Verivox-Analyse

So teuer sind Ratenkäufe bei Amazon, Otto und MediaMarktSaturn

Veröffentlicht: 06.05.2022 | Geschrieben von: Ricarda Eichler | Letzte Aktualisierung: 06.05.2022
Frau shoppt, zahlt später

Angebote zum späteren Bezahlen erfreuen sich immer stärkerer Beliebtheit im wachsenden E-Commerce. Insbesondere die Möglichkeit, eine vielleicht größere Anschaffung in mehreren Raten abzubezahlen, wirkt auf viele Konsumenten verlockend. 

Dabei werden hierbei in den meisten Fällen Zinsen verlangt, welche den Gesamtpreis deutlich steigern. Das Vergleichsportal Verivox verglich die Ratenkaufoptionen der drei umsatzstärksten deutschen Online-Händler Otto, Amazon sowie MediaMarkt Saturn. Das Ergebnis: Der Einkaufspreis beim Bezahlen in Raten ist mitunter bis zu einem Drittel teurer.

Zinssätze der Online-Shops variieren stark

Für seine Analyse erstellte Verivox zwei Beispielfinanzierungen und prüfte diese in den unterschiedlichen Online-Shops mit unterschiedlichen Laufzeiten. Die Standard-Zinssätze der Shops beliefen sich je nach Laufzeit zwischen 7,69 und 15,31 Prozent.

In der ersten Kalkulation sollte ein Produkt im Wert von 2.500 Euro über einen Zeitraum von zwei Jahren finanziert werden. Dies schlug bei Otto mit einem Zinssatz von 15,31 Prozent und Kosten von 390 Euro am teuersten zu Buche. Günstiger sieht es dagegen bei MediaMarkt Saturn aus, wo sich die Zinsen mit 8,49 Prozent aufimmerhin 218 Euro belaufen. Bei Amazon wären im Testfall 7,69 Prozent Zinsen fällig, was insgesamt 198 Euro zusätzliche Kosten bedeuten würde.

Fast 32 Prozent Mehrkosten bei Otto

Ein weiterer Test wurde mit einer Kaufsumme von 5.000 Euro durchgeführt, welche über vier Jahre finanziert werden sollte. Hierfür berechnete Otto einen leicht geringeren Zinssatz von 15,2 Prozent. Konsumenten entstehen somit Mehrkosten von ganzen 1.587 Euro – also fast 32 Prozent des Kaufpreises. Bei MediaMarkt Saturn fallen für alle Finanzierungen über zehn Monate die gleichen 8,49 Prozent Zinsen an. Für 5.000 Euro Kaufpreis hieße dies 879 Euro.

Amazon bietet nur Raten bis zwölf Monate 

Schwieriger gestaltet sich der Kauf bei Amazon. Zum Zeitpunkt des Tests, am 28. April 2022, ließen sich hier lediglich Ratenkäufe bis 3.000 Euro realisieren. Amazon aktualisierte aber jüngst sein Angebot an Raten-Käufen für Visa-Kunden. Nunmehr lassen schon auch Beträge über 3.000 Euro finanzieren, jedoch nur mit Laufzeiten von drei, sechs, neun oder neun Monaten. Der Zinssatz würde hier ab einer Laufzeit über drei Monaten 8,99 Prozent betragen. Ein anständiger Vergleich mit zwei oder vier Jahren ließe sich also auch nach Einführung der neuen Optionen nicht realisieren. 

Bankkredite sind deutlich günstiger

Die Kredite, welche Online-Shops direkt anbieten, locken Kunden mit ihrem Plus an Bequemlichkeit. So ist der große Wunsch mit nur wenigen Klicks erfüllt – die Konsequenzen werden oft erst bei der ersten Rate oder gar später realisiert. Konsumenten, die eine größere Anschaffung dennoch in Raten bezahlen wollen, sollten sich am besten vorab über die verschiedenen Zinssätze informieren. 

Laut Verivox lassen sich bei Banken Angebote zur Finanzierung der geprüften 5.000 Euro mit vier Jahren Laufzeit bei Zinssätzen ab 2,28 Prozent finden. Das entspricht einem Viertel des günstigsten Zinses bei einem der geprüften Online-Shops. Heutzutage lassen sich solche Bankkredite auch vollständig digital beantragen und stellen damit nur einen geringfügig höheren Aufwand dar. 

Wie Oliver Maier, Geschäftsführer von Verivox, aber einräumt, bieten viele Banken gar keine Kredite für Beträge unter 1.000 Euro an. Für solche Beträge können Händlerkredite also dennoch eine annehmbare Option darstellen. 

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Über die Autorin

Ricarda Eichler
Ricarda Eichler Expertin für: Nachhaltigkeit

Ricarda ist im Juli 2021 als Redakteurin zum OHN-Team gestoßen. Zuvor war sie im Bereich Marketing und Promotion für den Einzelhandel tätig. Das Schreiben hat sie schon immer fasziniert und so fand sie über Film- und Serienrezensionen schließlich den Einstieg in die Redaktionswelt.

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