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Cyberkriminalität: Täter an Packstation festgenommen

Veröffentlicht: 04.05.2015 | Autor: Julia Ptock | Letzte Aktualisierung: 04.05.2015

Die Anzahl an Betrügereien und Verbrechen in Netz nimmt immer weiter zu. Im Herbst vergangenen Jahres machte ein Fall, bei dem ein Ebay-Kleinanzeigen-Betrüger von Händler überlistet und so gefasst werden konnte, Schlagzeilen. Nun konnte ein Betrüger Dingfest gemacht werden. Der von ihm verursachte Schaden soll bei 25.000 Euro liegen.

Moderner Laptop mit Polizei-Absperrband

(Bildquelle Cybercrime: John Smith Design via Shutterstock)

Es war ein Erfolg für den Arbeitsbereich Cybercrime beim Betrugskommissariat der Kripo Coburg. Nach aufwendiger Recherche und viel Ausdauervermögen konnten die Beamten einen Online-Betrüger aus dem Landkreis Coburg überführen.

Bestellungen mit gefälschten Kreditkarten

Bereits im März konnten Beamte des Arbeitsbereichs Cybercrime des Betrugskommissariats der Kripo Coburg feststellen, dass vor allem eine bestimmte Packstation in Coburg als Lieferanschrift bei mehreren Betrugsfällen genutzt wurde. Allerdings war das nicht alles. Auch Lieferungen nach Fürth, Bamberg und Sonneberg konnten von den Beamten dieser Betrugsserie zugeordnet werden. In der Meldung des Polizeipräsidiums Oberfranken und der Staatsanwaltschaft Coburg heißt es: „Mit gefälschten Kreditkarten bestellte er [der mutmaßliche Betrüger, A.d.R.], über zuvor gehackte Accounts ahnungsloser Bürger, insbesondere hochwertige Elektronikartikel sowie hochpreisige Kleidung und ließ diese dann an diverse Packstationen liefern.“ Insgesamt soll es sich um einen Schaden von 25.000 Euro handeln.

Auf frischer Tat ertappt

Sichergestellte Gegenstände
© Polizei Coburg

Eine erste Überwachungsmaßnahme seitens der Polizei bei der Packstation zeigte jedoch keinen Erfolg. Erst nach weiteren Ermittlungen konnten die Experten einen 28-jährigen Mann aus dem Landkreis Coburg als Tatverdächtigen ausmachen. Um den Fall abzuschließen, organisierten die Kriminaler umfangreiche Überwachungsmaßnahmen und konnten schließlich Ende März den Verdächtigen auf frischer Tat an einer Packstation überraschen und festnehmen.

Dann ging für den 28-jährigen Täter alles ganz schnell. Nach Durchsuchung des Autos und dem Finden von zahlreichen Beweisstücken wie Markenkleidung und gefälschten Personalausweisen, wurde zeitnah eine Wohnungsdurchsuchung angeordnet. Dort fanden die Beamten neben mehreren gefälschten Ausweisen und Packstations-Karten auch ein Magnetkartenlesegerät sowie Marihuana und Crystal in kleineren Mengen auf.

Der mutmaßliche Täter wurde mittlerweile dem Haftrichter des Amtsgerichts Kronach vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl gegen den Betrüger wegen Wiederholungsgefahr. Wie es in der Pressemeldung der Polizei heißt, werden die Ermittlungen weiter andauern, dass vor allem die Auswertung der Asservate dauern wird. Der Grund dafür: Die missbrauchten Zugangsdaten, Kreditkarten und Bankkonten lassen sich Geschädigten im ganzen Bundesgebiet zuordnen.

Cyberkriminalität nimmt zu

Der aktuelle Anlass macht deutlich, dass das Internet für viele Betrüger eine einfache Möglichkeit ist, sich Ware zu beschaffen und Händler zu prellen. Wie eine Grafik von Statista zeigt, steigt die Anzahl der polizeilich erfassten Fälle von Cyberkriminalität im engeren Sinne – also Delikte im Bereich Computerbetrug, Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten, Fälschung beweiserheblicher Daten etc. – zunehmend an. Auch wenn es 2013 64.426 Straftaten gab und es sich so nur um eine geringe Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (2013: 63.959) handelt, ist sehr wohl davon auszugehen, dass die Anzahl weiter steigen wird.

 

Statistik:  Polizeilich erfasste Fälle von Cyberkriminalität im engeren Sinne* in Deutschland von 2000 bis 2013

Kommentare  

#1 Andreas Eschelmüller 2015-05-05 10:54
Wenn ich hier Sätze wie "Nach aufwendiger Recherche" lese muss ich sehr lachen. Wir können als Online Händler täglich mehrere Adressen von Betrügern an die Polizei übermitteln und sie braucht nur mit dem Botenfahrer mit zugehen um den Betrüger zu verhaften. Aber leider interessiert das so gut wie keine Polizeidienstel le. Der "kurze" Dienstweg ist den meisten ein Graus, lieber arbeiten sie Monate später die Anzeigen ab - da sind die Betrüger schon lange über alle Berge.
Und bezüglich der Anzahl der polizeilich Erfassten Fälle liegt die Dunkelziffer sicher um das hundertfache höher. Im Jahresdurchschn itt ist jede 20. Bestellung ein Betrugsversuch.
Dazu fällt mir noch die Aussage der österreichische n Cypercrime Abteilung ein:"Online Kreditkartenbet rug ist kein Cyberverbrechen."

Ich kann nur alle (vor allen kleinere) Händler Waren: Schaut auch die Bestellungen genau an und prüft sie.

Ansonsten noch einen schönen und erfolgreichen Tag.
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