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E-Commerce entdeckt Big Data

Veröffentlicht: 13.11.2013 | Autor: Giuseppe Paletta | Letzte Aktualisierung: 13.11.2013

Was in anderen Branchen wie dem Bankwesen oder dem Versicherungssektor schon länger angewendet wird, muss sich im Online-Handel noch etablieren: Big Data. Trotzdem gibt es auch bei uns schon große Online-Händler, die Big Data und die automatisierte Datenauswertung für sich entdeckt haben.

Der E-Commerce entdeckt Big Data für sich.

Die Datenflut nimmt durch den digitalen Wandel Tag für Tag zu. Egal ob mobile Endgeräte wie Smartphone, Tablet oder Kreditkarte, die Datenmengen welche Verbraucher preisgeben, werden immer komplexer und unübersichtlicher. Längst hat sich für die systematische und automatisierte Auswertung dieser Datenberge ein Buzzwort etabliert: Big Data. Große Online-Händler wie Amazon oder Otto setzen schon länger auf Big Data und versuchen durch die systematische Auswertung des Datengoldes, Erkenntnisse über ihre Kunden zu gewinnen und gar deren zukünftiges Verhalten zu prognostizieren.

Big Data: Weltweites Datenvolumen von 40 Zettabyte

Nach Berechnungen des US-Marktforschungsinstituts IDC verdoppelt sich das weltweite Datenvolumen alle zwei Jahre und bis zum Jahr 2020, soll das weltweit gesammelte Datenvolumen auf 40 Zettabytes ansteigen. US-Konzerne wie Google oder Facebook sind von Anfang an dabei, das Datengold anhand mathematischer Modelle systematisch auszuwerten und Prognosen aufzustellen. Der Online-Handel steht dem Big Data-Trend aber eher skeptisch gegenüber. Investoren und Kongresse versuchen regelmäßig, den E-Commerce vom Potential des Big Data zu überzeugen. Erst Anfang der Woche trafen sich verschiedene Unternehmensvertreter auf den „Big Data Days“ in Berlin, um die Möglichkeiten automatisierter Datenauswertungen auszuloten.

In den USA versuchen aktuell Investoren den Online-Handel von der Dringlichkeit des Big Data zu überzeugen. Channel IQ, ein US-Anbieter von Big Data-Lösungen für den E-Commerce hat diese Woche zum Beispiel weitere 12 Millionen US-Dollar von seinen Investoren bekommen, um nach eigenen Angaben die weltweit größte Datenbank mit Daten aus dem Handel aufzubauen. Händler sollen dann in Zukunft Datenpakete von Channel IQ kaufen können, zum Beispiel wenn es darum geht ein neues Produkt an den Markt zu bringen und den potentiellen Erfolg vorauszusagen.

Amazon, Otto & Co setzen auf Big Data

Im deutschen Handel werden bislang Unternehmen wie Amazon, Otto, BMW oder dm mit Big Data in Verbindung gebracht. Die Drogeriemarktkette dm soll dank Big Data die eigenen Umsatzströme mehrerer Jahre analysiert haben, um zum Beispiel genauer zu wissen, wann welche Filiale wie viel Mitarbeiter braucht.

Der Versandhändler Otto soll laut der Wochenzeitung „Die Zeit“, eine eigene Big Data-Software nutzen, um seine Bedarfsplanung für das gesamte Sortiment zu optimieren. Das Unternehmen füttere demnach die Software pro Woche mit 300 Millionen Datensätzen, um daraus eine Milliarde Prognosen darüber zu erstellen, wie sich der Absatz einzelner Artikel in den folgenden Tagen und Wochen entwickeln werde. Otto soll durch die Big Data-Software zwei Millionen Euro eingespart haben, da man durch die Softwareprognosen bis zu 30 Prozent weniger überschüssige Ware auf Lager gehabt habe.

Und dann wären da noch die Marktplätze wie eBay oder Amazon, die selbst Unmengen von Daten sammeln und auch auf Big Data-Lösungen setzen. EBay setzt auf Big Data, um die Verkaufspreise so hoch wie möglich anzusetzen und trotzdem die Kundenzufriedenheit zu steigern. Tom Fastner von eBay USA sprach kürzlich auf einer Konferenz in Texas über die Big Data-Strategie des Auktionshauses.

„Wir haben Daten über alles. Wir wissen was unsere Nutzer ansehen, was sie mögen oder was sie kaufen“, sagte Fastner auf der Konferenz. EBay soll demnach die Daten von 100 Millionen Nutzern täglich sammeln und damit jeden Tag 12 Terrabyte speichern. Insgesamt soll eBay im Moment laut Tom Fastner eine Datenbank mit vier Petabyte zur Verfügung stehen, um Big Data-Analysen durchzuführen.

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