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Nach der Pilotphase: Kaufland verabschiedet sich endgültig von seinem Lieferservice

Veröffentlicht: 08.12.2017 | Autor: Christian Laude | Letzte Aktualisierung: 08.12.2017

Das war’s dann wohl endgültig: Kaufland hat angekündigt, seinen Lieferservice in Berlin nach der Pilotphase einzustampfen. Scheinbar hat sich das Konzept für die Einzelhandelskette nicht wirklich rentiert. Was mit den Mitarbeitern passieren soll, die für den Lieferservice zuständig waren, wurde ebenfalls bekannt gegeben.

Kaufland-Zeichen

© WDnet Creation - Shutterstock.com

Schluss, aus und vorbei: Kaufland hat offiziell bekannt gegeben, dass der Lieferservice in Berlin, der dort Anfang Oktober 2016 an den Start gegangen ist, nicht weitergeführt wird. Das Ende der Pilotphase ist für kurz vor dem diesjährigen Weihnachtsfest, also dem 23. Dezember angesetzt. Danach kann der Online-Shop von den Kunden nicht mehr genutzt werden.

„Wir bedauern sehr, dass wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Berlin keine langfristige Perspektive bieten können und bedanken uns für ihren hervorragenden Einsatz in den vergangenen Monaten“, erklärt Kaufland-Vorstandsvorsitzender Patrick Kaudewitz in der Pressemitteilung. 300 Berliner Mitarbeitern aus den Bereichen Logistik und Auslieferung sollen laut Kaudewitz „sozialverträgliche Lösungen“ geschaffen werden – 80 Mitarbeiter in der Heilbronner Unternehmenszentrale wiederum, die ebenfalls mit dem Lieferservice vertraut waren, erhalten andere Funktionen innerhalb der Unternehmensgruppe.

Warum Kaufland seinen Lieferservice begräbt

Doch warum unternimmt Kaufland überhaupt diesen drastischen Schritt? Kaudewitz gibt dezente Einblicke: „Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit, die Preis- und die Marktentwicklung sehen wir […], dass sich ein Lieferservice im Lebensmittelbereich auf Sicht nicht kostendeckend betreiben lässt.“ Gleichzeitig meint der Kaufland-Vorstandsvorsitzende, dass Preiserhöhungen im Online-Shop für die Einzelhandelskette nicht infrage kommen würden. „Auch im Internet sollen sich die Kunden auf unser Preisversprechen verlassen können.“

Auch in anderen Städten abseits von Berlin will Kaufland, zumindest vorerst, keinen Lieferservice erproben, sondern sich stattdessen nach eigenen Angaben auf „digitale Innovationspotenziale im stationären Geschäft“ konzentrieren.

Zumindest ansatzweise hatte sich dieser Schritt bereits Mitte Oktober angekündigt. Zu dem Zeitpunkt wurde verkündet, dass Kaufland nun doch nicht, wie ursprünglich geplant, mit seinem Lieferservice in Hamburg an den Start gehen wird. Der Einstieg in den Online-Handel in der Hansestadt wurde auf unbestimmte Zeit verschoben – und das scheint sich nach der aktuellsten Meldung in absehbarer Zeit auch nicht großartig zu ändern.

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