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Anstehen war gestern – Saturn eröffnet Filiale ohne Kassen

Veröffentlicht: 09.03.2018 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 09.03.2018

Saturn peitscht die eigene Digitalisierung voran und beweist Zeitgeist: Die Elektronikkette hat im deutschsprachigen Raum eine Filiale eröffnet, in der Kunden nicht mehr anstehen müssen, wenn sie Produkte kaufen wollen. Der entsprechende Laden gilt vorerst als Testlauf.

Saturn Logo auf Häuserwand
© nitpicker / Shutterstock.com

Als Amazon vor wenigen Monaten in den USA einen ersten Laden ohne Kassen eröffnete, war die Branche in heller Aufruhr. Dass jedoch nicht nur namhafte Konzerne in Übersee an solchen modernen Konzepten arbeiten, beweist nun auch die Elektronikkette Saturn. Sie hat im österreichischen Innsbruck nun ein Geschäft namens „Saturn Express“ eröffnet, das ebenfalls ohne nerviges und vor allem zeitaufwendiges Anstehen im Kassenbereich auskommen soll.

Wie funktioniert die kassenlose Saturn-Filiale?

Umgesetzt wurde der Plan einer kassenlosen Filiale mithilfe einer hauseigenen App. Die App steht sowohl im Google Play Store als auch im App Store von Apple zur Verfügung. „Für die Anmeldung benötigt das Unternehmen E-Mail-Adresse, Vorname, Nachname und ein Passwort. Auch über einen aktiven Facebook-Account können sich Kunden registrieren“, schreibt Chip.de.

Wenn Besucher dann ein Wunschprodukt gefunden haben, das sie gern kaufen möchten, können sie dieses mit der Saturn-Express-App scannen und es sofort bezahlen. Möglich sind vorerst die Zahlungsoptionen über Kreditkarte sowie über PayPal. Danach können sie die Saturn-Filiale einfach verlassen.

Was ist mit der Diebstahlsicherung?

Um ein solches Projekt rund um kassenlose Filialen umsetzen zu können, bedarf es natürlich auch umfangreicher Strategien zum Thema Sicherheit. Nach Angaben von Florian Gietl, Chief-Operating-Officer von MediaMarktSaturn Österreich, deaktiviert sich die Diebstahlsicherung für ein Produkt beispielsweise nach dem digitalen Zahlungsvorgang von selbst.

Doch obwohl die Filiale umständliche Kassenbereiche quasi zu Grabe trägt, kommt natürlich auch das neue Saturn Express-Geschäft nicht ohne Mitarbeiter aus. „Sie stehen aus allen Fachbereichen für Fragen zu Produkt, Serviceleistung und Zahlung zur Verfügung“, heißt es bei Chip weiter.

Die Innsbrucker Filiale im Shopping-Center Sillpark gilt zunächst als ein Testballon, in dem laut Handelsblatt rund 900 Artikel – vor allem auch aus dem Bereich des täglichen Bedarfs (wie etwa Ladekabel) oder aber aus der Kategorie Lifestyle (wie etwa Kopfhörer) – zu finden sind. Ob und wann entsprechende Geschäfte auch nach Deutschland kommen, wird wohl davon abhängen, wie die Kunden auf das neue Konzept reagieren und wie sich die Geschäfte vor Ort entwickeln.

Über den Autor

Tina Plewinski Experte für Amazon

Bereits Anfang 2013 verschlug es Tina eher zufällig in die Redaktion von OnlinehändlerNews und damit auch in die Welt des Online-Handels. Ein besonderes Faible hat sie nicht nur für Kaffee und Literatur, sondern auch für Amazon – egal ob neue Services, spannende Technologien oder kuriose Patente: Alles, was mit dem US-Riesen zu tun hat, lässt ihr Herz höherschlagen. Nicht umsonst zeigt sie sich als Redakteurin vom Dienst für den Amazon Watchblog verantwortlich.

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