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Amazon: Problem mit Fake Shops nimmt offenbar zu

Veröffentlicht: 26.04.2017 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 17.05.2017 | Gelesen: 17400 mal

Die Fake-Shop-Problematik auf dem Amazon-Marktplatz nimmt kein Ende und aktuell wieder an Fahrt auf. Händler berichten von täglich neuen schwarzen Schafen, die mittlerweile auch am eigenen Umsatz kratzen.

Amazon

IB Photography / Shutterstock.com

Der Begriff „Fake Shop“ verdient sich langsam, aber sicher eine Nominierung für das Unwort des Jahres. Seit Monaten kämpft der Marketplace von Amazon mit der Problematik, dass sich vermeintliche Händler bei Amazon anmelden und Produkte, teils auch teure Heimelektronik wie Flachbildfernseher, zu Spottpreisen anbieten. Dahinter verbergen sich stets Betrüger, die das Geld vom Kunden abgreifen wollen, ohne, dass dieser jemals die Ware zu Gesicht bekommt. Seit einigen Tagen erreichen uns wieder vermehrt Meldungen von Händlern, die über Fake Shops plagen. Die Problematik wächst und das bekommen die ehrlichen Händler mittlerweile am eigenen Leib zu spüren.

Alte Konten und Umsatzeinbrüche

Die aktuelle Masche sieht offenbar so aus, dass die Betrüger bewusst alte Verkäuferkonten kapern, die zwar seit Jahren keine Bewertungen mehr erhalten haben, aber immer noch aktiv sind. Mit vor Jahren gesammelten Bewertungen erwecken diese dann beim Kunden sogar den Anschein von Vertrauenswürdigkeit. Angeboten würden über diese Konten dann etwa Blu-rays und DVDs für einen oder zwei Euro, die eigentlich ein Vielfaches wert sind. Gerade, weil der Kunde dann auf der ersten Angebotsseite oft gleich mehrere Angebote mit dem Spottpreis findet, schaut er nicht ganz so genau hin.

Die Fake-Anbieter sind zwar oft nur wenige Stunden oder einen Tag aktiv, da aber stets neue aus dem Boden sprießen, sind auch echte Händler direkt betroffen. Ein Amazon-Händler berichtet uns, dass sein Umsatz durch Fake-Shops in den vergangenen Tagen um 80 Prozent eingebrochen ist. Die Flut der falschen, vermeintlich supergünstigen Produkte führt dazu, dass die Kunden seine Angebote gar nicht erst finden. Mancher Händler spielt bereits offen mit dem Gedanken, dem Amazon-Marktplatz den Rücken zu kehren, sollte sich das Problem nicht bald lösen.

Händler frustriert, Amazon in Zugzwang

Verständlicherweise sind die Händler frustriert, weil sie selbst kaum mehr machen können, als Amazon auf das Problem hinzuweisen. Die Preise lassen sich bei der Flut an falschen Produkten ohnehin nicht konkurrenzfähig anpassen. Manche haben es sich aus der Not heraus zur Aufgabe gemacht, die entsprechenden Fake-Shops an Amazon zu melden, doch die Rückmeldung vom Unternehmen komme oft spät oder gar nicht. Dabei seien die Fake Shops recht einfach zu identifizieren. Aktuell sind Alter und Bewertungen der Shops Indizien für Betrug. Auffällig sei aber vor allem, dass die meisten Shops mit einem identischen Lagerbestand von etwa 3.000 Produkten an den Start gehen würden.

Amazon selbst hatte OnlinehändlerNews gegenüber bereits im November bekräftigt, sich ausreichend geschützt gegen Fake-Shops zu sehen, räumte aber schon damals ein, dass man jeweils erst nach Kenntnis aktiv werden könne. Marktplatz-Händler fanden die Aussagen wenig befriedigend. Eine Anfrage bei Amazon zu den aktuellen Fällen und Amazons Umgang damit läuft, ist bislang unbeantwortet. Sobald sich das Unternehmen äußert, werden wir den Artikel entsprechend aktualisieren.

Kommentare  

#20 Melanie 23.05.2017, 22:30 Uhr
das Unwort des Jahres wird schon das Wort Digitalisierung werden oder Innovation, nicht noch ein Unwort nachschieben, bitte ;)

Diese Fakeshops sind allerdings schon ein wenig auffällig, meist durcheinanderge würfelte Buchstaben oder Vor und Nachname 0 Bewertungen und dann massig eingestellt.
Als Kunde würde ich niemals bei "so einem" kaufen. Aber andere Kunden neigen jetzt villeicht dazu alles beim sicheren Anbieter, nämlich Amazon selbst zu kaufen. Nachteil für die ganzen seriösen Händler
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#19 Bri 09.05.2017, 12:35 Uhr
Wir sind Buchversender mit eigenem Online-Shop. Am WE hatten wir mehrere Bestellungen die Anlass zur Überprüfung gegeben haben. Rechnungs und Lieferanschrift war stets verschieden. Rechnungsanschr ift nicht existent.
Wir haben nun mehrere Personen der Lieferanschrift kontaktiert. Alle haben am Wochenende über Amazon ein Buch bestellt, weil es günstiger war als das preisgebundene Buch, und auch bezahlt.
Der Verkäufer bestellt dann bei einem Händler das gleiche Buch und lässt es an die Lieferanschrift schicken - die Rechnung landet dann im "Nirvana".
Der Betrug fällt erst einmal nicht auf, weil die Lieferung ja zugestellt wurde.
Wir wollten Amazon darauf aufmerksam machen, da wir inzwischen wissen um welchen Händler es sich handelt - anscheinend interessiert das niemanden.
Mittlerweile sind 13 Bestellungen bei uns eingegangen die das gleiche Muster aufweisen. Natürlich werden wir nicht mehr ausliefern. Ich hoffe, die Käufer bekommen ihr Geld wieder.
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#18 oap25924 04.05.2017, 10:55 Uhr
Amazon zeigt sich äußerst schwerfällig, wenn man auf Fake-Shops hinweist. Es werden zunächst bürokratische Hürden aufgebaut, bevor man Hinweise überhaupt zur Kenntnis nimmt:
1) Was meinen Sie mit Fake Shops? Kennen wir gar nicht, nie gehört.
2) Wir sind da gar nicht zuständig!
3) Überhaupt verwenden Sie ja gar nicht das richtige Formular. Beweisen Sie uns bitte erstmal, daß Sie durch die Fake Shops geschädigt wurden. Haben Sie das Markenrecht? Wenn ja, bitte blablabla, wenn nein, bitte blablabla.

Sieht ganz danach aus, als wünsche Amazon, von Belästigungen wie Beschwerden, Hinweisen auf Betrügern usw. verschont zu werden.

Man kann nur hoffen, daß bei den Fake Shops tatsächlich massiv eingekauft wird und Amazon für das Geld der betrogenen Kunden geradestehen muß (A-Z Garantie).
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#17 Dirk 29.04.2017, 22:36 Uhr
Händler die heute noch glauben sie müßten bei Amazon verkaufen, sind in meinen Augen Verkäufer, welche ihre Unterwürfigkeit und Sklavendasein ausleben möchten. Rational lässt sich ansonsten dieses Verhalten nicht mehr erklären.

Amazon ist einfach eines der schlechtesten Verkaufsplattfo rmen für Händler die es gibt:

1. Kein Service, keine direkte Kontaktaufnahme , kein persönliche Betreuung

2. Amazon kann ohne Vorwarnung das Geld des Händlers "einfrieren" und (wie bei mir) 117 Tage einbehalten.

3. Datenschutzausk ünfte werden nicht beantworten, obwohl direkt an den Datenschutzbeau ftragten von Amazon geschickt. (hier wurde die luxemburgische Datenschutzbehö rde von mir in Kenntnis gesetzt)

4. Markenrecht wurde erst nach 1 1/2 Jahren Kampf von Amazon widerwillig, nach Androhung einer Schadenersatzkl age und Lizenzgebühren, anerkannt.

5. Wenn Dummheit Flügel hätte, wäre Amazon ein Luftschloss. Ein Händlerkonto zu kündigen, auch aufgrund der Tatsache, dass es vermehrt Fakeshops und gekaperte Shops gibt, scheint fast ein unmögliches unterfangen zu sein. Zumindest versuche ich seit letztes Jahr mein Shop zu kündigen, was dazu führt, dass ich immer wieder neue lustige automatisierte Emails von Amazon bekomme, dass ich einmal einen Plan zu Lieferfristen einreichen muss,.... hä, habe keine Angebote bei Amazon online und will auch nichts über Amazon verkaufen. Andermal kommt eine Email, dass sich ein Mitarbeiter besonders um meinen Fall sich kümmern wird,... tja das war es auch schon mit der Nachricht. Nie mehr etwas von dem Mitarbeiter gehört... und so weiter !

6. Wie bereits schon mehrfach festgestellt, sind mittlerweile soviele Fakeshops bei Amazon online, dass eigentlich der dümmste Käufer dies erkennen sollte (kein Impressum, Verkaufspreise weit unter dem billigsten Anbieter etc.) Aber bei der Geiz-ist-geil-M anier gönne ich jedem Käufer, dass er am Ende mehr zahlt, als wenn er bei einem ordentlichen Shop gekauft hätte.

7. Und möge Jeff Bezos als erstes mit seiner Amazon-Rakete auf den Mond fliegen, für immer dort bleiben und den Rest der Welt mit seinem Schwachsinn verschonen.
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#16 Hans 29.04.2017, 11:05 Uhr
Die sehen es ja noch nicht mal für Notwendig, einen Hinweis für die Kunden auf die Startseite zu machen.

warum können bei neu angemeldeten Konten, gleich Hunderte von Artikel gelistet werden?
und warum wird bei länger inaktiven Konten, nicht eine neue Verifizierung gemacht, bevor man wieder so viele Artikel listen kann ?
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#15 [email protected] 29.04.2017, 09:02 Uhr
Ich verstehe einfach nicht , dass Amazon nicht merkt wenn in ein Verkäufer Konto, dass seit Jahren nicht aktiv war, plötzlich tausende Artikel hoch geladen werden!
Jeder Verkäufer der sich bei Amazon Deutschland anmeldet wird verifiziert bis zum Erbrechen.
Stimmt nur ein kleines Fitzelchen nicht,muss nochmal und zum xten mal Papierkram hochgeladen werden.
Steuer ID, Impressum alles wird lanwierig geprüft.
Wenn du dann endlich in den erlesenen Kreis der Amazon Verkäufer aufgenommen bist, bekommst du eine ASIN Sperre wenn Amazon meint du hättest zuviele Artikel auf einmal eingestellt.
Wir haben nun seit eineinhalb Jahren mit Chinesen zu tun , die sich an unsere Eigenmarke drann hängen.Neu ist jetzt seit ein paar Wochen, das es gehäkte fake Shops sind.
Amazon ist auf Provit aus.Solange der Rubel rollt, interessiert das dort niemanden wer dabei als Händler über den Jordan geht.
Amazon sollte aber überlegen, wie lange Kunden sich noch betrügen lassen.
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#14 Carsten 28.04.2017, 02:02 Uhr
Bin leider leider auch Opfer eines Hacks geworden. Ich hatte meinen letzten Amazonverkauf im Mai 2016 also fast einem Jahr. Generell habe ich relativ wenig verkauft. Dafür habe ich dennoch gute Bewertungen erhalten, da stets immer alles in Ordnung war. Dies haben sich dann anscheinend die Hacker zunutze gemacht. Letzte Woche konnte ich nur tatenlos zusehen wie ich rund 300 E-Mails innerhalb 2-3 Stunden bekam mit Verkaufsorders obwohl ich gar nichts bei Amazon inseriert hatte.
Ernüchternd musste ich zur Kenntnis nehmen das Amazon relativ wenig dagegen unternimmt. Lediglich eine Sperrung meines Verkäuferkontos . Da ich aber auch noch ein Käuferkonto besitze und dort auch nicht mehr rein kann ist das nun für mich doppelt ärgerlich. Wahrscheinlich werde ich gar nichts mehr bei Amazon einkaufen geschweige denn Verkaufen, da mir die Hilfe seitens Amazon ein wenig zu kurz kommt und man einfach alleine gelassen wird. Durch eigene Recherchen konnte ich auch sehen das mein Verkäufershop der bei 4.8 Sternen lag bevor dieser gehackt wurde nun durch 1 Sterne Bewertungen geflutet wird und Amazon nichts dagegen unternimmt. Ein Telefonsupport gibt es auch nicht nur ein lausiges Formular woraufhin man per E-Mail eine Antwort erhält und diese auch eine halbe Ewigkeit dauert.
Amazon muss sich dringend was Überlegen und etwas ändern um ihre Glaubwürdigkeit zu wahren ansonsten denke ich, dass viele Kunden oder Händler der Plattform den Rücken kehren werden.
Ich kann nur anderen gehackten Verkäufern empfehlen als Absicherung den Behördengang zur Polizei zu machen um auf der "sicheren" Seite zu stehen falls Regressansprüch e gestellt werden. Was für mich ein weiterer Grund ist der Plattform den Rücken zu kehren.
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#13 Ulrich 27.04.2017, 19:38 Uhr
Wegen ein China Händler meldung bin bei Amazon suspendiert und bekomme keine Nachrichten oder Antworten seit 6 Monaten! Nur automatisierte email das ich mus ein Plan senden! Haben bestimmt 10 Pläne gesendet wie Ich problem mit China Händlär lösen werde,der reagiert nicht. Amazon sein Personal für die Kunden Support hat in Singapur! Bin raus, habe schaden über mehr als 50.000 EUR, könnte keine Ware mehr seit 6 Monaten verkaufen aber Amazon kassiert jeden Monat seine 36 EUR. Und überhaupt Amazon ist schon überfällig mit tausenden China Händlern, die Artikel mit Tiefstpreisen anbieten und zerstörn ganzer Markt. Sogar die zahlen keine Steuern und nur Gebühren an Amazon. Eine Ende muß mal kommen.....Alle muß raus aus Amazon. Amazon Aktie steigt trotzdem unnormal!
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#12 Maddin 27.04.2017, 16:32 Uhr
Leider sind wir seit kurzem auch davon betroffen. Jeden Tag kommen neue Fake-Shops mit gehackten (meist privaten) Accounts mit echten Bewertungen, manchmal sogar mit Impressum! Uns werden Verkäufe geklaut, die Kunden über den Tisch gezogen. Warum macht Amazon nichts dagegen?! Wir sind hilflos und sehr ratlos wie es weitergehen soll...
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#11 Hans 27.04.2017, 15:45 Uhr
Mir leuchtet es nur nicht ein, warum die inaktive Konten besser hacken können, als aktive. die Fakeshops sind ja vorwiegend inaktive Konten
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