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Lieferung bis zur Haustür wird zum Luxusservice

Veröffentlicht: 01.12.2017 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 01.12.2017

Die Logistikbranche könnte vor einer weitreichenden Entwicklung stehen. Während es heutzutage für Kunden fast noch Normalität ist, Pakete nach Hause geliefert zu bekommen, könnte dies in Zukunft ein bezahlter Premiumdienst werden.

Paketbote und Kunde: Paket wird übergeben
© altafulla – Shutterstock.com

Ein Umbruch steht bevor – und zwar für die Verbraucher und die gesamte Logistikbranche. „In der Zukunft könnte es so kommen, dass die Paketdienste standardmäßig an den Paketshop liefern“, kommentierte Boris Winkelmann, Geschäftsführer von DPD, nach Angaben der WirtschaftsWoche. Eine Lieferung bis zur Haustür würde dann nicht mehr zum Standard-Service gehören und könnte mit zusätzlichen Kosten von „zum Beispiel 50 Cent“ veranschlagt werden.

Die Zustellung bis zur Wohnungstür der Kunden sei demnach in hohem Maße zeitaufwendig, da hierbei natürlich nur wenige Pakete bearbeitet und verteilen werden können. Zahlreiche Stopps an jeder Haustür seien in diesem Rahmen weniger wirtschaftlich und exponentiell zeitaufwendiger als eine Lieferung größerer Paketmengen an Sammelstellen bzw. Paketshops.

Hermes: Zusammenarbeit der Logistiker wäre denkbar

Auch der Logistikdienstleister Hermes schließt sich dieser Meinung an. „Die Abholung von Sendungen direkt vom Paketshop oder vom Paketkasten wird weiter an Bedeutung gewinnen“, zitiert die WirtschaftsWoche Frank Rausch, Geschäftsführer von Hermes in Deutschland. „Was wir dringend brauchen, sind große Paketshops oder Mikrodepots in den urbanen Räumen, die alle Paketdienste nutzen können.“

Diese Entwicklung wird alle Beteiligten vor große Herausforderungen und Aufgaben stellen. Rausch halte daher auch die „wettbewerbsübergreifende“ Zusammenarbeit der verschiedenen Logistiker für „durchaus denkbar“, um die Flut der Pakete bewältigen zu können. Zudem verweist er auf die Verantwortung, die dabei die Städte tragen: „Hier sind nicht zuletzt auch die Städte und Kommunen gefordert, den Rahmen zu setzen und zum Beispiel passende Immobilien zur Verfügung zu stellen.“

Die Herausforderungen an die Logistik wachsen weiter

Die Gründe für eine solche Entwicklung liegen auf der Hand: Jahr für Jahr treibt der Online-Handel die Paketvolumen in die Höhe. Für die Logistiker ist dies nicht nur mit steigendem Druck, sondern eben auch mit steigenden Ressourcen und Kosten verbunden. Immer wieder werden Rufe aus der Branche laut, dass die Unternehmen, die Angestellten und im Prinzip die gesamte Branche von Überlastung betroffen sind und quasi vor dem „Paket-Infarkt“ stehen.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

Sie haben Fragen oder Anregungen?

Kontaktieren Sie Tina Plewinski

Kommentare  

#1 Sigi B. 2017-12-04 09:47
Mir kommen die Tränen.
Läuft eine Logistik-Firma gut, so kann diese auch genug Mitarbeiter ordentlich bezahlen.
Sollten die Pakete demnächst nicht mehr an die Haustüre geliefert werden, so kann der Kunde ja auch gleich im Lagen in der nächsten Stadt kaufen gehen.
Was haben die ach so geplagten Logistiker dann noch zu tun? Richtig, sie können ihre Firma abwickeln und brauchen weder große Umschlagplätze, noch die Menge an Mitarbeitern.
Sollten sie doch froh sein, dass sie an ihren Aufgaben wachsen können.
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