Studie von Seven Senders

Deutsche finden Online-Handel umweltschädlich – zu Unrecht

Veröffentlicht: 10.06.2022 | Geschrieben von: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 10.06.2022
Mann vor Symbolen

Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden in allen Bereichen wichtiger, auch beim Online-Shopping achten sowohl Kunden als auch Händler mehr darauf. Das Unternehmen Seven Senders hat in einer uns vorliegenden Studie Nachhaltigkeit im E-Commerce untersucht und dabei rund 3.500 Online-Shopper:innen in Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Spanien und der Schweiz befragt und diese Ergebnisse mit weiteren Studien ergänzt. Dabei zeigt sich unter anderem: Viele Bürger halten Online-Handel für umweltschädlich – dabei ist E-Commerce im Vergleich mit dem stationären Handel nachhaltiger. Das hätten wiederum andere Studien gezeigt.

E-Commerce verbraucht weniger CO2 als stationärer Handel

60 Prozent der Deutschen halten demnach den Online-Handel für eine Umweltsünde. Dabei verursacht ein im Internet verkauftes Produkt im Schnitt 36 Prozent weniger CO2, als ein Artikel, der im Ladengeschäft gekauft wurde. Die Hauptgründe sind die Auswirkungen durch den stationären Laden selbst sowie die Anfahrt der einzelnen Kunden. Apropos Verkehr: Laut weiteren Hochrechnungen spart der durch den Online-Handel verursachte Lieferverkehr das 4- bis 9-Fache des Verkehrsaufkommens. Die höchste Umweltbelastung im E-Commerce entsteht aber dennoch durch den Transport. 

Nutzer finden das Thema Nachhaltigkeit generell immer wichtiger – vor allem jüngere: Rund 90 Prozent der Befragten zwischen 18 und 24 Jahren meinen, dass jedes Unternehmen Verantwortung für die Umwelt übernehmen sollte. Teils wollen die Menschen dafür auch mehr ausgeben – sagen sie zumindest. 70 Prozent würden mehr Geld für nachhaltige Lieferoptionen zahlen – 16 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Auch ein Großteil der Firmen hat auf die steigende Nutzer-Nachhaltigkeit reagiert: 85 Prozent der europäischen Firmen planen, ihre Emissionen zu reduzieren.

CO2 sparen durch Zustellung an Sammelstellen statt nach Hause

Doch für das Erreichen seiner Klimaziele sei der Online-Handel auf die Mitwirkung seiner Kunden angewiesen, heißt es in der Studie. Denn diese müssen die angebotenen umweltfreundlicheren Optionen natürlich auch annehmen. Eine Möglichkeit wäre etwa die vermehrte Zustellung an „Out-of-Home-Sammelstellen“ statt an die Privatadresse – denn eine zentrale Lieferung an Paketshops und Co. würde pro Paket 300 Gramm weniger CO2 verursachen. 

Insgesamt könnten Online-Händler durch entsprechende Maßnahmen Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil und Wachstumsmotor nutzen. „Kaum eine Branche entwickelt sich so dynamisch wie der Online-Handel, der sich mit Disruption auskennt wie kaum ein anderer. Frühzeitig auf die Wünsche von Konsument:innen einzugehen und diese rasch und effizient umzusetzen, gehört zu seinen Stärken. Die intensive Debatte um Umwelt- und Klimaschutz sowie mehr Nachhaltigkeit im Konsum können E-Tailer einmal mehr nutzen, um zu wachsen und an Stärke zu gewinnen“, fasst Seven-Senders-CEO Thomas Hagemann zusammen.

Auch der Händlerbund informiert über Nachhaltigkeit und gibt Tipps zur Umsetzung für Online-Händler.

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Über den Autor

Markus Gärtner
Markus Gärtner Experte für: Local Commerce

Markus ist 2018 zum OHN-Team dazugestoßen und berichtet unter anderem über aufstrebende StartUps im E-Commerce. Zuvor hat er beim Branchendienst Location Insider die digitalen Ideen des stationären Handels beleuchtet und für mobilbranche.de den Online-Handel via Smartphone und Apps ins Auge gefasst. Die Digitalisierung der Medienbranche konnte er in seiner Zeit bei dem Branchendienst turi2 beobachten.

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Kommentare  

#1 Richard W. Pfeiffer 2022-06-13 10:17
Die Hauptgründe sind die Auswirkungen durch den stationären Laden selbst sowie die Anfahrt der einzelnen Kunden

Eine Möglichkeit wäre etwa die vermehrte Zustellung an „Out-of-Home-Sa mmelstellen“ statt an die Privatadresse – denn eine zentrale Lieferung an Paketshops und Co. würde pro Paket 300 Gramm weniger CO2 verursachen.

Was sind das bitte für Aussagen? Der einzelne Kunde muss auch zur Sammelstelle fahren. Und wenn dieser Kunde sogar noch in der Stadt lebt wo das Geschäft einen Stationären Handel hat, verursacht man in diesem Fall sogar noch mehr CO2.

Wenn man die Möglichkeit hat, stationär einzukaufen, sollte man das auch tun. Man kann nämlich auch mit dem Fahrrad fahren und das ist bekanntlich CO2 neutral und fördert noch die Gesundheit.

Mit freundlichen Grüßen

Richard W. Pfeiffer
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