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Adyen-Studie: Mobile übertrifft erstmals Desktop im Online-Shopping

Veröffentlicht: 28.11.2017 | Autor: Christian Laude | Letzte Aktualisierung: 28.11.2017 | Gelesen: 2653 mal

Einer Studie der Zahlungsplattform Adyen zufolge werden gegen Ende des Jahres erstmals häufiger Smartphones und Tablets als Desktop-Geräte für das Online-Shopping genutzt. Auch wenn deutsche Konsumenten im weltweiten Vergleich noch etwas hinterherhinken, ist das Wachstum in diesem Bereich auch hierzulande deutlich zu bemerken.

Lady shoppt mit Smartphone

© JKstock - Shutterstock.com

Zum ersten Mal überhaupt werden die mobilen Geräte den Desktop beim Online-Shopping überholen. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie von Adyen, die hierfür E-Commerce-Transaktionen analysiert hat, die über die Zahlungsplattform abgewickelt wurden. Dabei zeigt sich, dass bis zum Ende des aktuellen Jahres 52 Prozent des globalen Online-Handels über Smartphones und Tablets vollzogen werden.

Mobile Commerce: Deutschland hinkt hinterher

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland hinsichtlich des Mobile Commerce unter dem Durchschnitt. Während hierzulande in 41,5 Prozent der Fälle beim Online-Shopping auf ein mobiles Gerät zurückgegriffen wird, sind es beispielsweise in Großbritannien 57,1 Prozent, in den USA sogar 58 Prozent. Dennoch stellt Adyen auch in den hiesigen Gefilden einen deutlichen Anstieg der Nutzung fest, denn vor zwei Jahren lag der Wert noch bei knapp 27 Prozent.

Infografik von Adyen

© Adyen

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Bei hochpreisigen Einkäufen wird vorzugsweise ein Tablet genutzt, was Adyen auf die Größe der Geräte zurückführt, die eine genauere Betrachtung der Produkte garantiert. So ist der durchschnittliche Preis von Einkäufen, die über iPads getätigt wurden, im Vergleich zu iPhones um 69 Prozent höher.

Doch was bedeuten die Ergebnisse der Studie? Darüber gibt Volker Steinle, Country Manager Germany Adyen, in einem Kurzinterview genauer Auskunft.

Onlinehändler-News.de: Was bedeutet Mobile First für den Online-Handel?

Volker Steinle: Mobile First bedeutet nicht nur eine gute funktionierende Mobile Seite/App zu haben, sondern in allen Entwicklungsbemühungen „Mobile“ als oberste Priorität zu sehen. Einige Unternehmen wie Uber haben beispielsweise nur noch eine App und schon gar keine funktionierende Webseite mehr.

Die stetig steigende Nutzung von Mobilgeräten öffnet dem Online-Handel neue Türen. Im Vordergrund steht dabei, dass das Online-Shopping noch flexibler im Alltag der Kunden stattfindet, unabhängig vom Ort und Nutzungssituation. Shoppen wird damit zu jeder Zeit unmittelbar möglich. Für Händler, die ihren Online-Shop bisher noch nicht auf die mobile Nutzung angepasst haben, sollten dies schnellstmöglich nachholen, um ihre Potenziale voll auszuschöpfen. Bei der Mobile Optimierung muss es auch nicht immer gleich eine eigene App sein, ein gutes und userfreundliches Responsive Design ist ebenso ausreichend. Die steigende Verbreitung zur Nutzung von Smartphones und Tablets beim Online-Shopping ermöglicht es Händlern darüber hinaus, ihren Kunden neben dem Einkauf neue, passgenaue und standortspezifische Dienstleistungen anzubieten.

Welche Handlungsempfehlungen geben Sie Online-Händlern konkret mit auf den Weg?

Der wichtigste erste Schritt ist, falls noch nicht geschehen, die Website für die Nutzung auf dem Mobilgerät zu optimieren. Gerade weil viele Händler noch nicht umfangreich in den Mobile-Ausbau investiert haben, ist es aktuell einfach, sich mit einer gut ausgebauten und durchdachten Mobile-Shopping-Experience von der Konkurrenz abzuheben. Einer der wichtigsten Tipps für die Customer-Experience am Smartphone lautet: Lange Formulare vermeiden. Kein Kunde wird es als positiv empfinden, mittels der kleinen Smartphone Tastatur eine 16-stellige Kreditkartennummer einzugeben. Stattdessen sollten Händler am Checkout 1-Click-Bezahlungen mit gespeicherten Daten sowie Nutzerprofile anbieten.

Wie sehen Sie die weitere Entwicklung in diesem Bereich?

Die Zahlen unserer Plattform zeigen: Beim Trend Mobile First lässt sich erst mal kein Wendepunkt erwarten. Über die letzten drei Jahre hinweg ist die Nutzung von Mobilgeräten beim Online-Shopping deutlich gestiegen. Deutschland liegt im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn zwar hinten, legt jedoch insgesamt trotzdem zu. Grund für die Zurückhaltung ist das mangelnde Vertrauen der Deutschen beim Einkaufen über das Handy. Eine Erhebung des Instituts für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien der LMU-München von 2016 hat ergeben, dass dieses mangelnde Vertrauen durch soziale Empfehlungen kompensiert werden kann. Je mehr Personen also erst einmal das Smartphone oder Tablet zum Einkaufen nutzen, desto mehr kann der Word-of-Mouth zur Verbreitung beitragen.

 

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