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Amazon: Automatisierung der Logistik könnte viele Arbeitsplätze kosten

Veröffentlicht: 10.12.2013 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 10.12.2013

Wenn in den letzten Tagen und Wochen im E-Commerce die Rede von Robotern und Drohnen aufkam, war dies meist an Hohn und Spott gekoppelt. Doch nun soll Amazon eine ernst gemeinte Automatisierung mithilfe von Robotern planen – und zwar im Bereich der Logistik. Sollte dies eintreffen, könnte eine Entlassungswelle über das Unternehmen hinwegrollen.

Amazon: Automatisierung der Logistik könnte Arbeitsplätze kosten

(Bildquelle Logistik-Roboter: Kjpargeter via Shutterstock)

Worum geht es nun in der neuesten „Roboter-Aktion“ von Amazon? – Wie das Wall Street Journal betitelt, sollen „Lagerarbeiter durch Roboter“ ersetzt werden. Doch dabei handelt es sich diesmal nicht um einen PR-Gag oder einen lokal begrenzten und noch nicht spruchreifen Einsatz von Maschinen. Diesmal geht es um Umstrukturierungspläne, die für die zahlreichen Arbeitnehmer tatsächlich zur Gefahr werden könnten.

Denn bereits im vergangenen Jahr übernahm Amazon Kiva Sytems, ein Technologieunternehmen, das sich auf logistische Automatisierungsprozesse mithilfe von Robotern spezialisiert hat. Diese Logistik-Maschinen kommen bereits bei großen US-amerikanischen Unternehmen wie dem Bekleidungseinzelhändler GAP oder der Spielwarenkette Toys "R" Us zum Einsatz. Dort helfen sie bereits aktiv bei der Kosten-Minimierung im Zuge der umfassenden Lieferprozesse. Bis zu 40 Prozent der Abwicklungskosten sollen dabei eingespart werden können.

Die entsprechenden Roboter bringen bei ihren Tätigkeiten enorme Leistungen: In einem Bruchteil der Zeit, die ein „menschlicher Mitarbeiter“ für die gleichen Aktivitäten bräuchte, rasen die Maschinen durch die Gänger der Warenlager und suchen vollautomatisch die entsprechenden Artikel aus den Regalen. "Wir glauben, das ist für Amazon eine bedeutende Möglichkeit, seine operative Effizienz in der Auftragsabwicklung zu verbessern", kommentiert Analyst Shawn Milne, der die möglichen Einsparungen auf über 900 Millionen US-Dollar im Jahr einschätzt.

Im dritten Quartalsbericht von Amazon offenbarte der Konzern nun den Einsatz der Maschinen in den eigenen Lagern: Dabei sollen vorerst etwa 1.400 Roboter der Firma Kiva in drei unternehmenseigenen Logistikzentren verwendet werden. Zwar könne eine weitgehende Automatisierung immer noch in einiger Zukunft liegen, eine Umrüstung scheint nichtsdestoweniger sehr naheliegend.

Wir sind gespannt, wie sich die Lage entwickeln und wann sich Amazon selbst zu den entsprechenden Plänen äußern wird.

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