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