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Otto.de: Miet-Modell „Otto Now“ soll Kunden ans Unternehmen binden

Veröffentlicht: 19.09.2016 | Autor: Julia Ptock | Letzte Aktualisierung: 20.09.2016 | Gelesen: 4485 mal

Zwar stellte die Otto Einzelgesellschaft zum Halbjahresgespräch keine absoluten Zahlen vor, doch man befinde sich auf dem richtigen Kurs. Das Wachstum liegt dabei über dem Anspruch von fünf Prozent. Zudem stellte Marc Opelt, Bereichsvorstand Vertrieb, den neuen Service „Otto Now“ vor – ein Miet-Modell, bei dem Kunden bald bestimmte Produkte auf Zeit mieten können.

Otto Campus

© Otto

Otto.de: Mit Umsatzentwicklung sehr zufrieden

Am 19. September hat die Otto Einzelgesellschaft zum Halbjahresgespräch geladen. Zu den absoluten Zahlen hielten sich Alexander Birken, Konzernvorstand Multichannel Distanzhandel und noch Sprecher von Otto, sowie Marc Opelt, Bereichsvorstand Vertrieb, zwar zurück, doch erklärten sie, dass man sich weiter auf Erfolgskurs befinde. Im ersten Geschäftshalbjahr 2016/17 liegen die Umsatzentwicklungen über den Erwartungen von fünf Prozent. Und auch der Renditeanspruch von drei Prozent wird erfüllt. Speziell die Sortimente Möbel und Multimedia (Tablets, Smartphones, ect.) wachsen zweistellig. Im Bereich Fashion ist das Wachstum einstellig. Insgesamt, so Alexander Birken, sei man „sehr, sehr zufrieden“. Für das anstehende Weihnachtsgeschäft erwarte man, dass der Umsatz über mobile Endgeräte rund 50 Prozent ausmachen wird.

Ein Grund für die Entwicklung dürfte vor allem das Wachstum des Kundenstammes sein. Die Neukundenzahlen stiegen um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 850.000, bei insgesamt rund 4 Millionen aktiven Kunden allein im ersten Halbjahr. Dabei kommen die Besucher mittlerweile zu über 50 Prozent über mobile Endgeräte in den Shop, 4 von 10 Euro werden schon mobil generiert. Damit liegt der mobile Umsatzanteil bei fast 50 Prozent. Die Zahl der Neukunden begründet sich vor allem durch den Wandel des Unternehmens. „Der kulturelle und technologische Wandel bei OTTO konnte das Tempo der digitalen Transformation weiter steigern“, so Alexander Birken. So sollen zukünftig beispielsweise über eine Business Intelligence Plattform sämtlich Daten gebündelt und ausgewertet werden. Das Ziel: eine bessere Personalisierung der Empfehlungen für die jeweiligen Kunden.

Otto Now: Miet-Modell soll Kunden binden

Mit Investitionen von über 10 Millionen Euro finanziert Otto ein Innovation Lab. Aus diesem ist zum Beispiel der noch in diesem Monat in den Test startende Service „Otto Now“ hervorgegangen. Fernseher, Waschmaschinen, Tablets oder Kaffeevollautomaten können Kunden zukünftig nicht nur bei Otto kaufen, sondern über die neue und separate Plattform „Otto Now“ auch langfristig mieten. Die Idee: “Wir glauben, dass Konsumenten zukünftig auch physische Produkte auf Zeit mieten möchten und dies genauso einfach und sorgenfrei sein sollte, wie Musik zu streamen oder Car Sharing zu nutzen“, erläutert Marc Opelt, Bereichsvorstand Vertrieb. „Aufgrund solcher Beobachtungen ist für uns jetzt der richtige Moment, um die Bereitschaft der Konsumenten für Mietangebote zu testen. Unser Ziel ist es, unseren Kunden nah zu sein, ihre Wünsche zu verstehen und bestmöglich zu erfüllen.“

Der neue Service umfasst zu Beginn Produkte aus den Bereichen Multimedia, Haushaltselektronik und Sport. Darüber hinaus wird Otto zu jedem Produkt einen Rundum-Service inklusive Aufbau, Wartung und kostenloser Reparatur anbieten. Die Mindestmietdauer bei allen Produkten beträgt drei Monate. Was die Preisgestaltung des Services bzw. das Preismodell betrifft, konnten noch keine definitiven Aussagen getroffen werden, da sich dieses noch in der Entwicklung befindet. Allerdings soll der Preis am Ende dem normalen Verkaufspreis entsprechen. Auf Nachfrage erklärte Marc Opelt, dass nach Ablauf der Miete die Kunden entsprechend verlängern bzw. das Produkt zu einem entsprechenden Preis kaufen könnten. Natürlich nimmt Otto die Produkte auch wieder zurück. Abhängig vom Produkt wird dieses eventuell als B-Ware weiterverkauft.

Generell ist Otto darum bemüht, in weitere Lebensbereiche der Kunden einzudringen und diese an die Marke zu binden. Dafür werden zukünftig noch weitere Services folgen. Um welche es sich dabei handeln könnte, wurde jedoch nicht kommuniziert.

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