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Studien belegen: Online-Kunden bemerken Preisänderungen gar nicht

Veröffentlicht: 18.05.2017 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 18.05.2017 | Gelesen: 2218 mal

40 Prozent der Kunden bemerken Preisänderungen in Online-Shops nicht. Dies geht aus aktuellen Studien hervor. Bei den österreichischen Studien wurden die Nutzung von Dynamic Pricing und der immer wichtiger werdenden personalisierten Preisgestaltung untersucht. 

Online-Shopping

© Georgejmclittle / Shutterstock.com

Repricing ist ein wichtiges Werkzeug im E-Commerce und wird mittlerweile vom Großteil aller Online-Händler genutzt. Das Dynamic Pricing ist dabei bereits weit verbreitet. Preise werden je nach Wochentag,  Tageszeit und Wetterlage angepasst. Studien der Arbeitskammer (AK) in Österreich und des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens (eine Initiative des Österreichischen Instituts für angewandte Telekommunikation OIAT) belegen, dass auch das Personal-Pricing häufiger wird, berichtet der ORF.

Ein Preis pro Person

Bei der individualisierten Preisbildung werden personenbezogene Daten mit einbezogen: Das Online- und Shopping-Verhalten, der Standort oder das Endgerät. Früher war es ein Mythos, dass etwa iPhone-Nutzer mehr zahlen als Android-Nutzer, mittlerweile kann Kunden mit teureren Endgeräten tatsächlich ein höherer Preis angezeigt werden, da man davon ausgeht, dass hier eine höhere Zahlungsbereitschaft vorhanden sei, so Thorsten Behrens, Geschäftsführer des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens. „Noch experimentieren die Onlineshop-Betreiber vorsichtig, um ihre Kunden nicht zu verärgern,“ so Behrens.

Preisschwankungen werden kaum registriert

Für die Studie des Österreichischen Gütezeichens wurden 500 Österreicher befragt und kurioserweise bemerken 40 Prozent der Nutzer Preisschwankungen überhaupt nicht, unabhängig davon, ob es dynamische oder personenbezogene Preise sind. Am ehesten werden diese noch bei Reisebuchungsportalen bemerkt. Dabei gaben aber auch nur 25 Prozent an, Schwankungen bei Hotel- und Flugbuchungen registriert zu haben, 15 Prozent bei Pauschalreisen. Behrens: „Wir wissen, dass Flüge Montag und Dienstagvormittag günstiger sind als beispielsweise abends oder am Wochenende.“ Produktbezogene Preisänderungen bemerkten nur 15 Prozent, vor allem bei Unterhaltungselektronik.

Die personalisierte Preisgestaltung sei derzeit noch schwer nachweisbar, Händler müssen aber darauf achten, die Fairness zu wahren. „Beispiele zeigen, dass es schnell zu Reputationsschäden kommen kann, wenn Kunden das Gefühl haben, unfair behandelt worden zu sein.“ Rabatte und Gutscheine würden beim Kunden besser ankommen als eine intransparente Preisgestaltung. Jedoch: Von denjenigen Kunden, die Preisschwankungen bemerken, vergleichen dann „nur“ 60 Prozent mit der Konkurrenz, 37 Prozent auf eine Preissenkung. 15 Prozent geben sogar an, das Produkt trotz des höheren Preises zu kaufen. Experimentieren scheint sich für Online-Händler an dieser Stelle offenbar (noch) zu lohnen.

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