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Healthcare-Patent: Ebay will, dass Menschen sich gesund shoppen

Veröffentlicht: 23.05.2016 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 23.05.2016

Der Healthcare-Markt ist das nächste große Ziel vieler großer Unternehmen. Auch Ebay hat sich offenbar bereits für die Gesundheit der Menschen interessiert: Ein Patentantrag des Unternehmens beschreibt eine mobile App, die auf gesundheitliche Auffälligkeiten reagieren will. Unter anderem schlägt Ebay den Menschen vor, dass sie sich doch einfach gesund shoppen sollen.

 Healthcare-App

(Bildquelle Healthcare: Denys Prykhodov via Shutterstock)

Ebay hat ein Patent angemeldet, mit dem das Unternehmen offenbar die Gesundheit der Menschen verbessern will. In dem Patentantrag ist ein System beschrieben, das über eines oder mehrere Wearables Daten wie etwa den Puls oder auch den Blutdruck erfasst und diese in einer Datenbank sammelt, um ein Gesundheitsbild des Nutzers zu erarbeiten. Treten Abweichungen von diesem „Normalzustand“ auf, will Ebay den Menschen über die mobile App helfen. Registriert die App beispielsweise einen abnormal erhöhten Herzschlag, schlägt sie vor, zwei Aspirin zu nehmen.

Ebay schlägt in seinem Patentantrag aber nicht nur derart „traditionelle“ Abhilfen vor: „So könnten beispielsweise Kaufvorschläge für Medikamente zur Behandlung bestimmter gesundheitlicher Auffälligkeiten des Nutzers (z.B. Kopfschmerzen, anhaltendes Niesen, etc.) oder Buchungen von Massagen zur Behandlung bestimmter gesundheitlicher Auffälligkeiten (z.B. Muskelkrämpfe oder Rückenschmerzen) gemacht werden“, heißt es im dem Patentantrag. Aber auch hier ist für Ebay offenbar noch lange nicht Schluss. „Selbst der Kauf von Kleidungsstücken (z.B. von Schuhen) zur Behandlung bestimmter gesundheitlicher Auffälligkeiten (z.B. Depressionen, Lethargie, generelle Unzufriedenheit etc.)“ könne durch die App vorgeschlagen werden, heißt es.

Ebay schlägt auch stationäre Geschäfte vor

Kauf dich glücklich? Eine Strategie, der Ebay offenbar nicht abgeneigt ist. Dabei will sich das System aber auch auf Erfahrungswerte verlassen: Der Kauf von Schuhen werde nur vorgeschlagen, wenn er bei den vorliegenden Symptomen tatsächlich Abhilfe schaffen könnte. Um das zu ermitteln, vergleicht Ebay die Daten der Nutzer mit denen anderer Nutzer als Referenzwert. Es ist auch nicht gesagt, dass Ebay die Menschen damit dazu anhalten will, mehr Produkte auf dem Online-Marktplatz zu kaufen: „In einigen Fällen hängen die therapeutischen Effekte der Kaufvorschläge mit dem direkten Erhalt der Ware oder des Services zusammen und deshalb bringt die Anzeige von stationären Ladengeschäften, in denen das Produkt oder der Service erworben werden können, bestimmte Vorteile mit sich.“

Das dürfte immerhin Shopaholics freuen, die sich mit dem Kauf wieder zurück in die Zufriedenheitszone bringen. Fraglich bleibt, was Ärzte von einer derartigen App halten. Selbst die digitale Anweisung, wann man am besten welche Medikamente nehmen sollte, könnte mehr als fragwürdig sein. Immerhin: Ebay scheint bei der Umsetzung des Patents keine Eile zu haben: Der Patentantrag wurde bereits im Jahr 2014 eingereicht. Bleibt also die Frage, ob Ebay eine derartige App tatsächlich in dieser Form umsetzen wird – und ob der Tipp, sich bei schlechter Laune doch einfach ein neues Paar Schuhe zu kaufen, in der endgültigen Fassung erhalten bleiben wird.

Entdeckt wurde der Patentantrag von Ecommerce Bytes.

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