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Lebensmittel: Online-Kunden bleiben vorsichtig

Veröffentlicht: 14.10.2013 | Autor: Giuseppe Paletta | Letzte Aktualisierung: 14.10.2013

Rewe, Amazon oder der lokale Bauernhof: Viele bieten im Internet Lebensmittel an. Trotzdem greifen nicht nur in Deutschland kaum Menschen auf das Angebot zurück. Eine Studie der Unternehmensberatung ATKearney hat Konsumenten in Deutschland, Schweiz und Österreich befragt und untersucht, woran das liegt.

Online-Handel mit Lebensmitteln nimmt minimal zu.

Der Online-Handel mit Lebensmittel wächst. Das hat eine Studie der Unternehmensberatung ATKearney durch Befragung von Verbrauchern in Deutschland, Österreich und der Schweiz festgestellt. Insgesamt wird der deutsche Online-Food-Market im Jahr 2012 allein in Deutschland auf 370 Millionen Euro geschätzt. Die meisten Konsumenten sehen aber im Online-Food-Markt mehr eine Kuriosität, als eine ernsthafte Alternative zum klassischen Lebensmittelhändler. Das belegt der nach wie vor sehr geringe Marktanteil von Lebensmitteleinkäufen im Internet.

Lebensmittel werden nur probeweise im Internet gekauft

ATKearney hat zusammen mit Teams der Universitäten Köln, St. Gallen und Wien zwischen Mai und Juli 2013 rund 2.900 Verbraucher zu ihrem Konsumverhalten befragt. Waren es 2011 noch 18 Prozent der Befragten, gaben dieses Mal 27 Prozent an, Online-Food-Angebot zu nutzen. „Der Zuwachs resultiert allerdings in erster Linie aus Probekäufen“, kommentiert Mirko Warschun, Partner von ATKearney die Studienergebnisse. Nur ein deutlich geringerer Teil der Konsumenten habe den Online-Kanal in sein regelmäßiges Einkaufsverhalten integriert.

Hälfte der E-Commerce-Konsumenten zweifelt an Qualität der Lebensmittel

Das zeigt auch der sehr kleine Marktanteil von Online-Einkäufen für Lebensmittel in Deutschland. Nur 0,3 Prozent aller Nahrungsmittel würden laut ATKearney im Internet eingekauft. Jene Befragten, die ihre Nahrungsmittel nicht im Internet kaufen, gaben hauptsächlich zwei Gründe dafür an: 66 Prozent der Befragten sind mit dem stationären Lebensmittelmarkt zufrieden und 55 Prozent zweifeln an der Qualität und der Frische der Nahrungsmittel im Netz.

„Kunden in Stammkunden zu verwandeln, ist in diesem Zusammenhang eine der größten Herausforderungen für Online-Lebensmittelhändler“, sagt Mirko Warschun. Lediglich fünf Prozent der befragten Deutschen, vier Prozent der Österreicher und elf Prozent der Schweizer würden bislang wiederkehrend Lebensmittel im Internet einkaufen.

Ein Prozent kauft Lebensmittel in den USA online

Generell scheinen Menschen ungern ihre Nahrungsmittel im Internet kaufen zu wollen. Auch in den USA, in mancher Hinsicht ein Vorreiter in Sachen Online-Handel, kaufen nur ein Prozent der Konsumenten ihre Lebensmittel im Internet. Dort werden insgesamt 850 Milliarden US-Dollar für Lebensmittel ausgegeben, sechs Milliarden davon fallen auf den E-Commerce.

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