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Probleme bei Amazon: Kontensperrung durch Verifikationsprozess

Veröffentlicht: 29.04.2015 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 16.06.2015 | Gelesen: 16043 mal

Viele Händler, die auf dem Amazon Marketplace handeln, müssen derzeit einen langen Verifikationsprozess durchlaufen. Dabei kann es zur Kontensperrung kommen – aber selbst wenn alles optimal läuft, kommt es zu Problemen.

 Amazon logo: Weiß auf Schwarz

360b / Shutterstock.com

Amazon sorgt derzeit mit dem Verifikationsprozess für Marketplace-Händler für viel Aufsehen. Aufgrund einer Neuauslegung der Geldwäschebestimmungen der EU überprüft das Unternehmen derzeit die Händler erneut. Dabei kommt es immer wieder zu Komplikationen und einige Händlerkonten werden gesperrt.

Dass es beim Verifikationsprozess von Amazon zu Problemen kommen soll, hatte zuvor Mark Steier von Wortfilter berichtet. Nun bestätigt auch t3n, dass es zu schwerwiegenden Komplikationen während der erneuten Überprüfung der Händlerkonten kommt.

Amazon übt sich in mangelnder Kommunikation

Amazon führt bei der erneuten Überprüfung auch den kompletten Verifikationsprozess durch – das heißt, dass die üblichen Dokumente wie Gewerbeanmeldung und Handelsregisterauszüge wieder vorgelegt werden müssen. Während des Verifikationsprozesses sollen die Händlerkonten geöffnet bleiben, der Verkauf kann also wie gewohnt weiterlaufen. Bei Unstimmigkeiten droht aber eine Sperrung des entsprechenden Kontos.

Amazon gießt zudem mit seiner mangelnden Kommunikation mehr Öl ins Feuer: t3n zufolge versucht das Unternehmen sich an der Divise „soviel Informationen, wie nötig aber so wenig Informationen, wie möglich“. Bei eventuellen Fehlangaben soll Amazon den konkreten Fehler nicht benennen können. Zudem soll die Bearbeitungsdauer von wenigen Stunden bis zu mehreren Wochen reichen.

Rechtsprechung existiert noch nicht

Dass Amazon im Zweifelsfall Konten sperrt, ist trotzdem – leider – das gute Recht des Unternehmens, wie unsere Rechstexpertin Yvonne Gasch erklärt:

„Von der rechtlichen Warte fällt das Urteil zum Vorgehen durch Amazon leider ernüchternd aus. Online-Händler müssen sich vor Augen halten, dass Amazon für Sperrungen oder Kündigungen in seinen AGB entsprechende Bedingungen festlegen kann. Daher ist die Plattform berechtigt, das Verkäufer-Konto bei Verstößen gegen die Bestimmungen seiner AGB zu sperren. Die Voraussetzungen einer Sperrung müssen jedoch belegt werden. Gelingt dies nicht, hat der Inhaber des Accounts grundsätzlich einen Anspruch auf Freischaltung.

Online-Händlern muss jedoch auch klar sein, dass die Geschäftsverbindung zu Amazon nicht ewig dauern muss, denn die AGB sehen ein reguläres Kündigungsrecht vor. Dies hat zur Folge, dass ein Ausschluss von der Plattform möglich ist, ohne dass es dafür einer weiteren Begründung bedarf. Ob man Amazon bereits eine marktbeherrschende Stellung zusprechen kann, werden Betroffene sicher bejahen wollen. Rechtsprechung existiert dazu bisher nicht.“

Amazon überprüft die Konten aufgrund der EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Geldwäsche. Nach der sogenannten Know Your Costumer-Regelung, die auf Artikel 8 der 3. EU-Anti-Gedlwäsche-Richtlinie basiert, müssen Händler anhand von offiziellen Dokumenten und persönlichen Angaben überprüft werden. Kommt es hier zu Unstimmigkeiten, wird von einem Geldwäsche-Verdacht ausgegangen.

Viele Amazon-Händler tragen Probleme beim Handeln auf dem Marketplace heran. Diese Probleme sind zum Teil technischer, praktischer oder rechtlicher Natur und behindern die Händler bei ihrem Tagesgeschäft. Wir sammeln die Erfahrungen, berichten in unserer Themenreihe „Probleme bei Amazon“ darüber, fragen bei Amazon nach und halten Sie auf dem Laufenden.

Bisher sind in der Themenreihe „Probleme bei Amazon“ erschienen:

Kontensperrung durch Verifikationsprozess

Das Anhängen an bestehende Artikel

Asics beschränkt offenbar Handel auf dem Marketplace

Kommentare  

#28 Caroline 2017-04-18 15:28
Gibt es immer noch keine Rechtsprechung zur Verifikation? We kann es sein das Amazon Rechtsfreiheit in Deutschland genießt? Ich finde das Tolerieren dieses unfairen Geschäftsgebare n von Amazon durch unsere Behörden und Institutionen den eigentlichen Skandal. Niemanden interessiert das, wenn Amazon die Lagerbestände seiner Händler völlständig ausräumt und diese ruiniert.
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#27 Andreas 2017 2017-02-15 19:01
Ich finde Amazon ist eine Schande. Seit mehr als 6 Jahren haben wir bei Amazon verkauft und im letzten Jahr hat uns das Verkäuferkonto suspendiert und zwar ohne Grund. Wir haben bestimm drei Mal die so genannte Verifizierung durchlaufen und es war alles in Ordnung. Schaden bis heute ca. 15.000 Euro, die wir in den letzten drei Monaten eingebüßt haben. Kundenservice ist schlecht und es gibt keine Reaktion nur einfache Emails, dass das Konto geprüft wird und nach 90 Tagen freigeschaltet wird. Wir haben noch mehrere Tausendeuro auf dem Konto. Das Geld wird nicht ausgezahlt und keine Reaktion. Wir haben ca.20 Email geschrieben aber ohne Reaktion. Die 90 Tage sind vor 2 Wochen vorbei und immer noch keine Nachricht.
Finder weg von Amazon. Haben jetzt eigenen Internetshop und Ebayshop eröffnet.
Alle die ich kenne rate ich von Amazon ab. Das Geschäftskonto meines Partners aus China hat man auch gesperrt und das Verkäuferkonto meines Bruders auch.

So ist , dass wenn ein Monster das Geschäft beherrscht.
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#26 Ferry 2016-09-02 19:40
Hallo ich komme aus Schwarzwald. Ich habe auch diese Mail von Amazon bekommen in dem Sie das Guthaben von ca.6000,00 Euro für 90 Tage eingefroren haben. Begründung für Garantieabwickl ungen und Rückläufer. Bei uns gibt es keine Rücklauf oder Garantieanträge . Dadurch das uns Amazon von den Tagesumsatz von 600 Euro nur 60 Euro in 14 Tagen ausbezahlt hat, sind wir bei den Kunden zu Lieferschwierig keiten gekommen. Ich habe öfter auf die Verhältnismäßig keit zwischen Verkauf und Auszahlung hingewiesen. Was uns die Performance geschadet hat und Amazon uns aus diesem Grund suspendiert hat. Ich überlege bei der Polizei eine Anzeige wegen Betrug und Unterschlagung zu machen. Was glaubt Ihr wie man Sie gegen solche Machenschaften wehren kann. Ich will nicht mehr bei Amazon verkaufen, wir verkaufen gut bei Ebay und haben sehr gute Bewertungen. Ich will nur mein Geld das mir von Amazon unterschlagen wurde. Nur eine Sammelklage hilft noch!!!!
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#25 Ali Ashrafi 2016-04-29 11:21
ich suche ein super Anwalt, ist leider mein Konto bei amazon gesperrt,

Danke
Mfg
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#24 Ali Ashrafi 2016-04-29 11:20
leider ist mein konto bei amazon seit gestern gesperrt,

ich suche dringend ein super Anwalt für das?

würde mich freuen wenn sie mir helfen,

Danke
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#23 Caroline 2016-03-04 12:17
Diese Woche hat das OLG Köln Amazon verboten den Kunden die bezahlten digitalen Inhalte zu blocken. Meine Kindelbüher habe ich jetzt mit Erfolg frei schalten lassen.

Das ich bei Amazon nicht mehr verkaufen kann aufgrund misglückter Verifiikation kann ich hinnehmen. Das Vertrauensverhä ltnis ist ja auch zerrütet.

Was ich nicht hinnehme ist die Verweigerung des Multi Channel Fulfilmentauftr ages. Würde Amazon mir den Zugang zu meinen Waren ermöglichen, könnte ich diese über andere Kanäle verkaufen.
Auch sehe ich es nicht ein, auf meine Kosten ein Lager zu räumen ohne Grund. Auch hier vermischt Amazon das Rechts des Verkaufens auf der Plattform und das Recht des Kunden (Fulfillment Kunde). Zum Fulfilment schreibt Amazon, dass es keiner Verträge bedarf. Das kann aber nicht bedeuten, dass Amazon auf Kosten des Kunden diesen jederzeit fristlos beenden kann. Auch ein auflösen des Kontos ist nicht möglich, weil es keinen Sinn macht, jedes Produkt an die gleiche Adresse zu schicken...Wenn Amazon nun einen behindert, in der Lagerauflösung und im weiteren Verkauf der Ware über andere Verkaufskanäle, ist es überhaupt rechtens, dann Lagergebühren einzufordern? Ich habe es jetzt nicht geschafft mit Amazon so ins Gespräch zu kommen, wie wir am geschicktesten vorgehen mit der Lagerauflösung. Ich habe in ganz Europa 5000 Produkte liegen. Nicht bei allen Produkten macht es noch Sinn, die in ein anderes Lager zu schicken. Einige müsste man vernichten.

Wenn die Verifikation nur den Grund hat, Geldwäsche zu unterbinden, heißt dass jetzt, dass Amazon mich der Geldwäsche beschuldigt? Bis auf das man mich nicht Verifizieren kann, habe ich keine weitere Antwort erhalten - außer der, das ich Amazon nicht mehr schreiben brauche, weil ich keine Antworten bekomme.

Habe ich eine Möglichkeit gegen die Verunglimpfung meiner Person vorzugehen?

Macht es Sinn meine Ware auf Kosten Amazons so lange dort zu lagern, bis Deutsche Gerichte sich diesen Fragen annehmen und sie so lösen, wie mit den Digitalen Inhalten? Ist eine grundlose, fistlose Kündigung überhaupt möglich? Ebay darf das zum Bsp nicht! Ist ja albern unterschiedlich e Gesetzt für unterschiedlich e Firmen zu haben.
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#22 Andreas Bernardi 2016-02-13 00:36
An alle betroffenen Kommentatoren,
anlässlich eines aktuell produzierten TV-Beitrags (ARD) über diese und weitere zweifelhafte Methoden Seitens Amazon (im Umgang mit seinen Händlern), würde ich euch freundlich bitten, mit mir Kontakt aufzunehmen:
[email protected]
Sämtliche Informationen werden selbstverständl ich diskret behandelt.
Jeder, der (nötigenfalls anonymisiert) seine Erfahrungen mit uns teilen möchte, darf sich angesprochen fühlen, mitzuhelfen.
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#21 Ächtung Amazon 2015-11-13 23:31
@bad Amazon -1. meine Kommentare werden auch gelöscht. 2. bei der Sammelklage wäre ich gerne dabei.
Amazon sollte gesellschaftlic h geächtet werden!!! Betreibt bei Amazon nur Informationskla u und kauft dann auf kleinen Webseiten!!! Amazon verprellt durch unseriöse Verhalten seiner Händler und auch seine guten Kunden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ein begeisterter Amazonkunde auf die Idee des Verkaufens bei Amazon kommt. So war es bei mir. Das heißt Privatleute und nicht unbedingt Geschäftsleute werden auf die Plattform gelockt. Der Mensch und der Kunde zählt bei Amazon nicht! Wenn man zum Bsp. überhaupt keine Fehler beim Verkaufen macht (FBA) und sehr gute Verkäufe hat - sperrt Amazon das Konto aufgrund von Verfikation. Dann möchte Amazon diese tollen Produkte lieber selbst verkaufen. Kommunikation und ordentliche Abwicklung wird gekappt, so dass man erst einen Anwalt einschalten muss. Das ist natürlich auch sehr bitter...Erst ist der Account/Verkauf /Einnahmen weg, dann kommt die Umsatzsteuer, u.U. hat man schon wieder sehr viel Ware nachgeordert - ist Amazon die einzige Einnahmequelle ist das der Ruin. Was Amazon so gefährlich macht ist, dass Amazon das einzige Unternehmen ist, das fristlos ohne Angaben Verträge kündigen darf. Nachdem Amazon über Monate meine Gelder und Ware eingefrohren hatte und auch nicht bereit war mir den Grund für den Verlust der Verkäuferrechte mitzuteilen (was heißt das, man konnte mich nicht verifizieren?) muste ich auch noch einen Anwalt bezahlen. Angeblich soll ich meine Ware zurück erhalten - aber es ist legitim das Konto für immer zu sperren, auch wenn kein Grund vorliegt.
Man hat keine Chance und ist ruiniert
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#20 BadAmazon 2015-08-16 10:30
Also ich bin immer wieder erstaunt, wie Amazon es schafft die Kritik aus dem Internet löschen zu lassen indem kleinere Webseitenbetrei ber unter Druck gesetzt werden. Vier kritische Beträge wurden in den letzten 5 Jahren gelöscht (z.B. Dooyoo, u.v.a.m.). Nun aber zum Thema:
Amazon’s Aktionen finden nur statt, um zu erfolgreiche Händler durch eigene Angebote zu ersetzen. Wir haben es mit zwei Herstellern selbst erlebt. Zunächst wird die Konkurrenz analysiert und im Anschluss werden die Angebote durch eigene ersetzt. Amazon hat es auch bei uns versucht. Der Schaden > 10.000 EUR Deckungsbeitrag (nicht Gewinn). Nun stelle sich Jemand vor man würde ihm einfach mal 3 Monate keinen Lohn bezahlen und genauso handelt Amazon. Es wird versucht Händler mit scheinheiligen Argumenten aus dem Rennen zu werfen und zu schädigen. Wir müssten zunächst einen Anwalt einschalten. Den Schadenersatzan spruch haben wir angemeldet. Ob die Klage folgt hängt von der Anzahl der Händler ab, die sich uns anschließen (Sammelklage). Um den Schaden einzuklagen haben wir 3 Jahre Zeit.

Da Amazon gemerkt hat, das man uns mit einer solchen Aktion nicht einschüchtern kann, hat man uns als Kunden nun wieder entdeckt und versucht uns unter der privaten Telefonnummer (wir haben schon 4 mal schriftlich auf das BDSG hingewiesen) das Lagern von Waren in Polen und Tschechien schmackhaft zu machen. Da sollten die deutschen Amazon-Angestel lten sehr genau hinhören. Gewerkschaften sind Amazon offensichtlich ein Dorn im Auge. Das klingt nach der Nokia-Strategie 2008, als man von Bochum nach Rumänien umzog. Auch die armen Lagermitarbeite r von Amazon werden jetzt gegen die polnische Billigkonkurren z ohne Streikambitione n ausgespielt. Wir denken aktuell über das Streichen alle FBA Artikeln nach. Zudem haben wir 50 % Artikel zu Ebay verlagert und die Amazon Angebote gestrichen.

Ich denke das auch dieser Artikel bald gelöscht wird.
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#19 Caroline 2015-08-16 03:15
Hier werden Forderungen an Amazon gestellt, die absolut wichtig sind. Amazon hat schon jetzt vergessen, wem es seinen Erfolg zu verdanken hat. So entäuschend. Unterschreibt und teilt die Petition von Change.org https://www.change.org/p/all-current-and-former-amazon-sellers-merchant-or-fba-amazon-com-amazon-jeff-bezos-help-correct-the-fundamental-flaws-in-the-amazon-seller-performance-department?recruiter=72742148&utm_source=share_petition&utm_medium=facebook&utm_campaign=autopublish&utm_term=des-lg-share_petition-reason_msg
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