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Die Zukunft der Möbelbranche liegt im Online-Handel

Veröffentlicht: 05.02.2016 | Autor: Martin Gaitzsch | Letzte Aktualisierung: 05.02.2016

Weil Online-Händler wie Home24 oder Otto im Möbel- und Einrichtungs-Segment starke Wachstumsraten aufweisen, kommt eine Studie des ECC Köln zu dem Schluss, dass dies das Aus für zahlreiche lokale Möbelgeschäfte bedeuten könnte. Die Zukunft der Möbelbranche wird daher voraussichtlich in der Verknüpfung von Online- und Offline-Handel liegen.

Möbelgeschäft

(Bildquelle Möbelgeschäft: Photographee.eu via Shutterstock)

Der Möbelhandel ist lange Zeit nicht die Schlüsselbranche der Online-Welt gewesen. Nach Angaben des Bundesverbandes des Deutschen Möbelhandels (BVDM) entfallen auch im Moment nur sechs Prozent des Gesamtumsatzes in Sachen Möbel auf die Online-Händler. Doch gewisse Vorwärtsentwicklungen sind unübersehbar. Home24-CEO Domenico Cipolla hat unlängst festgestellt, dass er „das Potenzial für den Online Möbelverkauf“ bei Weitem nicht ausgereizt sehe. Sein zu Rocket Internet gehörendes Unternehmen vermeldete nun eine Umsatzsteigerung um über 63 Prozent innerhalb der ersten neun Monate von 2015 auf über 171 Millionen Euro.

Ähnlich positive Resultate verbuchte Otto, die insgesamt 700 Millionen Umsatz im Jahr 2015 meldeten. Aufgrund solcher Zahlen erwarten Experten weitere Umsatzzunahmen, die das Aus für bestehende lokale Geschäfte bedeuten würden. „Der Online-Anteil wird kontinuierlich wachsen, aber es ist eine Evolution, keine Revolution", schätzt Marco Atzberger vom Forschungsinstitut EHI die Situation ein. 

Konkurrenz für kleine Geschäfte am größten

Im Moment sind es hauptsächlich Einrichtungsgegenstände für einzelne Räume, die online bestellt werden. Zukünftig könnten jedoch Verbraucher auch vermehrt Küchen oder Sofas im Internet ordern, deshalb sieht der ECC-Branchenexperte Jens Rothenstein hier Nachholbedarf und kommt zu dem Schluss: „Viele Händler scheinen die Bedrohung noch nicht erkannt zu haben“. Nach Angaben der ECC-Studie könnte jedem dritten von insgesamt 30.000 Möbelgeschäften die Schließung drohen. Damit stünde 10.000 Möbelfilialen das Ende bevor.

Vermutlich sind kleine stationäre Geschäfte die Verlierer dieser Entwicklung. Denn diese werden von zwei Seiten in die Zange genommen: Einerseits von wachsenden Online-Händlern, andererseits von großflächigen Konkurrenten. Denn wie Marco Atzberger vom EHI feststellt, werden weiterhin auch große Möbelhäuser errichtet, deren Zukunft in der Verbindung der Vertriebswege Online- und Offline liege.

Marktführer Ikea setzt auf Omnichannel-Strategie

Anhand des deutschen Marktführers Ikea wird deutlich, wie eine solche Weiterentwicklung aussehen könnte. Zum einen möchte der schwedische Möbelhändler neue Online-Shops eröffnen, andererseits werden für die Kunden Abholzentren errichtet, wo die Kunden online bestellte Waren in Empfang nehmen können. Ikea-Manager Klaus Cholewa erläutert die Strategie wie folgt: „Ziel ist es, dass möglichst viele Menschen in Deutschland innerhalb einer Fahrtzeit von 20 bis 45 Minuten bei Ikea einkaufen oder ihre online bestellte Ware abholen können.“

Auch 2016 werden allerdings potenzielle Kunden immer noch Möbel vor Ort sehen und sogar ausprobieren wollen. Eine Prognose des IFH Köln und der BBE Handelsberatung, gibt an, dass im Jahr 2016 die positive Entwicklung des Online-Handels weitergeht. So wird wohl in diesem Jahr erstmals die 20-Milliarden-Euro-Marke übertroffen werden und dabei insbesondere in Schlafzimmereinrichtung, Einbauküchen, sowie Klein und Ergänzungsmöbel investiert.

Marktentwicklung im Möbelmarkt

© IFH Köln, BBE Handelsberatung 2016

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