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Studie: Online-Handel klimafreundlicher als stationärer Handel

Veröffentlicht: 08.10.2015 | Autor: Julia Ptock | Letzte Aktualisierung: 24.01.2017 | Gelesen: 3881 mal

Der Online-Handel schadet dem Klima! - Dieses Argument wird gern von Gegnern des E-Commerce verwendet. Nun nimmt eine aktuelle Studie dem Argument jedoch den Wind aus den Segeln, denn tatsächlich ist der Transport von Waren vom Händler zum Kunden effizienter und setzt weniger klimaschädliche Gase frei. So das Ergebnis der der Deutschen Clean Tech Instituts (DCTI) Studie „Klimafreundlich einkaufen – eine vergleichende Betrachtung von Onlinehandel und stationärem Einzelhandel“.

Erde aus Knete in den Händen eines Kindes

(Bildquelle Klimafreundlich : Ilike via Shutterstock)

Die neue Studie des Deutschen Clean Tech Instituts wurde im Auftrag der Otto Group und Hermes durchgeführt und kommt zu dem Ergebnis, dass der Online-Handel das Klima nicht mehr als der stationäre Handel belastet. Dabei bezieht die Studie sowohl die Retouren als auch die mehrfache Anfahrt durch den Paketzusteller mit ein. Tatsächlich werden laut Studie im Durchschnitt sogar weniger CO2-Emissionen verursacht, wenn ein Paket online bestellt wird. Die Ergebnisse basieren auf der repräsentativen Befragung von 1.000 Kunden und berücksichtigt zudem das Kundenverhalten.

Selbst inkl. Retour ist CO2-Ausstoß im Online-Handel geringer

CO2 Emmissions-Vergleich
© Deutschen Clean Tech Instituts, 2015

Bei der DCTI-Studie handelt es sich um eine vergleichende Untersuchung zwischen stationärem Einzelhandel und Online-Handel. Bezüglich der Frage, welcher Vertriebsweg im Hinblick auf die Transportwege klimaschädlicher ist, kann klar gesagt werden, dass der stationäre Handel problematischer ist. Der Grund dafür liegt vor allem im zurückgelegten Weg. Wird stationär gekauft, ist der Weg, den der Kunde zum Markt und wieder nach Hause zurücklegt, ein großer Einflussfaktor. Bei online bestellten Waren fällt dieser weg. Nur 10 Prozent der Kunden holen die Pakete selbst beim PaketShop ab.

Auch wenn die Retouren tatsächlich den CO2-Ausstoß erhöhen, so kann dennoch in Bezug auf die Gesamtemissionen (Kauf inkl. Retoure) der Vorteil des Onlinehandels durch den stationären Einzelhandel nicht kompensiert werden. Besonders deutlich wird dies am Käufertyp „Der Sparsame“. Hier liegt die CO2-Emmission, die durch einen Einkauf und die Retoure im stationären Handel verursacht wird (ca. 0,65 kg CO2 pro Artikel), 30 Prozent über dem Wert, den das gleiche Produkt verursacht, wenn es im Internet bestellt und retourniert worden wäre (ca. 4,1 kg CO2 pro Artikel).

Ein vergleichbares Ergebnis zeigt sich auch bei der Betrachtung von Produkten des Großstückversands (Warenzustellung an den Kunden durch zwei Personen). Die CO2-Emissionen aus dem Kauf dieser Produkte im stationären Einzelhandel liegen durchgehend über denen des Online-Handels.

Ziel: Vermeidung von unnötigem Verkehr

Der Grund für das Ergebnis liegt laut der Studie primär beim verdichteten Transport der Sendungen durch die Paketdienste, die je Anfahrt immer mehrere Kunden beliefern. Die individuelle Anfahrt ist dem gebündelten Verkehr deutlich unterlegen. Hanjo Schneider, Vorstand Services Otto Group und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Hermes Europe GmbH, zieht für sich und die Unternehmen folgende Schlüsse aus der Studie: „Grundsätzlich belegt die Studie, dass nur die Vermeidung von unnötigen Verkehren zur weiteren CO2- Einsparung führen kann. Deshalb arbeiten wir weiter mit Hochdruck daran, unser Angebot noch effizienter zu gestalten. Alternative Versandoptionen wie PaketShops, WunschZustellung, Zeitfensterzustellung oder Paketboxen helfen uns dabei, den Kunden noch häufiger direkt beim ersten Anlauf zu erreichen - und so die für die Logistik maßgebliche Erfolgsquote zu erhöhen.“

Die vollständige DCTI-Studie „Klimafreundlich einkaufen – eine vergleichende Betrachtung von Onlinehandel und stationärem Einzelhandel“ kann hier kostenlos heruntergeladen werden. Die wichtigsten Ergebnisse und sieben Maßnahmen für ein besseres Einkaufsklima wurden zudem in einer Infografik aufgearbeitet.

Ergbnisse der DCTI Studie Klimafreundlich einkaufen
© Deutschen Clean Tech Instituts, 2015

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