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bvh-Jahrbuch: Rückblick und Trends im Online-Handel

Veröffentlicht: 05.11.2013 | Autor: Giuseppe Paletta | Letzte Aktualisierung: 05.11.2013

Das Kompendium des Interaktiven Handels soll zum Jahrbuch für den Online- und Versandhandel werden. Zumindest wenn es nach dem Herausgeber, dem bvh geht. Wir haben uns die aktuelle Ausgabe genauer angesehen und zusammengefasst, wie sich der Online-Handel entwickelt und was Online-Händler zu neuen Trends sagen.

Wir haben Erkenntnisse aus dem Kompendium des bvh zusammengetragen.

Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) hat sein aktuelles Kompendium des Interaktiven Handels vorgelegt. OnlinehändlerNews liegt das als Jahrbuch angedachte Kompendium vor, deshalb wollen wir an dieser Stelle einige interessante Einblicke aus den enthaltenen Studien und Fachbeiträgen vorstellen.

Insgesamt konnte der Online-Handel bei uns laut dem Jahrbuch rund 27,6 Milliarden Euro umsetzen, 2011 waren es noch 21,7 Milliarden gewesen. Zum Vergleich: der Einzelhandel erzielte 2012 laut Statistischem Bundesamt einen Gesamtumsatz von etwa 428 Milliarden Euro.

bvh: Verbraucher kaufen vorwiegend Bekleidung online

Am meisten kauften deutsche Konsumenten Bekleidung online. Fast sechs Milliarden Euro setze der Online-Handel mit Bekleidung 2012 im Internet um. Elektroartikel waren die zweitbeliebtesten Konsumgüter im Internet, mit ihnen wurden hierzulande etwa 3,5 Milliarden Euro umgesetzt. Den mit Abstand größten Zuwachs hatte die Sparte Mobiltelefone: 2011 machten Online-Händler damit noch einen Umsatz von 500 Millionen, 2012 waren es mit 970 Millionen Euro fast doppelt so viel. Bemerkenswert ist auch, das trotz strenger Richtlinien für Händler, immer mehr Menschen Medikamente im Internet einkaufen: 360 Millionen gaben deutsche Verbraucher dafür 2012 aus.

Das Kompendium konnte einen weiteren Trend bestätigen: Immer mehr Menschen kaufen bei uns mit ihren Smartphones oder Tablets ein: Vier von zehn Deutschen haben angegeben, 2012 das Smartphone für mobile Einkäufe genutzt zu haben.

Die Macher des Kompendiums haben Vertreter aus dem E-Commerce über künftige Trends befragt. Die fünf Trends, welche demnach die größte Rolle im Online-Handel spielen werden: Multichannel-Strategien, Mobile Optimierung, Internationalisierung/Cross Border, Online-Kaufberatung für Kunden und Same-Day-Zustellung.

Multichannel: Top-Trend im E-Commerce

„E-Commerce und stationärer Handel werden zu einer Welt verschmelzen“, sagt Jörn Werner, CEO vom Elektrohändler Conrad Electronics hierzu. Der bvh konstatiert, dass die Verzahnung von Off-und Onlinehandel der Top-Trend für Online-Händler ist.

„Produkte werden morgens auf dem Weg zur Arbeit auf dem Smartphone recherchiert, die Recherche wird in der Pause auf dem Arbeitsrechner fortgeführt und abends auf dem Sofa wird dann über das Tablet gekauft“, sagt Petri Kokko, Direktor Retail und Travel bei Google Deutschland zum Thema. In diesem Rahmen gewinnt auch Mobile Payment an Relevanz, heißt es im Kompendium.

Online-Handel über Ländergrenzen hinweg

„Die Herausforderung im Interaktiven Handel wird sein, dem Endkunden ein Einkaufserlebnis zu bereiten, bei dem Grenzen nicht spürbar sind. Es muss sich anfühlen, wie Einkaufen im vertrauten Umfeld“, kommentiert Thomas Kipp, CEO von DHL Global Mail den Trend zum Cross Border. Der bvh bemerkt, dass Händler beim Cross-Border Shopping auf die länderspezifische Gestaltung der Shops, als auch auf länderspezifisch rechtliche Besonderheiten achten müssen.

Eine größere und spezifischere Auswahl an Versandoptionen erreiche nach dem englischsprachigen Markt nun auch Deutschland, stellt der bvh weiter fest. Andreas du Plessis, Geschäftsführer bei MetaPack, fügt hinzu: „Das Thema Zustellmodell hat im deutschen E-Commerce noch nicht die Bedeutung gefunden, die es z.B. im englischen Markt seit Jahren hat.“ Dort werde die kundenspezifische Lieferung als wichtigster Erfolgsfaktor im stark umkämpften Online-Handel betrachtet.

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